Laufen gegen Depressionen

Sport hilft gegen Depressionen

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Wer regelmäßig Sport treibt, kennt den Effekt: der Stresspegel sinkt, die Laune steigt. Das funktioniert auch bei Menschen mit Depressionen. Bei ihnen wirkt Sport oft sogar genauso gut wie ein antidepressives Medikament. Zudem hat das Training den Vorteil, statt negativer Nebenwirkungen zu verursachen auch noch die physische Gesundheit zu stärken.

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Vor allem Ausdauersportarten wie Joggen, Nordic Walking oder Fahrradfahren können Studien zufolge depressiven Menschen aus dem Seelentief heraushelfen. Zwei bis vier Trainingseinheiten über einen Zeitraum von zwölf Wochen führten in verschiedenen Untersuchungen zu einer deutlichen Verbesserung der depressiven Symptome und konnten sie bei einigen Patienten sogar völlig vertreiben.

Empfehlenswert ist auch das Trainieren in der Gruppe. Gemeinsam fällt es nicht nur leichter, sich zu regelmäßiger körperlicher Aktivität aufzuraffen, der soziale Kontakt mit Leidensgenossen trägt offenbar zusätzlich dazu bei, die Depression zu bekämpfen.

Gepushte Hirnchemie

Es gibt verschiedene Theorien, weshalb sich Sport die Schwermut vertreiben kann. Hirnbiologisch lässt sich der Effekt unter anderem so erklären, dass Sport die Ausschüttung bestimmter Hirnbotenstoffe fördert, nämlich Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Sie verbessern die Stimmung, steigern den Antrieb und fördern die Konzentration. Bei Menschen mit Depressionen sind die Spiegel dieser wichtigen Hormone oft eher zu niedrig.

Hinzu kommt, dass Sport das beste Mittel ist, um Stress abzubauen. Und Stress gehört zu den wichtigsten Auslösern für eine Depression.

Aktiv werden statt passiv leiden

Entscheidend ist aber auch, dass die Patienten beim Sport ein Stück weit das Gefühl zurückgewinnen, etwas leisten zu können und Herr ihres Schicksals zu sein. Statt passiv zu leiden übernehmen sie aktiv etwas gegen ihre Beschwerden und gewinnen so ein Stück Selbstkontrolle zurück.

Die „Sporttherapie“ wirkt sogar bei sogar Menschen mit schweren Depressionen. Das Bewegungspensum kann auch dann helfen wenn Medikamente versagen.

Autor:

Stand: 28.08.2012

Quellen:

  • Madhukar H. Trivedi, Exercise for Mood and Anxiety Disorders, Prim Care Companion J Clin Psychiatry. 2007; 9(4): 287–294.
  • Stathopoulou G, Powers M, and Berry A. et al. Exercise interventions for mental health: a quantitative and qualitative review. Clin Psychol Sci Pract. 2006.  13:179–193.
  • Trivedi M, Greer T, and Grannemann B. et al. TREAD: treatment and exercise augmentation for depression: study rationale and design. Soc Clin Trials. 2006.  3:291–305.
  • Dunn AL, Reigle TG, and Youngstedt SD. et al. Brain norepinephrine and metabolites after treadmill training and wheel running in rats. Med Sci Sports Exerc. 1996.  28:204–209.