Was kann ein Burnout auslösen?

Burnoutgefahr: Zu viel Arbeit, zu wenig Anerkennung

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Emotionale, körperliche und geistige Erschöpfung, das sind die Symptome eine Burnouts. Und es kann jeden treffen - egal ob Manager oder Hausfrau. Grundsätzlich gilt aber: Wer die Ursachen seines seelischen Tiefs kennt, kann leichter etwas dagegen unternehmen. Doch was löst die Ermüdung aus? Lesen Sie hier, wer besonders gefährdet ist.

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Belastende Einflüsse von Innen und Außen

Die Auslöser für das Burnout-Syndrom können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein, jeder reagiert anders auf Belastungen. Meist sind an der Entstehung eines Burnouts aber mehrere Faktoren beteiligt, die zum einen die Persönlichkeit und zum anderen die Umwelt betreffen.

Manche Menschen kommen selbst mit extrem schwierigen Situationen gut zurecht, während andere schon mäßigem Stress kaum gewachsen sind. Diese sind besonders anfällig für das seelische Ausbrennen.

Es gibt aber auch Situationen, die objektiv so belastend und ausweglos sind, dass nur wenige Menschen sie ohne "Ausbrennen" überstehen. Das bezeichnen Experten auch als "Wareout", "Zermürbung" oder "passives Burnout".

Burnout ist auf Sie persönlich zugeschnitten

Die Bedürfnisse und Ziele jedes einzelnen Menschen sind in ihrer besonderen Konstellation einmalig. Ebenso unterschiedlich ist die Umwelt, in der sie leben. Es lässt sich daher nur ein grobes Raster aus inneren und äußeren Faktoren erstellen, das auf den verschiedenen Burnout-Theorien beruht.

Verlierer und Gewinner - es gibt keinen Unterschied

Grundsätzlich scheint es zwei Typen von Menschen zu geben, die ein erhöhtes Burnout-Risiko haben. Dies sind zum einen Menschen mit einem schwachen Selbstbewusstsein, die infolgedessen überempfindlich oder besonders liebebedürftig sind. Zum anderen findet man unter den Burnout-Kandidaten aber auch dynamische, sehr zielstrebige, ehrgeizige Menschen, die sehr viel Idealismus oder Engagement zeigen.

Unrealistische Ziele zermürben die Seele

Ein Burnout kann auch entstehen, wenn Sie Ihrem eigenen Selbstbild nicht gerecht werden können. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen die erfolgreiche Ausübung einer einzigen Rolle nicht gelingt (z.B. als aufopferungsvoller Krankenpfleger oder der erfolgreichen Managerin). Nicht selten entstehen so Zweifel am Sinn des eigenen Handelns. Gründe dafür können unter anderem unrealistisch hoch gesteckte Ziele sein, die nicht oder nur unter unverhältnismäßigem Energieeinsatz zu erreichen sind.

Tipp: Achten Sie darauf, die Ziele an Ihre eigenen Bedürfnisse und nicht an die Erwartungen anderer anzupassen. Denn nicht immer werden die mit einem großen Einsatz verbundenen Ziele auch erreicht oder belohnt. Und das frustriert.

Viele Menschen mit einem Burnout haben zudem Schwierigkeiten, persönliche Schwäche und Hilflosigkeit einzugestehen. Ihnen fällt es oft auch nicht leicht, nein zu sagen - entweder zu anderen oder zum eigenen "inneren Antreiber", der ehrgeizige Menschen zu Perfektion und Höchstleistung anspornt.

Gute Veränderung, böse Veränderung

Viele Burnout-Prozesse starten, wenn sich die Lebenssituation grundsätzlich ändert. Das kann der Studienanfang, Berufseinstieg, Jobwechsel oder ein neuer Vorgesetzter sein. In solchen Phasen wird das eigene Selbstbild manchmal empfindlich erschüttert, Erwartungen werden enttäuscht oder gar Lebensziele zerstört.

Tipp: Sehen Sie positiv in die Zukunft. Nehmen Sie Veränderungen zum Anlass einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Oft scheint vieles auf den ersten Blick schlimmer als es wirklich ist.

Umgekehrt kann aber auch das Ausbleiben einer erhofften Veränderung zu Frustration und Burnout führen, beispielsweise wenn der ersehnte Job an einen anderen Bewerber vergeben wird oder die Beförderung ausbleibt.

Seelenleid - egal ob Privat oder im Beruf

Äußere Faktoren die das Burnout-Risiko erhöhen sind außerdem oft Arbeitsüberlastung, ein Mangel an Kontrolle oder fehlende Anerkennung. Dabei spielt es selten eine Rolle, ob die Belastung aus dem privaten oder beruflichen Umfeld kommt. Ungerechte Behandlung, mangelnde Gerechtigkeit, ungelöste Konflikte mit Mitmenschen oder fehlende Unterstützung können in allen Lebenslagen vorkommen und einen Menschen zum Rande der Verzweiflung und sogar in einen Burnout treiben.

Tipp: Versuchen Sie bei Konflikten mit Kollegen oder Ihren Lieben offen und ehrlich über Ihre Probleme zu reden. Alles was Sie unausgesprochen "herunterschlucken" schadet Ihrer Seele und der Leidensdruck wird immer größer.

Die Seele leidet darüber hinaus aber auch, wenn Sie mit sich selbst nicht im Reinen sind. Ein Konflikt zwischen den eigenen Werten und Überzeugungen und den Anforderungen können sehr belastend sein.

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Wichtig ist auch zu wissen, dass Sie immer die Möglichkeit haben, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Psychologe kann Ihnen zum Beispiel helfen, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. So eröffnen sich Ihnen vielleicht auch neue Lösungsansätze.

 

Stand: 10.09.2015
Autor:

Vorlage: Christiane Fux

Quellen:

  • M. Burisch: Das Burnoutsyndrom. Springer Verlag. 3. Auflage 2006
  • Noll A., Kirschbaum B.: Stresskrankheiten. Vorbeugen und behandeln mit chinesischer Medizin. Urban & Fischer Verlag. 1. Auflage 2006
  • Neurologen und Psychiater im Netz (www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de)
  • Bergner T.:Burnout-Prävention: Das 9-Stufen-Programm zur Selbsthilfe. Schattauer Verlag. 2. Auflage 2007