Allergien - welche Mythen wirklich stimmen

Welche Mythen wirklich stimmen

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Fast jeder vierte Erwachsene und jedes fünfte Kind leidet unter einer Allergie. Einige Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass in einigen Jahrzehnten ein Großteil der Menschen weltweit von einer Allergie betroffen ist. Und gerade weil es so viele betrifft, ranken sich um das Thema Allergien zahlreiche Mythen, die wissenschaftlich nicht bewiesen sind. Wir stellen einige von ihnen vor.

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Allergie - überempfindliches Immunsystem

Woher genau eine Allergie kommt, ist bislang noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist aber, dass das Immunsystem bei Allergikern auf harmlose Stoffe in der Umwelt reagiert, als wären es Krankheitserreger. Und das macht sich - je nach Art und Ausprägung der Allergie - durch Rötungen der Haut, Schnupfen und Niesen, Juckreiz, tränende Augen, Verengung der Atemwege oder sogar Blutdruckabfall bemerkbar.

20.000 verschiedene Allergieauslöser

Auslöser für eine Allergie kann grundsätzlich jeder Bestandteil der Umwelt sein - von natürlichen Stoffen wie Blütenpollen oder Hausstaubmilben bis hin zu künstlichen Substanzen wie Nickel, welches oft in Schmuck vorkommt. Bekannt sind bisher rund 20.000 verschiedene Substanzen, die eine Allergie auslösen können.

Mythen rund um Allergien

Mythos 1: Es gibt Therapien gegen Allergien

Leider nicht, da es Forschern bisher noch nicht gelungen ist, die genauen Ursachen für Allergien herauszufinden. Deshalb gibt es auch noch keine heilenden Therapien oder Medikamente. Es gilt also: Allergene meiden, Symptome mithilfe von Medikamenten bekämpfen und Allergien vorbeugen.

Mythos 2: Die Psyche beeinflusst Allergien

Stimmt. Manche Menschen reagieren schon allergisch, wenn sie beispielsweise das Bild des Allergieauslösers sehen, etwa das Foto einer Katze oder das Gemälde von blühenden Bäumen. Allerdings sind solche Phänomene eher die Ausnahme. Der Grund: Irgendwann wird die allergische Reaktion zu einem Reflex - das entspricht einem unbewussten Lernvorgang. Aber auch Stress im Job oder zwischenmenschliche Probleme, die die Seele belasten, können  allergische Symptome verstärken. So zeigen Untersuchungen, dass psychischer Stress bei manchen Allergikern die Beschwerden verstärkt.

Mythos 3: Im Alter entwickelt man keine Allergien mehr

Das ist leider falsch. Allergien können Menschen zu jeder Zeit und in jedem Alter entwickeln. So beeinflusst das Lebensalter offenbar lediglich die Art des Allergieauslösers. Demnach reagieren kleine Kinder oft allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel, Erwachsene dagegen eher auf Pollen. Man kann außerdem nicht davon ausgehen, dass eine Allergie mit fortschreitendem Alter schwächer wird. Sogar Menschen über 70 Jahre werden noch wegen ihrer Allergien behandelt, weil sie unter heftigen Symptomen leiden.

Mythos 4: Schmutz beugt Allergien vor

Ganz falsch ist das nicht. Menschen kommen heute weniger mit Schmutz in Kontakt. Deshalb ist das Immunsystem unterfordert und setzt sich gegen Stoffe zur Wehr, die eigentlich harmlos sind. Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, und mit einer Vielzahl von Erregern in Kontakt kommen, neigen deshalb weniger zu Allergien als Stadtkinder.

Mythos 5: Ich bin allergisch gegen Tierhaare

Nein, denn die allergischen Reaktionen werden nicht von den Tierhaaren ausgelöst, sondern von Urin-, Kot- und Speichelresten, die an den Tierhaaren oder Federn haften. Als Hauptverursacher kommen Katzen, Pferde, Hunde oder auch Meerschweinchen und Kaninchen in Frage.

Stand: 11.04.2016
Autor:

Quelle: Allergie - was ist allergischer Schnupfen? H-N-O-Ärzte im Netz.