Demenz oder Depression - woran leidet Opa?

Wenn Senioren missmutig oder antriebslos sind, kann manchmal entweder eine Depression oder eine beginnende Demenz dahinter stecken.

© waxart/Fotolia

Wenn Oma oder Opa missmutig und antrieblos sind oder über Schuldgefühle klagen, sollten Angehörige die Beschwerden ernst nehmen und nicht auf das Alter schieben. Die Symptome können nämlich auf eine Depression hinweisen. Häufig wird diese nicht erkannt, da viele Senioren zusätzlich unter einer Demenz leiden. Wie Sie den Unterschied erkennen.

Mehr zum Thema

Depression und Demenz gehen manchmal Hand in Hand

Nicht selten bedingen sich Depression und Demenz. So leiden etwa 30 bis 50 Prozent aller Senioren die an Demenz erkrankt sind auch unter verschiedenen Formen von Depressionen. Anders herum führt eine Depression manchmal auch zu Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten, die den Schweregrad einer Demenz erreichen können.

Beide Erkrankungen führen zu enormen Einschränkungen und mindern die Lebensqualität extrem. Umso wichtiger für die Betroffenen, aber auch die Angehörigen, die Krankheiten genau zu bestimmen und zu unterscheiden. Denn vor allem bei einer Depression können bestimmte Medikamente die Stimmung bessern und den Betroffenen das Leben sehr erleichtern.

Die Depression im Alter erkennen

Depressionen beginnen in der Regel sehr schnell, oft innerhalb weniger Monate. Auffällig können zunächst Leistungsschwankungen der Betroffenen sein, die bei Aufgaben auftreten, die ihnen sonst immer leicht von der Hand gingen. Zusätzlich können folgende Symptome auftreten:

Im Gegensatz zu Demenzkranken sind Senioren mit Depressionen in der Lage, die Orientierung zu behalten und im Notfall Hilfe zu suchen. Auch den Alltag meistern die meisten Betroffenen in der Regel ohne Schwierigkeiten. Außerdem können sie ihre Probleme detailliert schildern. So fällt ihnen beispielsweise auf, dass sie antriebslos sind oder dass sie unter Versagensängsten leiden.

Um eine Depression in den Griff zu bekommen, eignen sich entweder bestimmte Medikamente oder Psychotherapien, worauf die Betroffenen in der Regel sehr gut ansprechen.

So äußert sich eine Demenz

Eine Demenz kommt schleichend, die ersten Anzeichen der Krankheit liegen oft viele Jahre zurück. Dementsprechend langsam und gleichmäßig treten auch die Leistungsminderungen bei ehemals gut gemeisterten Aufgaben auf. Auffällig ist bei Demenzkranken, dass sie ihre Einschränkungen oft versuchen zu überspielen. Weitere Symptome sind:

  • Fehlbedienung von Geräten
  • Störungen des abstrakten Denkens
  • Desorientierung
  • Ungezielte Suche nach Hilfe

Bei einer Demenz leiden viele außerdem unter Problemen, das alltägliche Leben zu meistern.

Senioren, die zusätzlich zu einer Demenz unter Depressionen leidet haben einen uncharakteristischen Krankheitsverlauf. Die Schweregrade können sich schnell verändern. Eine Demenz wird in der Regel mit sogenannten Antidementiva therapiert - kommt eine Depression hinzu, werden zusätzlich Antidepressiva verabreicht.

Das können Sie als Angehöriger tun

Leidet ein älteres Familienmitglied unter einer Demenz, einer Depression oder sogar beidem, ist das für die Angehörigen oft sehr schwer. Wichtig ist deshalb, dass Sie zunächst einen Arzt zu Rate ziehen.

Achten Sie aber nach Möglichkeit darauf, den Erkrankten einzubeziehen. Reden Sie mit ihm über die Probleme und zeigen Sie so, dass Sie seine Belange und damit ihn ernst nehmen. Helfen Sie ihm seine Identität und seine Würde aufrechtzuerhalten.

Stand: 05.10.2016
Autor:

Quelle: Deutsches Bündnis gegen Depression e.V.