Ginkgo wirkt gegen Demenz

Gingko hält, was sie verspricht - allerdings mit Einschränkungen.

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Mit einem pflanzlichen Extrakt die Vergesslichkeit bekämpfen: Ginkgo soll dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen und nebenbei noch vor Demenz schützen. Inwiefern der aus Asien stammende Baum hält, was er verspricht, haben Forscher jetzt untersucht. Dafür zogen sie verschiedene Studien zu Rate. Das Ergebnis: Ginkgo wirkt – aber mit Einschränkungen.

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Die Wirksamkeit von Heilmitteln aus der Natur zu belegen, hat seine Tücken. Schwankende Wirkstoffanteile und unterschiedliche Dosierungen machen eine eindeutige Einschätzung schwer. Auch im Falle von Ginkgo biloba gab es zahlreiche Studien mit unterschiedlichem Ergebnis: Manche wiesen drauf hin, dass der Stoff aus den Blättern bei Gedächtnisproblemen helfen könnte, andere kamen zum gegenteiligen Schluss.

Mangelnde Studienqualität

In solchen Fällen hilft es oft, den Versuchsaufbau der Studien zu prüfen. Von diesem hängt die Qualität der Untersuchung ab und damit ihre Aussagekraft. Im Falle des Ginkgos sichteten die Forscher um Hong-Feng Zhang von Wenzhou Medical University in Wenzhou zum Beispiel über 200 Studien. Aber nur zehn der Untersuchungen hielten ihren qualitativen Ansprüchen stand.

Sie alle hatten die Wirkung von Ginkgo im Vergleich zu einem Placebo untersucht. Darunter waren zwei, die sich mit der vorbeugenden Wirkung der Präparate auf Gedächtnis und Denkleistungen befassten. Die übrigen analysierten, ob Ginkgo bei bereits bestehenden kognitiven Problemen helfen kann.

Wirksam bei leichten Problemen

Tatsächlich zeigte der Studienvergleich, dass Ginkgo sowohl Menschen mit Alzheimer-Demenz, vaskulärer Demenz als auch sogenannten milden kognitiven Störung helfen kann – allerdings nur, wenn die neuropsychiatrischen Symptome noch wenig ausgeprägt waren. Die unerwünschten Nebenwirkungen waren dabei nicht größer als unter der Einnahme eines Placebos.

Hohe Dosierung nötig

In vorangeschrittenen Krankheitsstadien konnte der Pflanzenextrakt den Patienten dagegen nicht mehr helfen. Zudem entfaltete sich der Effekt nur in vergleichsweise hoher Dosierung von täglich 240 mg. Nachgewiesen ist die Wirksamkeit überdies nur für Ginkgo-Präparate, die auf dem standardisierten Ginkgo-Extrakt mit Namen EgB761 basierten.

Dass Ginkgo auch einen vorbeugenden Effekt hat, darüber geben die Untersuchungen keinen eindeutigen Aufschluss, schreiben die Forscher.

Uralte Heilpflanze

Ginkgo biloba ist eine uralte Heilpflanze, die insbesondere in der Traditionellen Chinesischen Medizin schon seit Jahrtausenden gegen verschiedenste Beschwerden eingesetzt wird. Die Pflanze enthält Wirkstoffe wie Ginkgolide, Terpenlactone und Flavonoide, die die Durchblutung, insbesondere auch im Gehirn, fördern und die als Radikalfänger die Zellen schützen können.

Stand: 14.03.2017
Autor:
Quelle: HF Zhang et al.: An Overview of Systematic Reviews of Ginkgo Biloba Extracts for Mild Cognitive Impairment and Dementia, Front Aging Neurosci 8, 276. 2016 Dec 06.