Sauna: Schwitzen gegen Demenz

Fleißige Saunagänger bekommen seltener Alzheimer und Co.

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Demenz vorbeugen – wer möchte das nicht? Der neue Tipp, den finnische Forscher jetzt entdeckt haben, ist allerdings nur etwas für harte Hunde. Ihren Ergebnissen zufolge erkranken manche Saunagänger seltener an Demenz. Man muss dafür aber ziemlich oft Schwitzen. Entdecken Sie weitere Alzheimer-Präventions-Maßnahmen in der Bildergalerie.

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In die Sauna gehen ist ein wichtiger Teil der finnischen Lebensart. Jedes kleine Haus hat seine eigene – sogar das Parlament in Helsinki ist mit einer ausgestattet. Damit überstehen die Finnen nicht nur ihre eisigen und langen Winter, sie halten sich offenbar auch geistig fit. Das glauben zumindest der finnische Prof. Jari Laukkanen und sein Team von der University of Eastern Finland. Sie untersuchten über einen Zeitraum von 20 Jahren den Gesundheitszustand und die Saunagewohnheiten von 2.000 Männern.

Demenzrisiko mehr als halbiert

Die Probanden teilten sie in drei Gruppen ein: Die erste ging einmal die Woche in die Sauna, die nächste zwei bis drei Mal und die dritte Gruppe geriet sogar vier bis sieben Mal pro Woche absichtlich ins Schwitzen.

Beim Abgleich der Daten stießen die Forscher auf einen erstaunlichen Zusammenhang: Die Extrem-Saunisten der dritten Gruppe erkrankten zu 66 Prozent seltener an Demenzen allgemein, die Gefahr speziell für Alzheimer reduzierte sich um 65 Prozent.

Wohliges Schwitzen

Warum das so ist, darüber können die Forscher nur spekulieren: So hatten vorangegangene Auswertungen gezeigt, dass das Schwitzen in der Sauna dem Herzen guttut. Durch das Saunieren sank sich die Gefahr für einen plötzlichen Herztod oder andere potenziell tödliche kardiovaskuläre Ereignisse. In die Sauna gehen könne sowohl das Herz als auch das Gedächtnis schützen, ist deswegen auch das Fazit der Studienautoren.

Allerdings sei der Mechanismus dahinter noch unklar. „Man weiß aber, dass die kardiovaskuläre Gesundheit auch das Gehirn mit beeinflusst“, erklärt Studienautor Laukkanen. Möglich sei auch, dass das Wohlbefinden und die Entspannung, die sich beim Saunieren einstelle, mit zu der positiven Wirkung des Schwitzens beitragen.

Tanzen gegen Demenz

Inwiefern die Ergebnisse allerdings in Deutschland übertragbar sind, ist fraglich. Denn hier gibt es zwar einige Saunafans, aber vier bis sieben Mal pro Woche zu schwitzen, schaffen die wenigsten. Realistischer ist es da wohl, auf andere Stellschrauben zur Demenzprävention zu setzen. Regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Tanzen, eine ausgewogene Ernährung, aber auch wenig Alkohol oder ein gutes soziales Netzwerk gelten ebenfalls als guter Schutz vor dem geistigen Abbau.

Stand: 21.12.2016
Autor:
Quelle: Tanjaniina Laukkanen et al. Sauna bathing is inversely associated with dementia and Alzheimer's disease in middle-aged Finnish men. Age and Ageing, December 2016 DOI: 10.1093/ageing/afw212