Diabetes und Autofahren - Anzeichen einer Unterzuckerung erkennen

Zittrige Hände oder Sehstörungen - bei Diabetikern weisen diese Symptome auf Zuckermangel hin. Diese Alarmsignale sollten Sie ernst nehmen

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Zittrige Hände, Schweißausbrüche oder Sehstörungen - bei Diabetikern weisen diese Symptome auf eine Unterzuckerung hin. Gefährlich wird es, wenn die Beschwerden auftreten während die Betroffenen Autofahren.  Bei Unfällen, die von Diabetikern verursacht wurden, ist sehr häufig eine Unterzuckerung Schuld. Wie sich Zuckermangel bemerkbar macht und worauf Diabetiker achten sollten, lesen Sie hier.

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"Tritt beim Fahrer eine Unterzuckerung auf, kann dies die Konzentration erheblich stören", warnt Hermann Finck, Diabetologe und stellvertretender Vorsitzender des Sozialausschusses der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Neben Verhaltens- oder Konzentrationsstörungen kann der Fahrer sogar schlimmstenfalls das Bewusstsein verlieren. Die Wahrnehmung der Unterzuckerung sei deshalb Voraussetzung für die Fahreignung und damit die Verkehrssicherheit.

Warnzeichen einer Unterzuckerung

Folgende Anzeichen können bei Ihnen auf eine Unterzuckerung hinweisen:

  • Schweißausbrüche
  • Zittrigkeit
  • Schneller Puls
  • Heißhungerattacken
  • Konzentrationsstörungen
  • Sehstörungen
  • Lähmungserscheinungen

Regelmäßig Blutzuckerspiegel messen

Diabetiker, die viel mit dem Auto unterwegs sind, sollten deshalb ein paar Dinge beachten. Legen Sie vor allem bei längeren Fahrten alle zwei Stunden eine kurze Pause ein, um Ihren Blutzuckerspiegel zu messen. Macht sich eine Unterzuckerung bemerkbar, greifen Sie am besten zu schnell wirkenden Kohlenhydraten. Dazu gehören Traubenzucker, Obstsaft und Softdrinks. Die Fahrt sollte erst fortgesetzt werden, wenn der Blutzucker wieder ein normales Level erreicht hat. Nicht fahren dagegen sollten Menschen, die ihre Unterzuckerung nicht erkennen.

Für immer fahruntauglich?

"Wer innerhalb eines Jahres zwei Mal im Wachzustand so stark unterzuckert war, dass er fremde Hilfe benötigt hat, ist als Autofahrer ungeeignet", erklärt Finck. Trotzdem müssten die Betroffenen nicht für immer auf das Autofahren verzichten. Maßnahmen wie Unterzuckerungs-Wahrnehmungstrainings, einer Änderung der Therapie sowie vermehrte, regelmäßige Blutzuckerselbstkontrollen können helfen, die Fahreignung wiederherzustellen.

Insgesamt sechs Millionen Menschen in Deutschland sind von Diabetes betroffen. In der Unfallstatistik nehmen Verkehrsteilnehmer mit der Zuckerkrankheit allerdings keine Sonderstellung ein. Sie verursachen genauso oft Unfälle wie Nichtdiabetiker.

Stand: 30.07.2014

Redaktion:

Quelle: Pressemitteilung Diabetes Herbsttagung 2012. Diabetes und Autofahren. 31.10.2012