Zu viel Ohrenschmalz kann Tinnitus auslösen

Zu viel Ohrenschmalz kann Tinnitus auslösen

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So banal es klingt: Quälende Ohrgeräusche werden manchmal ganz simpel durch einen großen, verhärteten Pfropf aus Ohrenschmalz verursacht. Tinnitus kann aber noch viele andere und weniger harmlose Ursachen haben - angefangen von Hörsturz bis zu Stoffwechselstörungen. Zehn wichtige Auslöser für die unangenehmen Ohrgeräusche!

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Es klingt oder piept, summt oder rauscht - manche Menschen sind von morgens bis abends einer permanenten Geräuschkulisse ausgesetzt, die ihren Ursprung aber nicht in der Außenwelt hat. "Tinnitus" nennen Mediziner die quälenden Ohrgeräusche, die mal lauter, mal leiser den Betroffenen die Freude am Leben verleiden können. In den meisten Fällen sind die Ohrgeräusche rein subjektiv, das heißt, sie werden nur vom Betroffenen wahrgenommen, lassen sich aber nicht durch spezielle Untersuchungen nachweisen. Die möglichen Ursachen von Tinnitus sind vielfältig. Die wichtigsten für Sie im Überblick:

Ohrenschmalz

Wer aus Hygienegründen mit Wattestäbchen im Gehörgang herumwühlt, schiebt dabei nur das Ohrenschmalz nach hinten bis vor das Trommelfell. Hier bleibt es als Pfropf stecken und trocknet ein. Die Folgen: Man hört schlechter und oft stellen sich auch noch lästige Ohrgeräusche ein. Dann muss der Arzt ran und den Pfropf fachgerecht entfernen, etwa mittels Absaugen. Das beschert dann auch dem Tinnitus ein Ende.
Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Ohren auch ohne Wattestäbchen sauber kriegen.

Hörsturz

Als Hörsturz bezeichnet man einen plötzlichen, meist einseitigen Hörverlust. Seine genaue Ursache ist noch unklar, im Verdacht stehen zum Beispiel Durchblutungsstörungen. Die allermeisten Hörstürze ziehen Tinnitus nach sich. Bei einem Hörsturz sollten Sie schnellstens zum Arzt gehen - nur bei frühzeitiger Behandlung kann das Hörvermögen meist wieder hergestellt werden!

Lärm- und Knalltrauma

Ob Explosion, Presslufthammer oder ohrenbetäubende Musikbeschallung aus Konzertboxen - extremer Lärm kann die Sinneszellen im Ohr schädigen oder sogar das Trommelfell zum Platzen. Hörstörung und Tinnitus können die Folge sein.

Altersschwerhörigkeit

Mit zunehmendem Alter hören die meisten Menschen immer schlechter - die Folge von Abnutzungserscheinungen im Innenohr sowie die Summe aller im Laufe des Lebens aufgetretenen Schädigungen des Hörorgans (etwa durch Lärm). Sehr häufig wird die Altersschwerhörigkeit von Tinnitus begleitet.

Verletzungen

Stricknadeln oder Wattestäbchen im Ohr, ein Schlag oder Sturz auf den Kopf, Murmeln im Gehörgang - Verletzungen und Unfälle können mit Schädigung des Hörorgans und Tinnitus einhergehen.

Medikamente

Manche Medikamente sind ototoxisch, das heißt, sie wirken giftig auf den Hörapparat. Dadurch können sie unter anderem Tinnitus hervorrufen. Zu den ototoxischen Arzneistoffen zählen zum Beispiel Acetylsalicylsäure (in hoher Dosierung), Diclofenac (Schmerzmittel), harntreibende Mittel (Diuretika), Antibiotika aus der Gruppe der Aminoglykoside, Propranolol (bei Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck), Antihistaminika (Allergiemedikamente), Carbamazepin (Epilepsie-Mittel) sowie Chinin (Malaria-Mittel). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie glauben, dass der Tinnitus bei Ihnen durch eingenommenes Medikament verursacht wird.

Mittelohrentzündung

Eine akute Mittelohrentzündung (Otitis media) wird sehr häufig von Ohrgeräuschen begleitet, die aber nach Abklingen der Entzündung wieder verschwinden. Nur bei durch Viren verursachten Grippe-Otitis kann der Tinnitus im schlimmsten Fall erhalten bleiben. Eine chronische Mittelohrentzündung geht eher selten mit Ohrgeräuschen einher.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Hoher Blutdruck, niedriger Blutdruck, Herzklappenfehler, Herzschwäche, Gefäßmissbildungen, Arterienverkalkung (Arteriosklerose) - solche Durchblutungsstörungen können unter Umständen Ohrgeräusche hervorrufen.

Morbus Menière

Drehschwindelanfälle, die von Schwerhörigkeit, Tinnitus, Übelkeit und Erbrechen sowie einem unangenehmen Druckgefühl im Ohr begleitet werden, sind die Hauptmerkmale dieser ernsten Innenohrerkrankung.

Stoffwechselerkrankungen

Manche Stoffwechselstörungen können von Tinnitus begleitet werden, so zum Beispiel Gicht, Diabetes (Zuckerkrankheit), Fettstoffwechselstörungen und  Funktionsstörungen der Schilddrüse. Experten vermuten, dass bei solchen Erkrankungen die Sinneszellen im Ohr zu wenig Sauerstoff erhalten, was die Hörfunktion stört und die Ohrgeräusche auslöst.

Neben den genannten gibt es noch viele weitere Ursachen von Tinnitus, etwa Gebissfehlstellungen oder Tumoren. Lassen Sie Ohrgeräusche auf alle Fälle ärztlich abklären - in vielen Fällen lässt sich etwas tun, damit endlich wieder Ruhe im Ohr herrscht.

Stand: 25.10.2017
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Quellen:

  • Hoffmann, A. & Markus, M.: Tinnitus, Arcadia Publishing, 2009
  • Biesinger, E.: Tinnitus - Endlich Ruhe im Ohr, Georg Thieme Verlag, 2012