Diese Gesundheitsgefahren lauern im Haushalt

Keimverseuchte Spüllappen, strahlende Elektrogeräte, mehrbeinige Bettgenossen - diese Gefahren lauern im Haushalt

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Leben ist immer lebensgefährlich, das wusste schon Erich Kästner. Aber man muss es ja nicht noch riskanter machen. Was kann uns Menschen krank machen? Natürlich fetttriefendes Essen, Tabakqualm und Alkohol im Übermaß, aber nicht nur. Wir sagen Ihnen, welche Gesundheitsgefahren in Ihren vier Wänden lauern - und zeigen Ihnen in der Klickstrecke, was Sie dagegen tun können!

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Milben - eklige Bettgenossen

Ein weiches, warmes Bett ist wunderbar - das finden auch unzählige Bakterien, Viren und Hausstaubmilben. Für sie sind Matratze und Bettzeug ein idealer Aufenthaltsort. Dazu kommen Hautschuppen (Nahrung für die Milben!), der Schweiß des Schläfers und natürlich der allgegenwärtige Staub. Insgesamt sind das also wenig appetitliche Bettgenossen, mit denen man jeden Abend das Schlaflager teilt. Besonders bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben (oder genauer: gegen den Milbenkot) ist die Betthygiene sehr wichtig.

Übrigens fühlen sich die winzigen Krabbler auch in an vielen anderen Orten in der Wohnung wohl, zum Beispiel in Polstermöbeln, Vorhängen, hochflorigen Teppichen, Stofftieren oder offenen Bücherregalen. Doch den innigsten Kontakt miteinander haben Mensch und Milbe im Bett.

Tipp: Die Bettwäsche sollte wöchentlich gewechselt werden. Und die Matratze sollte nicht länger als acht Jahre im Einsatz sein. Die Oberbetten gehören ungefähr alle sechs Wochen bei mindestens 60 °C in die Waschmaschine. Ganz wichtig für Allergiker ist ein allergen- und milbendichter Überzug für die Matratze (Encasing). Denn die Milben lassen sich von keinem noch so dichten Bettlaken aufhalten.

Spüllappen - Brutstätte für Keime

In Putzlappen, Spülbürsten und Putzschwämmen nisten sich Bakterien besonders gerne und leicht ein, vor allem wenn diese feucht sind. Bei jedem Wischen verteilt man die Keimflut dann neu auf die Flächen.

Tipp: Lappen und Handtücher sollten Sie nach dem Gebrauch richtig trocknen lassen, am besten, indem Sie sie ausbreiten. Zusätzlich sollten Sie die Textilien regelmäßig wechseln und bei mindestens 60 °C waschen. Auch Spülbürsten brauchen Reinigung - Kunststoffbürsten können Sie zum Beispiel in die Spülmaschine stecken. Trotzdem sollten Sie hin und wieder Ihre alte Bürste ersetzen. Das gilt auch für Putzschwämme - sie werden meist viel zu selten ausgetauscht und sind daher oft richtige Keimschleudern.

Acrylamid - fatale Bräune

Essen Sie gerne Chips, Toastbrot, Pommes und Röstkartoffeln? Dann aufgepasst! Denn je stärker kohlenhydratreiche Lebensmittel beim Backen, Frittieren oder Braten gebräunt werden, sie umso mehr Acrylamid enthalten sie. Der gesundheitsschädliche Stoff bildet sich bei trockener, starker Hitze aus Eiweißbausteinen und Einfachzuckern in den Lebensmitteln. Ungesund ist Acrylamid deshalb, weil es das Erbgut verändern und wahrscheinlich Krebs auslösen kann. Ab welcher Verzehrmenge es für die Gesundheit gefährlich wird, ist unklar.

Tipp: Sie sollten sicherheitshalber so wenig Acrylamid wie möglich zu sich nehmen. Beim Backen, Braten, Frittieren und Rösten von Kartoffel- und Getreideprodukten gilt die Faustregel: Vergolden statt verkohlen! Je weniger gebräunt die Lebensmittel werden, desto weniger Acrylamid entsteht. Übrigens: Bei feuchter Hitze (Kochen, Dünsten, Dampfgaren) bildet sich gar kein Acrylamid!

Schimmelpilze - pelzige Giftfabriken

Wenn ein zartes weißes Geflecht das Brot überzieht oder ein grünlicher Pelzfleck auf dem Joghurt schwimmt, haben sich Schimmelpilze auf und in den Lebensmitteln breit gemacht. Manche von ihnen bilden gefährliche Gifte (Mykotoxine), die zum Beispiel die Leber und Nieren schädigen, die Immunabwehr schwächen oder möglicherweise sogar Krebs verursachen.

Tipp: Damit es nicht soweit kommt, sollten Sie Lebensmittel immer frisch einkaufen, sauber, trocken und kühl lagern und bald verbrauchen. Regelmäßiges Reinigen der glatten Oberflächen in der Küche und des Brotkorbes mit Essigwasser beugt dem Wachstum von Schimmelpilzen vor. Wenn Sie doch einen sichtbaren Pilzbefall auf einem Lebensmittel entdecken, gehört es in der Regel in den Müll. Das gilt etwa für Milch und Milchprodukte, Konfitüren und Gelees, Nüsse, Gewürze, Brot und alle Lebensmittel mit hohem Flüssigkeitsgehalt wie Saft und Kompott.

Übrigens: Auch angefaultes Obst sollten Sie nicht mehr essen oder weiterverarbeiten - Mykotoxine sind sehr stabil und lassen sich nicht durch Hitze oder andere Bearbeitungsverfahren wie Trocknen oder Einfrieren beseitigen. Fleisch und Wurst mit Schimmelflecken sind ebenfalls zu entsorgen, außer es handelt sich um luftgetrocknete Wurst und ganze Schinkenstücke (kein Aufschnitt!): Hier kann man den Schimmel großzügig wegschneiden.

Elektrosmog - potenzielle Gefahr

Egal ob von Computer, Fernseher, Mikrowelle, Handy, Sendemasten oder Hochspannungsleitungen - elektromagnetische Felder umwabern den Mensch aus vielerlei Richtungen. Schon seit Jahren streiten Experten über eine mögliche Gesundheitsgefahr durch den "Elektrosmog", vor allem seit Handys für viele Menschen zu einem unverzichtbaren Körperteil geworden sind. Kann Mobilfunk tatsächlich - wie oft vermutet - Gehirntumoren verursachen? Fakt ist: Bislang lässt sich nicht nachweisen, dass Handystrahlen und anderer Elektrosmog das Krebsrisiko erhöhen - dieser Verdacht lässt sich aber auch nicht widerlegen. Gerade Handybesitzern raten Experten daher zu einigen Vorsichtsmaßnahmen:

  • Greifen Sie, wann immer möglich, zum Festnetztelefon statt zum Handy.
  • Telefonieren Sie mit dem Handy möglichst kurz und nicht bei schlechtem Empfang.
  • Schreiben Sie lieber eine SMS statt jemanden anzurufen (Handy am Kopf).
  • Verwenden Sie Headsets: Der größere Abstand zur Antenne setzt den Kopf einem geringeren elektromagnetischen Feld aus.
  • Achten Sie beim Handykauf auf einen möglichst niedrigen SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) des Gerätes: Er gibt an, wie viel elektromagnetische Energie im Körper aufgenommen wird (in Watt pro Kilogramm Körpergewicht). Der Wert sollte maximal bei 2 W/kg liegen.

Staubsaugen - Achtung, Allergiker!

Ein wischbarer Fußboden ist aus hygienischen Gründen gerade für Hausstauballergiker von Vorteil. Bei Teppichböden bleibt einem nur der Staubsauger für die regelmäßige Reinigung. Allergiker sollten Staubsauger mit einem Hepa-Filter verwenden. Weniger geeignet sind Wasserstaubsauger (Gefahr der Keim- und Schimmelpilzbildung) sowie Dampfreiniger (Feuchtigkeit fördert das Milbenwachstum).

Tipp: Während des Staubsaugens sollten Allergiker einen Mundschutz tragen. Oder besser noch: Das Saugen einem Nicht-Allergiker überlassen!

Stand: 17.05.2016

Autor:

Quellen:

  • Umweltbundesamt (www.umweltbundesamt.de, Abruf 17.05.2016)
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (www.bfr.bund.de, Abruf 17.05.2016)
  • aid Infodienst (www.was-wir-essen.de, Abruf 17.05.2016)
  • Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (www.krebsinformationsdienst.de, Abruf 17.05.2016)
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (www.daab.de, Abruf 17.05.2016)
  • Kinderumwelt gemeinnützige GmbH (www.allum.de, Abruf 17.05.2016)