Blutzuckermessung - die häufigsten Fehler

Für Diabetiker gehört der tägliche Piks zum Alltag. Trotzdem passieren bei der Blutzuckerkontrolle häufig Fehler.

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Für Diabetiker gehört der tägliche Piks zum Alltag. Typ-1-Diabetiker, die ihre Insulindosis selbstständig berechnen, müssen bis zu acht Mal pro Tag messen. Trotzdem passieren bei der Blutzuckerkontrolle häufig Fehler. Wir haben die häufigsten für Sie zusammengetragen und verraten in der Bildergalerie sechs Tipps, wie Sie Diabetes vorbeugen können.

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Tipp 1: Schmerzen vermeiden

Stechen Sie in die Seite und nicht in die Mitte der Fingerkuppe – dort sitzen weniger Schmerzsensoren. Die Stechhilfe sollte immer nur einmal verwendet werden, denn die feine Nadelspitze wird bereits nach dem ersten Stich stumpf. Jeder weitere Piks wird schmerzhafter.

Tipp 2: Für Durchblutung sorgen

Damit ein Blutstropfen aus der Einstichstelle quillt, müssen die Finger gut durchblutet sein. Dabei gilt, je wärmer die Hände sind, desto leichter fließt das Blut. Um die Durchblutung anzuregen, kann der Patient die Hände vor dem Stechen einige Minuten leicht massieren oder mit warmem Wasser waschen. Achtung: Auf keinen Fall den Finger quetschen. Dabei drückt man auch Gewebsflüssigkeit heraus, die sich mit dem Blut vermischt. Der gemessene Wert fällt dann fälschlicherweise niedriger aus als er wirklich ist.

Tipp 3: Richtig Hände waschen

Sind die Hände nach dem Waschen noch feucht oder mit Desinfektionsmittel benetzt, verflüssigt sich der Blutstropfen und Sie messen falsch-niedrige Werte. Wichtig ist also, die Hände sehr sorgfältig abzutrocknen. Ganz auf das Waschen vor der Messung zu verzichten, ist allerdings auch nicht ratsam. Ist die Einstichstelle mit zuckerhaltigen Lebensmitteln, wie Obstresten, Fruchtsaft oder Schokolade, verunreinigt, überschätzt das Gerät den tatsächlichen Blutzuckerwert.

Tipp 4: Blut aufsaugen

Der Teststreifen besteht aus zwei Schichten und saugt das Blut seitlich oder von der Spitze her auf. Damit dies optimal gelingt, sollte man den Streifen vorsichtig am Bluttropfen ansetzen – und nicht direkt in die Haut drücken. Auch von oben auf den Teststreifen getropftes Blut kann von diesem nicht aufgenommen werden. Außerdem ist es bei den meisten Geräten wichtig, den Teststreifen zuerst in das Gerät einzustecken und dann das Blut aufzusaugen. Wer zuerst das Blut aufnimmt, bekommt später vom Gerät eine Fehlermeldung – es erkennt den Teststreifen dann als schon benutzt.

Tipp 5: Frische Teststreifen verwenden

Eine Hauptfehlerquelle sind abgelaufenen Teststreifen. Ist die Packung erst einmal geöffnet, halten die Messindikatoren nur sechs Monate. Danach sind die empfindlichen Enzyme auf der Oberfläche der Streifen kaputt und es kann nicht mehr korrekt gemessen werden. Außerdem schadet eine hohe Luftfeuchtigkeit den Teststreifen. Also am besten immer in einem geschlossenen Behälter bei normalem Raumklima aufbewahren.

Gesunde Werte

Der gesunde Blutzucker liegt nüchtern unter 100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter). Er steigt nach dem Essen auf maximal 140 mg/dl an. Werte darüber können auf einen Diabetes mellitus hindeuten.

Stand: 06.06.2016
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Quellen:

  • ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
  • Diagent GmbH: Tipps zum Blutzuckermessen