Rheumatoide Arthritis - Warnsignale ernst nehmen

Ihre Fingergelenke schmerzen, sind entzündet, steif und geschwollen? Diese Alarmzeichen deuten auf eine Rheumatoide Arthritis hin

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Menschen mit Rheumatoider Arthritis können manchmal kaum eine Tasse Kaffee halten. Ihre Fingergelenke schmerzen, sind entzündet, steif und geschwollen. Bleibt die chronische Gelenkentzündung unbehandelt, verlieren die Gliedmaßen im schlimmsten Fall ihre Funktion. Nur wenn die Erkrankung frühzeitig entdeckt wird, lässt sich das Fortschreiten bremsen. Folgende Alarmsignale weisen auf eine Rheumatoide Arthritis hin.

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Etwa 440.000 Menschen in Deutschland leiden nach Angaben der Rheuma-Liga unter Rheumatoider Arthritis. Andere Quellen gehen von viel höheren Zahlen aus. Betroffen sind meist Ältere zwischen 50 und 70 Jahren. Aber etwa 15 Prozent der Erkrankten sind jünger als 40, darunter können auch Kinder sein. Frauen betrifft die Krankheit mindestens doppelt so häufig wie Männer.

Schleichender Krankheitsverlauf

Anfangs bemerken viele Betroffene diese unheilbare Krankheit nicht, weil sie uncharakteristische Symptome verursacht. Sie verläuft schleichend und zieht die Gelenke erst nach und nach in Mitleidenschaft. Die Gelenke werden steif, krumm und teilweise sogar bewegungsunfähig. Dann werden alltägliche Dinge, etwa das Tippen auf einer Computertastatur, mit der Zeit unmöglich.

Die Warnsignale

Der Beginn einer Rheumatoiden Arthritis ist oft schwer erkennbar. Erste Symptome können Müdigkeit, Gewichtsverlust oder leichtes Fieber sein. Im weiteren Verlauf deuten folgende Symptome auf die Erkrankung hin:

Steife Finger am Morgen
Vor allem morgens kommt es zu Gelenkproblemen. Die Finger schmerzen und sind steif, außerdem ist die Durchblutung einzelner Gliedmaßen unter Umständen gestört. Später werden die Beschwerden dann stärker und kommen häufiger vor.

Angeschwollene Gelenke
Die klassischen Gelenkentzündungen treten meist zuerst an den kleinen Fingergelenken auf - fast immer parallel an beiden Händen. Dabei schwellen die Gelenke an, röten sich und schmerzen. Später greift die Krankheit auf die anderen Gelenke über. Auch Sehnenscheidenentzündungen kommen vor. Blutgefäße oder innere Organe sind eher selten betroffen.

Starke chronische Schmerzen
Durch die Entzündungen werden die Gelenke zerstört, was starke chronische Schmerzen hervorruft. In der Folge verformen und versteifen sie sich. Im schlimmsten Fall verlieren sie ihre Funktion. Etwa 25 Prozent der Betroffenen leiden außerdem unter gummiartigen Knoten an den Gelenken.

Lebenslange Behandlung

Die Rheumatoide Arthritis verläuft von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche leiden unter permanenten leichten oder starken Schmerzen, andere dagegen haben jahrelang kaum Beschwerden. Um das Fortschreiten dieser Autoimmunerkrankung zu stoppen, müssen Patienten ein Leben lang Medikamente einnehmen.

Eingesetzt werden sogenannte Basistherapeutika. Das sind Arzneimittel, die in das Entzündungsgeschehen eingreifen und die Zerstörung der Gelenke verlangsamen. Die Wirkung setzt erst mehrere Wochen oder Monate nach Beginn der Therapie ein. Dafür hält sie lange an.

Stand: 05.08.2014
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Quelle:

  • Leitlinien der Dt. Ges. f. Rheumatologie (DGRh): Rheumatoide Arthritis (Stand: Juli 2004.
  • Leitlinien der Dt. Ges. f. Rheumatologie (DGRh): Management der frühen rheumatoiden Arthritis (Stand: August 2011)
  • Wollenhaupt J.: Gerontorheumatologie. Besonderheiten der Klinik, Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen im Alter. Thieme Verlag. 1. Auflage 2003
  • Villiger P.M. et al.: Rheumatologie in Kürze. Thieme Verlag. 2. Auflage 2006
  • Zeidler H. et al.: Differenzialdiagnose rheumatischer Erkrankungen. Springer Verlag. 4. Auflage 2009
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag 2011