Alzheimer - die besten Abwehrstrategien

Alzheimer ist für viele ein Schreckgespenst - jeder kann aber vorbeugen. Folgende Strategien helfen gegen den geistigen Verfall

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Das große Vergessen - Alzheimer ist für viele ein Schreckgespenst. Denn die Demenzerkrankung an der mehr als eine Millionen Deutsche leiden, ist bisher nicht heilbar. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Jeder Einzelne kann sein Risiko zu erkranken erheblich beeinflussen, denn nur circa fünf Prozent der Fälle sind erblich bedingt. Folgende Strategien helfen gegen den geistigen Verfall.

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Neun Strategien gegen Alzheimer

Gedächtnisverlust, Verwirrtheit, Desorientierung, Veränderung der Persönlichkeit bis hin zum Sprachverlust - diese Symptome von Alzheimer treten meist erst im fortgeschrittenen Lebensalter auf. Das gibt umso mehr Zeit, der Gedächtniskrankheit vorzubeugen. Dabei lässt sich generell sagen, was gut für das Herz und die Gefäße ist, schützt auch das Gehirn. Forscher gehen davon aus, dass Schäden an den kleinen Blutgefäßen auch zerstörerische Prozesse im Gehirn voranschreiten lassen.

Bewegen Sie sich

Wer regelmäßig aktiv ist, tut nicht nur seinem Körper etwas Gutes. Auch der Geist bleibt dadurch fit. Das belegen mehrere Studien. Wer körperlich aktiv ist, halbiert statistisch gesehen sein Risiko gegenüber besonders bewegungsfaulen Altersgenossen. Dafür reichen auch schon leichte körperliche Tätigkeiten wie Geschirrspülen, Kartenspielen oder leichtes Gärtnern. Mögliche Erklärung: Durch den angeregten Kreislauf wird auch die Durchblutung des Gehirns verbessert.

Ernähren Sie sich gesund

Es klingt relativ banal - aber die richtige Ernährung ist auch für die Prävention von Alzheimer wichtig. Allgemein gilt die mediterrane Küche als gutes Beispiel, wie solche Mahlzeiten auszusehen haben. Das bedeutet einen hohen Anteil von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide, zusammen mit einem moderaten Milchprodukt- Fisch- und Alkoholanteil. Rotes Fleisch und Geflügel wird dagegen nur wenig verzehrt. Dabei geht es, so besagen Studien, vor allem um die gesunde Mischung. Ebenfalls günstig auswirken sollen sich Omega-3-Fettsäuren, Folsäure und eine ausreichende Versorgung mit Kupfer.

Halten Sie sich geistig fit

Bis zu fünf Jahre später erkranken Menschen, die sich geistig viel beschäftigten - je früher damit angefangen wird, desto besser der Effekt. Dazu gehörten eine Sprache zu lernen, Schach zu spielen oder auch das Musizieren. Durch solche Aktivitäten bilden sich mehr Synapsen aus - je früher das passiert, desto besser. Besonders wirksam scheint dabei tatsächlich die Mehrsprachigkeit zu funktionieren.

Vermeiden Sie Übergewicht

Insbesondere wenn sich das Körperfett im Bauchbereich sammelt, gilt das als wesentlicher Risikofaktor für Alzheimer. Forscher fanden anhand einer amerikanischen Langzeitstudie mit 6500 Teilnehmern heraus, dass übergewichtige Menschen 80 Prozent, Dickbäuchige 230 Prozent und ein extrem dicker Wanst sogar 360 Prozent mehr Risiko für Demenz hatten.

Behalten Sie Ihren Blutdruck im Blick

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine konsequente Blutdrucktherapie das Alzheimerrisiko deutlich senken kann. Denn gerade Bluthochdruck ist ein langsamer Killer, er schädigt auch das Gehirn. Es gibt viele kleine Lebensstiländerungen, die hier zusätzlich helfen können. 

Trinken Sie wenig Alkohol

Auf ein Gläschen hier oder da muss keiner verzichten - Vermeiden Sie allerdings Alkoholexzesse. Eine finnische Langzeitstudie mit 1500 Zwillingen zeigte, dass das Risiko für Alzheimer bei starken Trinkern um 1,4 Mal höher lag. Wer mehr als zweimal im Jahr sogar einen alkoholbedingten Filmriss hat, verdoppelt seine Wahrscheinlichkeit für die Altersdemenz.

Verzichten Sie aufs Rauchen

Raucher haben laut Studien eine 170 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit an Altersdemenz zu erkranken. Forscher vermuten, dass der Rauch die Neuronen und auch die Blutgefäße im Gehirn schädigt. Wer aufhört zu rauchen, verbessert folglich seine Chancen auch im Kopf gesund zu bleiben.

Pflegen Sie Freundschaften

Auch das Umfeld, Freunde und Verwandte können dem Geist Nahrung und Anregung bieten. Pflegen Sie deshalb Ihr soziales Umfeld und gewinnen Sie neue Freundschaften hinzu. Das ist manchmal ein wenig anstrengend und kostet Überwindung, aber die Mühe lohnt sich. Denn es zahlt direkt auf die Lebensqualität ein. Informieren Sie sich zum Beispiel in der Zeitung, welche Aktivitäten in Ihrer Umgebung angeboten werden oder nehmen Sie einen Kurs bei der Volkshochschule wahr. Viele bereichern ihr Sozialleben durch ehrenamtliche Tätigkeiten.

Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker

Gerade bei Typ 2 Diabetes wird die Krankheit oft erst spät erkannt. In der Zwischenzeit schädigen allerdings die hohen Blutzuckerwerte die Nerven und Blutgefäße. Eine Langzeitstudie aus den Niederlanden ergab, dass Menschen mit Diabetes doppelt so oft an Alzheimer erkranken als Menschen ohne diese Stoffwechselerkrankung. Wer auf seinen Blutzuckerspiegel achtet, kann dem Gedächtnisverlust vorbeugen.

Stand: 20.02.2013

Vorlage: Christiane Fux
Redaktion:
Quellen:
www.alzheimer-forschung.de, Abruf 16.11.2012