Trockene Augen – was Sie dagegen tun können

Sie sind rot, brennen und jucken - trockene Augen sind lästig. Woher das kommt und was Sie dagegen tun können.

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Sie sind rot, brennen und jucken - trockene Augen sind lästig. Die Wahrscheinlichkeit steigt allerdings mit fortgeschrittenem Alter, dass es Ihre Auge auch mal erwischt. Besonders gefährdet sind die Augen bei kälteren Temperaturen. Aber auch zu viel Bildschirmarbeit kann ihren Tribut fordern. Erfahren Sie hier, was Sie für Ihre Augen tun können.

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Es drückt, als würde ein Sandkorn das Auge reizen - und doch bleibt die Suche im Auge ergebnislos. Eindeutiges Symptom des "Trockenen Auge"-Syndroms. Dabei ist die Befeuchtung der Augenoberfläche gestört - entweder, weil sich die Zusammensetzung des Tränenfilms geändert hat, weniger Flüssigkeit produziert wird oder weil der Betroffene am "Office-Eye-Syndrom" leidet. Eine Begriff aus dem Büroalltag: Beim Starren auf den Computerbildschirm nimmt nämlich die Frequenz des Lidschlags ab.

Gesunder Tränenfilm

Tränenflüssigkeit ist sehr wichtig für die Gesundheit der Augen. Zum einen hält sie die Oberfläche der Augen glatt und elastisch, zum anderen versorgt sie die transparente Hornhaut mit Nährstoffen und Sauerstoff. Außerdem sind in ihr Substanzen enthalten, die es Keimen schwer machen, das Auge anzugreifen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Trockene Augen sind besonders anfällig für Infektionen.

Wodurch entsteht ein trockenes Auge?

Grundsätzlich ist die Steuerung der Tränenproduktion eine komplizierte Angelegenheit. "Wenn wir müde sind, gehen viele Aktivitäten des Körpers zurück", erklärt Gerd Geerling vom Berufsverband der Augenärzte in Deutschland. "Auch die Tränendrüse produziert dann weniger Flüssigkeit. Die Folge ist, dass der schützende Tränenfilm auf der Hornhaut zu dünn wird und reißt. Und wenn die Augen trocken werden, fangen sie an zu jucken."

Auch das Alter und die Hormone spielen eine Rolle. Viele Frauen leiden an trockenen Augen, wenn sie wegen Beschwerden in der Menopause mit Hormonen behandelt werden. Es gibt zudem Krankheiten, die trockene Augen fördern können. Dazu gehören Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen. Einen negativen Effekt auf die Tränenproduktion können auch manche Medikamente wie Betablocker, Aspirin oder Wirkstoffe gegen Allergien (Antihistaminika) haben.

Die Lebensumgebung spielt ebenfalls eine große Rolle: Zugluft, Trockenheit und Zigarettenrauch bewirken zum Beispiel eine schnellere Verdunstung des Tränenfilms. Viele Menschen klagen auch über zu wenig Flüssigkeit im Auge, wenn sie viel am Bildschirm arbeiten. Das liegt daran, dass die "Zwinkerfrequenz" bei konzentrierten Bildschirmarbeiten oft herabgesetzt ist. Wichtig ist hierbei, den Augen immer wieder eine Pause zu gönnen und den Lidschlag bewusst auszuführen.

Kampf der Augendürre

Trockene Augen können nicht nur zu schmerzhaften Entzündungen führen. Im schlimmsten Fall können Betroffene durch entstehende Hornhautgeschwüre erblinden. Wer von brennenden, geröteten, trockenen oder stark tränenden Augen und einem Fremdkörpergefühl geplagt wird, sollte unbedingt einen Augenarzt aufsuchen.

Enstehen durch die trockenen Augen starke Beschwerden, helfen oft sogenannte künstliche Tränen. Diese der natürlichen Tränenflüssigkeit nachempfundenen Lösungen gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen. Welche am besten geeignet ist, kann Ihr Augenarzt bestimmen.

Gleichzeitig sollten Sie auch darauf achten, das Raumklima zu verbessern. Wichtig ist zum Beispiel eine ausreichende Luftfeuchtigkeit - Lüften ist deswegen Pflicht. Sie sollten auch genügend trinken, ein intakter Flüssigkeitshaushalt unterstützt Ihren Körper bei der Tränenproduktion. Vorsicht ist auch bei der Wahl von Kosmetika geboten - hier sollten Betroffene auf reizarme Produkte achten.

Einen kleinen Trick gibt es übrigens: Bewusstes Gähnen regt die Tränenproduktion an. Das hilft, ein trockenes Auge kurzfristig wieder zu befeuchten

Augen gesund halten

Ihre Augen sind zum Sehen da, sie müssen also nicht geschont werden. Trotzdem können Sie das eine oder andere tun, um die Gesundheit Ihrer Augen zu unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel alle Tätigkeiten, die die Durchblutung des Körpers fördern. Körperliche Bewegung oder beispielsweise Kneipp-Kuren sind auch gut für Ihre Sehorgane.

Ebenfalls wichtig ist eine gesunde Ernährung - achten Sie auf eine ausreichende Vitaminzufuhr. Dass man mit Lebensmitteln auch die Augen "schärfen", also Sehschwächen entgegenwirken kann, ist allerdings ein Mythos. Rauchen ist übrigens nicht nur wegen der Gefahr der Augentrockenheit eine Gefahr für die Augen - es verringert die Durchblutung des Sehnervs.

Sonnenbrillen - nicht nur ein Accessoire

Ebenfalls wichtig - im Winter, wie im Sommer - ist, dass Sie Ihre Augen vor zu viel UV-Strahlung schützen. Beim Kauf einer Sonnenbrille heißt es allerdings: Augen auf, denn dunkle Gläser sind nicht gleichbedeutend mit gutem UV-Schutz. Augenärzte empfehlen, dass die Brille die Augen optimal abdecken, also von den Augenbrauen bis zum seitlichen Gesichtsrand reichen sollte. Das Modell sollte auch ein CE-Zeichen haben. Dieses beweist, dass die Brille den in Europa geltenden Qualitätsanforderungen entspricht. Angenehmer Nebeneffekt der Sonnenbrillen -  um die Augen entstehen weniger Sonnenfalten.

Stand: 31.08.2016
Autor:

Vorlage: Markus Batscheider

Quellen:

  • Schirra, F. und Ruprecht, K. W.: Das trockene Auge. Ein Update über Epidemiologie, Diagnose, Therapie und neue Konzepte (Der Ophthalmologe, Springer Verlag 2004, Band 101, Nr. 1, Seiten 10-18)
  • Bundesverband der Deutschen Augenärzte (BVA)
  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008