Rheuma erhöht Risiko für Herzinfarkt

Rheuma erhöht Risiko für Herzinfarkt

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Wenn Menschen unter entzündlichem Rheuma leiden, schmerzen die geschädigten Gelenke bei fast jeder Bewegung - der Alltag wird für viele zur Qual. Doch nicht nur das: Studien belegen, dass Betroffene auch ein deutlich höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall haben als gesunde Menschen. Rheuma sollte also so früh wie möglich behandelt werden.

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"Herzinfarkte und Schlaganfälle treten bei Rheumapatienten doppelt so häufig auf wie in der übrigen Bevölkerung", erklärt Ulf Müller-Landner, Chefarzt an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. Ihr Herzinfarktrisiko ist damit genauso hoch wie das von Diabetikern.

Entzündung greift Knochen und Gefäße an

Der Grund dafür ist, dass bei rheumatoider Arthritis die körpereigene Abwehr das gesunde Gewebe angreift. Im gesamten Körper entstehen Entzündungsreaktionen. Zwar werden in erster Linie die Knochen in Mitleidenschaft gezogen, doch auch die Blutgefäße leiden unter den Entzündungen.

Auch beschwerdefreie Rheumapatienten betroffen

Vor allem eine unbehandelte Rheumaerkrankung geht offenbar langfristig mit einem deutlich höheren Sterberisiko aufgrund von Gefäßerkrankungen einher. "Schon in den ersten Jahren der entzündlichen Gelenkerkrankung lassen sich mit kardiologischen Funktionstests Veränderungen in den Arterien nachweisen", sagt Müller-Landner. Doch nicht nur Menschen mit akuter rheumatischer Erkrankung haben ein erhöhtes Risiko für Gefäßerkrankungen. Auch jene mit positivem Rheumafaktor oder rheumaspezifischen Autoantikörpern im Blut seien betroffen, da diese Antikörper Zeichen für ein überaktives Immunsystem und damit beispielsweise Rheuma sind.

Entzündungen stoppen

Eine konsequente Rheumatherapie sei gerade aufgrund der weiteren Risiken für den Körper wichtig, erklärt Dr. Elisabeth Märker-Hermann von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Vor allem neuere Medikamente, welche die Entzündungsreaktion bremsten, seien besonders hilfreich. "Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass diese Biologika die Patienten auch vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen", so Märker-Hermann.

Rauchen doppelt schädlich

Doch nicht nur die richtigen Medikamente und eine konsequente Rheumatherapie sollen die Patienten schützen. Auch der Blutdruck und Blutzucker müssen bei Rheumapatienten regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls behandelt werden. Wichtig ist es auch, auf das Rauchen zu verzichten. Der Tabakrauch ist in zweierlei Hinsicht schädlich: Er fördert die Gelenkentzündung und mindert die Wirksamkeit der Medikamente.

Aktiv bleiben

Und auch bei Rheuma gilt: Bleiben Sie in Bewegung! Sport sorgt nämlich für eine bessere Durchblutung und einen langsameren Abbau der Knorpel. Trainierte Muskeln sorgen außerdem dafür, dass die Gelenke stabilisiert und so weniger strapaziert werden. Geeignet sind leichte Aktivitäten, etwa Schwimmen oder Radfahren. Schließlich sollen die Gelenke nicht überlastet werden.

Stand: 01.04.2014
Autor:

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Rheuma schädigt Blutgefäße.