Herzinfarkt durch Jobverlust

Ein Herzinfarkt ist immer ein Notfall, mit mitunter tödlichen Folgen. Forscher haben eine neue Risikogruppe entdeckt.

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Ein Herzinfarkt ist immer ein Notfall, mit mitunter tödlichen Folgen. Etwa 300 von 100.000 Menschen in Deutschland trifft ein Herzkollaps jedes Jahr, Männer dabei doppelt so häufig wie Frauen. Forscher haben jetzt eine neue Risikogruppe für das Herzleiden ausgemacht: Erfahren Sie hier, wer besonders gefährdet ist.

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Jobverlust zu Herzen nehmen

Über einen Zeitraum von 18 Jahren untersuchten die Wissenschaftler des Duke Clinical Research Institute in den USA 13.000 Teilnehmer im Alter zwischen 51 und 75. Das Ergebnis: Verloren die Probanden ihren Job, stieg das Herzinfarktrisiko um 27 Prozent und sogar um 63 Prozent, wenn dies viermal oder öfter passierte.

Qualmen schlecht fürs Herz

Nach Angaben der Forscher erhöht ein Jobverlust das Infarktrisiko ähnlich wie Rauchen. Wer oft zum Glimmstengel greift, steigert das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden um 44 Prozent. Rauchen fördert die Gefäßverkalkung, da es das Innere der Blutgefäße schädigt. So steigt auch das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen), die zum Herzinfarkt führen können.
Die grundlegenden Auslöser für einen Herzinfarkt sind bei fast allen Betroffenen ähnlich. Unterschiedlich sind dagegen die Beschwerden, die auf einen Infarkt hinweisen. Sie fallen bei Männern und Frauen unterschiedlich aus.

Versteckte Gefahr Geschlechtsunterschied

Beim Mann treten Symptome wie starke Brustschmerzen, Schmerzen im linken Arm, Angstgefühl, Atemnot oder starke Schwindelgefühle auf. Bei Frauen dagegen sind die Symptome anders, weshalb Herzinfarkte bei ihnen meist erst viel später erkannt werden. Sie leiden vor allem unter Müdigkeit, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit oder Magenbeschwerden.

Dadurch wird ein Herzinfarkt ausgelöst

Ausgelöst wird ein Herzinfarkt in den allermeisten Fällen durch eine Koronare Herzerkrankung (KHK), die durch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel oder Rauchen begünstigt wird. Die dadurch verursachte Arterienverkalkung führt zu einer immer schlechteren Durchblutung, bis hin zum Gefäßverschluss. Ist die Blutversorgung zum Herzen letztlich komplett unterbrochen, kommt es zum Herzinfarkt.

Bei einem Herzinfarkt muss das geschlossene Blutgefäß so schnell wie möglich wieder geöffnet werden, damit das Herz ausreichend durchblutet wird. Zum Einsatz kommen beispielsweise Medikamente, die das Gerinnsel auflösen oder Herzkatheter um die Gefäße zu erweitern.

Stand: 08.01.2013

Vorlage: Ingrid Müller
Redaktion:

Quelle:

  • Dupre E. et al. The Cumulative Effect of Unemployment on Risks for Acute Myocardial Infarction. JAMA Network.
  • Deutsche Herzstiftung e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2012