Das hilft bei Ohrenschmerzen

Natürliche Hilfsmittel gegen Ohrenschmerzen: Wie Zwiebel, Knoblauch, Sesamöl & Co. helfen

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Es muss nicht immer gleich der Arzt ran: Leichte Ohrenschmerzen lassen sich oft auch selbst behandeln. Die Pflanzenheilkunde vertraut auf Zwiebel und Knoblauch, die Aromatherapie setzt auf Ohrmassagen mit ätherischen Ölen und Homöopathen greifen etwa zu Globulis: Diese wirksamen Tipps helfen gegen Ohrenschmerzen. Was Ohrenschmerzen auslösen kann, erfahren Sie in unserer Klickstrecke.

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Wenn es im Ohr zieht, pocht oder sticht, kann das viele Gründe haben. Bei Kindern kann schon mal eine Murmel oder Holzperle im Ohr Schuld an den Beschwerden sein. Ansonsten ist die Ursache oft eine Mittelohrentzündung: Besonders während einer Erkältung entwickeln sich bei den Betroffenen heftige, pulsierende Schmerzen im Ohr. Wenn dagegen vor allem nach dem Schwimmen oder Duschen plötzliche Ohrenschmerzen auftreten, kann der äußere Gehörgang entzündet sein. Ein einfacher Test bringt Klarheit: Wenn der Schmerz verstärkt wird, wenn man am Ohrläppchen zieht, ist die Ohrenentzündung meist die Ursache. Das Problem kann aber auch ganz woanders liegen:  Ein entzündeter Zahn, Kiefergelenksprobleme oder ein Bluterguss bzw. eine Verletzung der Ohrmuschel können Ohrenschmerzen verursachen.

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen

Leichte Ohrenschmerzen lassen sich in vielen Fällen selbst behandeln. Eventuelle Gegenstände im Ohr müssen natürlich entfernt werden (am besten vom Arzt). Haben die Ohrenschmerzen andere Ursachen können folgende Tipps die Beschwerden lindern.

Wundersame Zwiebel

Die Zwiebel mit ihrer keim- und entzündungshemmenden Wirkung ist ein probates Hausmittel bei Mittelohrentzündung. Als warme Auflage lindert sie die Ohrenschmerzen, lässt die angeschwollene Schleimhaut im Ohr abschwellen und wirkt schleimlösend.

So wird es gemacht: Eine Zwiebel fein hacken, zerdrücken und ohne Fett kurz andünsten. Den Zwiebelbrei dann in ein Taschentuch bzw. dünnes Tuch geben, (nicht zu heiß) auf das schmerzende Ohr legen, mit einem Leinentuch (Küchenhandtuch) abdecken und einem Stirnband oder einer Mütze befestigen. Die Auflage bleibt solange am Ort, solange sie warm ist. Mehrmals täglich wiederholen.

Übrigens kann man Zwiebelstücke auch direkt hinter dem erkrankten Ohr auf die Haut legen und dort so lange einwirken lassen, bis die Zwiebel eingetrocknet ist.

Antibakterieller Knoblauch

Ein anderes pflanzliches Heilmittel, das bei Mittelohrentzündung zum Einsatz kommt, ist der Knoblauch mit seiner lokal antibakteriellen Wirkung. Träufeln Sie den frischen Saft einer Knoblauchzehe auf einen Wattebausch und geben Sie diesen für einige Zeit in das Ohr. Voraussetzung für diese Behandlung ist allerdings ein intaktes Trommelfell!

Kälte kann helfen

Während bei Mittelohrentzündung Wärme gut tut, wird bei einer Entzündung im äußeren Gehörgang meist Kälte als angenehmer empfunden - Wärme würde hier die Schmerzen nur verschlimmern. Für die Kälteanwendung wird ein Wattebausch in hochprozentigen Alkohol (Schnaps, medizinischer Alkohol) getränkt und dann in die Ohrmuschel eingelegt. Sobald der Kältereiz nachlässt, wird das Ganze wiederholt.

Eine alternative Kälteanwendung ist ein in ein Leinentuch abgedeckter Eisbeutel, der auf das schmerzende Ohr gelegt wird. Achtung: Bei allen Kälteanwendungen gilt, dass sie sofort abgebrochen werden müssen, wenn der Patient die Kälte als unangenehm empfindet! Achten Sie zudem darauf, dass kein Wasser in den Gehörgang gelangt (z.B. durch Haare waschen, duschen), solange die Entzündung nicht komplett abgeheilt ist.

Alternative Heilmethoden

In der Aromatherapie werden Ohr-, Kopf- oder Nackenmassagen empfohlen, um die Beschwerden einer Mittelohrentzündung zu lindern. Für die Massage wird Lavendel-, Königskerzen-, Kamillen- oder Teebaumöl verwendet.

Ayurveda-Experten raten bei Ohrenschmerzen, wiederholt warmes Sesamöl in den Gehörgang zu träufeln.

Auch ein Versuch mit homöopathischen Mitteln kann sich bei Ohrenschmerzen lohnen. Aconitum wird von Homöopathen bei plötzlich einsetzenden Ohrenschmerzen nach Kälteeinwirkung angewendet, Hepar sulfuris bei stechenden Ohrenschmerzen mit eitrigem Sekret. Pulsatilla pratensis und Calcium jodatum werden bei Neigung zu Mittelohrentzündung empfohlen. Belladonna geben Homöopathen bei bei pochenden Ohrenschmerzen mit hohem Fieber - allerdings gilt es bei hohem Fieber immer folgendes zu beachten:.

Rechtzeitig zum Arzt

Vorsicht! Eine Selbstbehandlung bei Ohrenschmerzen empfiehlt sich nur kurzfristig zur Linderung der Beschwerden. Wenn die Schmerzen nicht innerhalb von ein bis zwei Tagen nachlassen, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen! Bei heftigen Beschwerden, stärkeren Begleitsymptomen oder bei Babys mit Ohrenschmerzen sollten Sie sofort ärztlichen Rat einholen.

Stand: 08.12.2016
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Quellen:

  • Faber, So. et al.: Das Trias Handbuch Richtig selbst behandeln, Thieme Verlag, 2007.
  • Jänicke, C. & Grünwald, Dr. J.: Alternativ heilen, Gräfe und Unzer Verlag, 2006.