Grippe – so funktioniert die Ansteckung

Gefährliche Grippeviren

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Grippeviren lieben trockene Luft – deswegen fühlen sich die winzigen Erreger gerade im Winter besonders wohl. Beheizte Räume und die kalte Luft draußen bieten ihnen ideale Lebensbedingungen. Die Gefahr sich mit den hochansteckenden Viren zu infizieren ist in den Wintermonaten deswegen besonders hoch. Wie sich die Erreger verbreiten und wo die größten Virenfallen lauern, erfahren Sie hier.

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Krank aus heiterem Himmel

Eine Grippe (Influenza) beginnt oft wie aus heiterem Himmel - plötzlich führen hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, starker Husten und Abgeschlagenheit zu einem starken Krankheitsgefühl. Schuld an einer Infektion sind Viren, die entweder durch Mikrotröpfchen oder durch mit den Erregern verschmutzte Gegenstände übertragen werden.

So werden die Erreger übertragen

Hustende und niesende Mitmenschen katapultieren Millionen mikroskopisch kleiner Tröpfchen mit Viren in die Luft. Beim Einatmen gelangt das sogenannte Aerosol dann auf die Schleimhäute. Dort nisten sich die Viren ein und vermehren sich mithilfe der Vervielfältigungsmaschinerie der menschlichen Zellen. Besonders leichtes Spiel haben die Viren, wenn die Schleimhäute durch die trockene Heizungsluft zusätzlich gereizt sind und sie leichter in den Körper eindringen können.

Ein zweiter Übertragungsweg ist die Schmierinfektion: Beim Husten und Niesen gelangen die Erreger nämlich nicht nur in die Luft, sondern verteilen sich auch auf Gegenständen. Auf einer Türklinke können die Viren mehrere Wochen überleben. Vorausgesetzt, sie finden optimale Lebensbedingungen vor. So leben die Viren beispielsweise besonders lange, wenn Temperaturen nahe des Gefrierpunkts vorherrschen. Forscher vermuten, dass sie eine Art „Gelmantel“ vor der Kälte schützt.  

Geschwächte Abwehr im Winter

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum die Grippeviren im Winter besonders leichtes Spiel haben. Wenn die Temperaturen sinken, zieht der Organismus das Blut aus Händen, Füßen aber auch aus den Schleimhäuten ab. So schützt er den Körper vor einem zu großen Wärmeverlust. Durch die schlechtere Durchblutung ist aber auch die Abwehrkraft geschwächt. Folglich stehen den Erregern weniger Antikörper und Fresszellen gegenüber. Um die Grippeviren in Schach zu halten, muss der Körper außerdem immer neue spezifische Antikörper entwickeln, da sich die Influenzaviren ständig verändern.

Gefährliche Viren

Eine Erkältung dauert durchschnittlich rund eine Woche – bei einer echten Grippe geht es den Betroffenen oft deutlich länger schlecht. Während junge Menschen, die keine weiteren Krankheiten haben, nach einer Grippe meist ohne weitere Komplikationen genesen, kann sie für Ältere, Schwangere oder kleine Kinder sogar lebensgefährlich werden. An dem Virus selbst sterben die Betroffenen zwar nicht, es kann aufgrund der geschwächten Abwehr aber zu einer Zweitinfektion, etwa einer bakterielle Lungenentzündung, kommen. 20.000 von rund einer Million infizierter Menschen sterben jährlich an den Folgen einer Grippe.

Impfung bietet den besten Schutz

Eine Grippeimpfung bietet den besten Schutz gegen eine Influenza. Der optimale Zeitpunkt dafür ist zwischen September und November – dann hat der Körper ausreichend Zeit, um passende Antikörper zu bilden. Doch auch zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Impfung noch sinnvoll. Gerade chronisch Kranke, Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen, die viel mit anderen in Kontakt kommen, sollten sich impfen lassen, rät die Ständige Impfkommission (STIKO).

Weitere Maßnahmen zum Schutz vor den gefährlichen Erregern sind Stoßlüften und ein feuchtes Raumklima. Regelmäßiges und häufiges Händewaschen hilft ebenfalls im Kampf gegen die Grippeviren.

Stand: 22.11.2016
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Quellen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Schutz vor Infektionskrankheiten.
  • Robert-Koch-Institut (RKI). Wir gegen Viren.
  • Noti J.D. et al.: High Humidity leads to loss of infectious influenza virus from simulated coughs, PloS ONE (2013), doi: 10.1371/journal.phone.0057485