Depressionen - der Schnelltest für Männer

Depressionen werden bei Männern seltener erkannt als bei Frauen

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Depressionen werden bei Männern seltener erkannt als bei Frauen. Der Grund: Mitunter stehen bei ihnen nicht die klassischen Depressionssymptome wie Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Verzweiflung im Vordergrund, sondern sie werden von Verhaltensänderungen wie Reizbarkeit, exzessivem Sporttreiben und Aggressionen überdeckt.

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Depressive Männer gehen höhere Risiken ein als üblich, können schlechter mit Stress umgehen und sind insgesamt unzufrieden. Wutausbrüche gehen häufig mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Hitzewallungen und Kurzatmigkeit einher. Auch hinter Alkoholmissbrauch steckt nicht selten eine verborgene Depression.

Natürlich ist nicht jeder Verkehrsraudi oder Kneipenschläger zwangsläufig depressiv. Aber insbesondere, wenn einem normalerweise friedlichen Zeitgenossen plötzlich dauernd der Kragen platzt, lohnt sich ein genaueres Hinschauen.

Spezialtest für Männer

Die "Gotland-Skala zur Einschätzung von Depressionen bei Männern" berücksichtigt solche möglichen Symptome, die insbesondere bei Männern auf eine Depression hinweisen können. Sie enthält aber auch die klassischen Anzeichen für eine Depression. Je mehr der folgenden Punkte Sie bejahen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Depression.

  • Ich fühle mich gestresster als üblich oder kann Stress schlechter aushalten.
  • Ich reagiere aggressiver und kann mich schlecht beherrschen.
  • Ich habe das Gefühl, ausgebrannt und leer zu sein.
  • Ich fühle mich häufig grundlos müde.
  • Ich bin schnell irritiert, rastlos und frustriert.
  • Ich habe Schwierigkeiten alltägliche Entscheidungen zu treffen.
  • Ich leide unter Schlafstörungen: Ich schlafe zu viel oder zu wenig oder unruhig, kann nicht einschlafen oder wache zu früh auf.
  • Vor allem morgens fühle ich mich unruhig, ängstlich und unwohl.
  • Ich konsumiere verstärkt Alkohol oder Medikamente, um mich zu entspannen.
  • Mein Verhalten hat sich so verändert, dass ich mich selbst kaum wiedererkenne und komme nur schlecht damit zu Recht beziehungsweise andere sagen dies über mich.
  • Ich fühle mich niedergeschlagen, habe negative Gedanken oder fühle mich hoffnungslos, beziehungsweise andere sagen das über mich.
  • Ich versinke in Selbstmitleid und beklage mich viel, beziehungsweise andere beobachten das an mir.
  • In meiner Familie sind bereits Depressionen, Suizide oder eine Neigung zu Sucht und selbstgefährdendem Verhalten aufgetreten.

Zur genaueren Abklärung, ob Sie tatsächlich unter einer Depression leiden, sollten Sie unbeding einen Arzt  zu Rate ziehen!

Stand: 25.06.2013
Autor: Christane Fux

Quellen:

  • Möller-Leimkühler A.M. et al.: Subjective well-being and 'male depression' in male adolescents. Journal of Affective Disorders 2007; 98: 65-72
  • Nationale Versorgungs-Leitlinie der Bundesärztekammer (BÄK) und der Dt. Ges. f. Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN): Unipolare Depression. (Stand: August 2011)