Burnout greift das Herz an

Nicht nur die Seele leidet - das Herz ist besonders von Burnout betroffen

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Treffen kann es jeden - den gestressten Manager genauso wie den Arbeitslosen. Burnout wird seit einiger Zeit vermehrt als Diagnose gestellt. Das Leiden manifestiert sich aber nicht nur seelisch, wie israelische Forscher jetzt herausfanden. Das Gefühl von Erschöpfung und Ausgebranntsein schlägt sich auch aufs Herz - das Risiko für eine Koronare Herzkrankheit (KHK) steigt drastisch an. Schuld daran sind Plaques in den Herzkranzgefäßen.

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Insgesamt nahmen 8838 gesunde Männer und Frauen zwischen 19 und 67 Jahren an der Studie teil; alle waren berufstätig. Über mehr als drei Jahre überwachten Forscher der Tel Aviv University's Faculty of Management ihre Gesundheit. Besondere Aufmerksamkeit wurde auf Anzeichen von Burnout und erkrankten Herzkranzgefäßen gelegt. Zusätzlich wurden Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen oder familiäre Herzkrankheiten einbezogen.

Alarmierende Ergebnisse

Bei 93 Teilnehmern wurde eine KHK diagnostiziert. Ein Burnout war mit einem 40 Prozent höheren Risiko für die Entwicklung einer KHK verknüpft. Jene 20 Prozent der Teilnehmer mit den höchsten Burnoutwerten hat sogar ein 79 Prozent höheres Risiko für verstopfte Herzarterien. Die Ergebnisse seien "alarmierend" und viel dramatischer als erwartet, sagt die Studienleiterin Dr. Sharon Toker. Würde man die Probanden über einen noch längeren Zeitraum verfolgen, wären die Ergebnisse vermutlich noch extremer, so Toker.

Burnout als neuer Risikofaktor

Als klassische Risikofaktoren für KHK gelten Rauchen, erhöhte Blutfettwerte oder Bewegungsmangel. Burnout sei ein neuer Faktor, der sogar noch stärker wirke als die bisher bekannten. Interessant sei das vor allem für eine mögliche Prävention, so die Forscher. Wer unter dem Ausgebranntsein leide, sollte sich auch auf Anzeichen von KHK untersuchen lassen.

Burnout ist ein Zustand körperlicher, emotionaler und seelischer Erschöpfung, der durch Stress, hohe Arbeitsbelastung, mangelnde Kontrolle im Job, fehlende emotionale Unterstützung und lange Arbeitszeiten ausgelöst wird. Frühere Studien zeigten, dass Burnout mit Fettleibigkeit, Schlaflosigkeit und Angststörungen in Verbindung steht.

Stand: 25.03.2013
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Quelle:

  • Toker, S. et al.: "Burnout and Risk of Coronary Heart Disease: A Prospective Study of 8838 Employees", Psychosomatic Medicine, 2012