Alkohol beeinflusst Wahrscheinlichkeit für Hautkrebs

Alkohol hat noch an ganz unerwarteter Stelle Einfluss - auf die Haut. Die Wirkung ist allerdings unterschiedlich bei Schnaps, Wein und Bier

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Alkohol ist der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich, das stellen Studien immer wieder fest. Jetzt wurde noch an ganz unerwarteter Stelle der Einfluss des Alkohols festgestellt. Die Promille erhöhen das Risiko für Hautkrebs. Dabei ist allerdings entscheidend, in welcher Form man den Alkohol zu sich nimmt. Liebhaber bestimmter Getränke sind dabei besonders gefährdet - haben Forscher der Dänischen Krebsgesellschaft festgestellt.

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Sie hatten die Daten von insgesamt 54.766 Dänen analysiert. Innerhalb der untersuchten Personengruppe kam es in 2.409 Fällen zu einem Basalzellkarzinom, 198-Mal trat ein Plattenepithelkarzinom auf. Der Gesamtkonsum von Alkohol hatte dabei keine Auswirkungen auf das Krebsrisiko. Ein anderes Ergebnis zeigte sich allerdings, nachdem Allan Jensen und Kollegen die Daten nach verschiedenen Alkoholika aufgeschlüsselt hatten.

Schnaps und Wein besonders schlimm

Die Wahrscheinlichkeit für Basalzellkrebs stieg pro zehn Gramm Alkohol in Form von einem achtel Liter Wein um fünf Prozent, mit einem doppelten Schnaps sogar um elf Prozent.  Mit einem viertel Liter Bier dagegen sank das Risiko um drei Prozent. Überraschenderweise erkrankten Trinker um fast 50 Prozent seltener an einem Plattenepithelkarzinom als (Fast-)Abstinenzler. Entscheidend für das Krebsrisiko war auch nur der aktuelle Alkoholkonsum, Trinken in früheren Jahren hatte dagegen keinen Einfluss.

Noch ist nicht genau geklärt, wie genau Alkohol die Entstehung von weißem Hautkrebs fördert. Mögliche Faktoren könnten erbgutverändernde Effekte, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit oder Beeinträchtigungen des Immunsystems sein.

Schwere Trinker seltener krank

Wie die Wissenschaftler allerdings auch feststellten, erkrankten schwere Trinker seltener an Hauttumoren. Offenbar wird hier die Wirkung des Alkohols von anderen Einflüssen übertroffen. Beispielsweise setzen sich diese Menschen seltener der Sonne aus - und senken dadurch ihr Hautkrebsrisiko deutlich.

Stand: 25.06.2015

Quelle:

  • Jensen A et al. Intake of Alcohol May Modify the Risk for Non-Melanoma Skin Cancer: Results of a Large Danish Prospective Cohort Study. Journal of Investigative Dermatology , doi:10.1038/jid.2012.198