Mobbing - Terror für die Psyche

Beim Mobbing werden die Opfer seelisch gedemütigt.

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Hämische Blicke, böse Gerüchte, sabotierte Arbeit, schlimme Beleidigungen: Mobbing ist Psychoterror. Gemobbt wird der Untergebene vom Chef, von Kollege zu Kollege oder auch der Chef von seinen Mitarbeitern. Selbst in der Schule  ist Mobbing kein Fremdwort. Gemobbt wird im Klassenzimmer oder im Internet in sozialen Netzwerken. Fachleute sprechen von Cybermobbing.

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Um Mobbing handelt es sich immer dann, wenn die Angriffe systematisch und über einen längeren Zeitraum erfolgen. Ihr Ziel ist es, das Opfer auszugrenzen, zu demütigen oder zu vergraulen.

Typische Mobbinganzeichen sind, sofern sie regelmäßig und gehäuft auftreten:

  • Ungerechtfertigte Kritik
  • Verbreiten negativer Gerüchte
  • Verbale Angriffe und Drohungen
  • Abwertende Blicke
  • Boshafte Bemerkungen
  • Ignorieren des Opfers
  • Zuweisung sinnloser Tätigkeiten
  • Soziale Ausgrenzung

Für die Opfer ist dieser Zustand nur schwer zu ertragen: Die ständigen Attacken und das schlechte Klima zermürben die Nerven und zerrütten das Selbstbewusstsein. Sie fühlen sich erniedrigt und tief verletzt. Die Opfer beginnen an sich selbst zu zweifeln, ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit lässt nach. Das bietet den Mobbern neue Angriffsflächen.

Krankmachender Psychoterror

Auf Dauer macht Mobbing krank. Der Dauerstress verursacht beispielsweise Magenschmerzen und Schlafstörungen. Auf längere Sicht verzweifeln die Opfer und rutschen in eine Depression, die in dauerhafte Arbeitsunfähigkeit münden kann.

Die meisten Gemobbten schämen sich ihrer Lage und hoffen, dass sich die Situation von alleine klärt – doch das ist die falsche Strategie und verschärft die Lage nur. Experten raten aus der Opferrolle herauszukommen und sich schnellstmöglich Hilfe zu suchen -  beim Vorgesetzten, sofern der nicht am Mobbing beteiligt ist, bei Frauenvertretungen, Betriebs- und Personalräten, oder Anwälten. Moralische Unterstützung und wertvolle Tipps erhalten sie bei Selbsthilfegruppen, Hilfe für die geschunden Seele beim Psychotherapeuten. Ist die Lage sehr belastend, sollten sich Betroffene nicht scheuen, sich krankschreiben zu lassen.

Wichtig ist es zu wissen, dass jeder Opfer von Mobbing werden kann. In einer ungünstigen Konstellation kann es jeden treffen.

Vorlage: Dr. med. Peter Teuschel
Redaktion:

Stand: 28.08.2012

Quellen:

  • Kivimäki M. et al.: Workplace bullying and the risk of cardiovascular disease and depression. Occupational and Environmental Medicine 2003; 60: 779-783
  • Teuschel P.: Mobbing: Dynamik-Verlauf-gesundheitliche und soziale Folgen. Schattauer Verlag. 1. Auflage 2009