Gelenkverschleiß – das sind die Warnzeichen

Gelenkverschleiß früh erkennen

© Astrid Gast - Fotolia

Gelenkschmerzen kennt fast jeder – die Ursachen dafür können unterschiedlichster Natur sein. Einer der häufigsten Gründe für die Beschwerden – vor allem je älter jemand wird – ist die Abnutzung der Gelenke (Arthrose). Besonders tückisch ist, dass Arthrose schleichend und oft unbemerkt entsteht. Dabei ist es wichtig, den Gelenkverschleiß so früh wie möglich zu erkennen und ihm Einhalt zu gebieten. Auf diese Warnzeichen sollten Sie deshalb achten.

Mehr zum Thema

Ein leichtes Ziehen in den Knien beim Treppensteigen? Schmerzen in der Hüfte nach dem Aufstehen? Fast die Hälfte aller über 45-Jährigen leidet unter Gelenkschmerzen. Nehmen Sie das nicht auf die leichte Schulter oder ignorieren die Beschwerden gar. Auch wenn die Schmerzen erst einmal nur selten vorkommen – eine ausgeprägte Arthrose entsteht langsam und nicht von heute auf morgen.

Anlaufschmerz und Ermüdungserscheinungen

Zu den ersten Anzeichen einer Arthrose zählt häufig der sogenannte „Anlaufschmerz“. Wer sich nach einer längeren Ruhephase wieder in Bewegung setzt, spürt dabei ein leichtes unangenehmes Ziehen in den belasteten Gelenken. Meist verschwinden diese Beschwerden nach ein paar Metern wieder, weshalb sie manchmal nicht ernst genommen werden. Außerdem ermüden Betroffene leichter, ihre Gelenke fühlen sich „steif“ und schlechter beweglich an. Viele Arthrose-Patienten fangen jetzt an, ihre Gelenke zu schonen, um den Schmerzen aus dem Wege zu gehen.

Beschwerden werden sichtbar

Im Verlauf der Erkrankung nehmen die Schmerzen dann allerdings zu. Das heißt, sie verschwinden nicht schnell wieder, sondern wirken noch längere Zeit nach – dieses Stadium kann mitunter Jahre anhalten. Typisch sind während dieser Zeit immer wiederkehrende, akut schmerzhafte Phasen, die durch eine Entzündung der Gelenkinnenhaut verursacht werden. Mit dieser Entzündungsreaktion gehen nun auch die typischen Symptome einher, wie:

  • geschwollene Gelenke
  • Überwärmung
  • Rötung
  • Spannungsgefühle

Die Arthrose verursacht nun deutlich stärkere Schmerzen, die Beweglichkeit ist zunehmend eingeschränkt. Hinzu kommt, dass die Betroffenen häufig empfindlich auf einen Wetterumschwung reagieren und sich die Beschwerden bei Kälte und Nässe verschlimmern.

Bewegungseinschränkungen und „Knackgeräusche“

Patienten, die in dieser Phase der Erkrankung immer noch keinen Arzt aufsuchen, um mithilfe einer geeigneten Therapie die noch intakten Knorpel so gut es geht zu schützen, riskieren schwere Gelenkschäden. Schreitet der Verschleiß fort, kommt es zu massiven Bewegungseinschränkungen und anhaltenden Schmerzen – und die treten selbst dann auf, wenn die Gelenke kaum oder gar nicht bewegt werden. Dies liegt aber nicht nur daran, dass die Knochen durch die fehlenden Knorpel in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch Muskeln, Bänder und Sehnen, die die Gelenke stabilisieren und unmittelbar an ihnen angrenzen, werden gereizt und können Schaden nehmen.

Letztendlich werden die Beeinträchtigungen auch durch „Knackgeräusche“ hörbar. Im schlimmsten Fall haben Arthrose-Patienten dauernd Schmerzen und können sich nicht mehr richtige bewegen – das schränkt die Lebensqualität beträchtlich ein.  

Arthrose zerstört Knorpel

Generell können alle Gelenke von Arthrose betroffen sein. Denn wenn die Knorpel zwischen den Gelenkflächen brüchig werden und nach und nach verschwinden, verändert sich auch der Knochen: Dieser ist dann nicht mehr frei beweglich, er entzündet sich, schwillt an und schmerzt. Das kann sowohl bei den Fingergelenken als auch bei Fuß- oder Hüftgelenken vorkommen. Meistens machen sich die Schmerzen allerdings erst an den Stellen bemerkbar, die lebenslang viel Gewicht tragen mussten oder häufig  beansprucht wurden – also zum Beispiel an Handgelenken, Knien und Hüfte.

Wichtig zu wissen ist, dass der zu Grunde gehenden Knorpel selbst keine Schmerzen auslöst. Das heißt: Er wird eigentlich völlig unbemerkt brüchig. Die Beschwerden treten erst dann auf, wenn die Gelenkinnenhaut aufgrund der schwindenden Knorpel-Puffermasse in Mitleidenschaft gezogen wird.

Beschwerden abklären lassen

Da eine Arthrose nicht „von selber verschwindet“, sollte bei den ersten Anzeichen ein Arzt konsultiert werden. Zwar können die zerstörten Knorpel nicht wieder hergestellt werden, man kann die übrig gebliebenen Knorpel aber schützen. Eine Möglichkeit ist dabei die medikamentöse Schmerztherapie – denn der beste Schutz ist eigentlich Bewegung. Dadurch wird die Versorgung des Knorpels angeregt und sichergestellt.

Viele Betroffene meiden Bewegung aber, aus Angst vor Schmerzen. Hier bauen Medikamente die Hemmschwelle ab. Zusätzlich kann auch ein normales Körpergewicht helfen, die Schäden einzudämmen und den Leidensdruck zu mildern. Wer also zu viel Hüftgold mit sich herumträgt, sollte Gewicht reduzieren – das tut auch den Gelenken gut. Was Sie noch gegen Arthrose tun können, lesen Sie auch in dieser Bildergalerie.

Stand: 05.01.2017
Autor:

Quellen:

  • Deutsche Rheuma-Liga: Arthrose; www.rheuma-liga.de (Abruf: 03.01.2017)
  • Robert Koch-Institut: Arthrose; www.rki.de (Abruf 03.01.2017)