Frühwarnsignal für Arthrose

Gelenkverschleiß trifft jeden früher oder später.

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Arthrose ist nicht heilbar – trotzdem ist es gut, wenn sie früh entdeckt wird. So lässt sich zumindest teilweise ein weiterer Verschleiß verlangsamen. Hinweise auf eine bevorstehende Erkrankung könnte eine einfache Alltagstätigkeit geben, fanden britische Forscher heraus. Erfahren Sie außerdem in der Klickstrecke, wie Sie sich Arthrose möglichst lange vom Hals halten können.

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„Im Moment ist noch wenig bekannt über frühe Anzeichen von Arthrose“, erklärt Philip Conaghan. Dabei sei es sehr wichtig auch den anfänglichen Verlauf der beschwerlichen Erkrankung zu verstehen, auch um vielleicht noch bessere Therapien entwickeln zu können. Darum sah sich der Forscher der University of Leeds mit einigen Kollegen die Daten von über 4.500 Personen an. Diese litten entweder bereits unter Arthrose oder waren stark gefährdet, in nächster Zeit spürbar unter dem Gelenkverschleiß zu leiden.

Denn es gibt einige bekannte Faktoren, die den Verschleiß vorantreiben. Ob jemand frühzeitig oder wie stark jemand erkrankt, hängt unter anderem von der individuellen Genausstattung ab. Aber auch Fehlstellungen der Gelenke, etwa durch Verletzungen, oder weil sie angeboren sind, erhöhen die Wahrscheinlichkeit für die einseitige Gelenkabnutzung. Des Weiteren sind auch Stoffwechselerkrankungen – zum Beispiel Diabetes mellitus – als Risikofaktoren bekannt.

Zwicken im Knie beim Treppensteigen

Über einen Zeitraum von sieben Jahren füllten die Probanden immer wieder Fragebögen aus. Darin gaben sie unter anderem Auskunft, bei welchen Tätigkeiten des täglichen Lebens  Schmerzen auftraten und wie stark diese waren.

Das Ergebnis: Erstmalig kündigte sich die Arthrose durch vermehrtes Zwicken im Knie während des Treppensteigens an. Schritt die Erkrankung weiter fort, bereitete auch das normale Gehen Beschwerden. Dann tat auch das Stehen und Sitzen weh. Bei voller Ausprägung der Arthrose bereitete schließlich auch das Liegen im Bett Pein. „Nachdem wir dies nun wissen, können wir früher einschreiten“, hoffen die Wissenschaftler. So seien vielleicht auch wirksamere Therapien möglich, die das schmerzhafte Leiden in Schach halten.

Schleichender Knorpelabbau

Arthrose ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung. Dabei nutzt sich die Knorpelschicht zwischen den Gelenken ab, die diese eigentlich schützen soll. Darunter können mit der Zeit auch die Knochen oder sogar Muskeln leiden. Vor allem aber bereitet die Arthrose mitunter erhebliche Schmerzen, die die Lebensqualität empfindlich einschränken können.

Arthrose-Therapie: Bewegung

Trotzdem ist Arthrose kein Schicksal! Gerade vorbeugend gibt es einige Sachen, die man tun kann. Dazu gehört zum Beispiel Fehlstellungen zu korrigieren oder überflüssige Pfunde loszuwerden. Ein Schlüssel sowohl präventiv, als auch für die Behandlung von Arthrose, ist aber Bewegung. Denn wer aktiv bleibt, festigt zum einen die Muskulatur, die die Gelenke stützt. Zum anderen sorgt er dafür, dass das Knorpelgewebe gut mit Nährstoffen versorgt wird. Dabei hilft schon wenig viel: Wer zur Arthrose-Prävention etwas tun möchte, kann versuchen, einfach mehr Aktivitäten in seinen Alltag zu integrieren, zum Beispiel die Treppe statt den Aufzug zu nehmen oder regelmäßig für kurze Wege das Fahrrad zu benutzen. Wichtig ist nur, dass es Bewegungsarten sind, die die Gelenke nicht belasten.

Sind dafür die Schmerzen schon zu stark, hält die Schulmedizin einige Medikamente bereit, um dies trotzdem zu ermöglichen. Diese können auch entzündliche Prozesse im Zaum halten. Im Extremfall erhalten Patienten mit sehr starken Beschwerden ein künstliches Gelenk. Aber auch damit ist Bewegung statt Schonung angesagt.

Stand: 22.01.2015
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Quellen:

  • Elizabeth M. A. Hensor et al. Toward a Clinical Definition of Early Osteoarthritis: Onset of Patient-Reported Knee Pain Begins on Stairs. Data From the Osteoarthritis Initiative. Arthritis Care & Research, 2015; 67 (1): 40 DOI: 10.1002/acr.22418
  • Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.; www.dgrh.de; (Abruf 20.10.2015)