Schlaganfall – die wichtigsten Vorboten

Frühwarnzeichen ernst nehmen

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Ist das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, sterben sehr schnell Nervenzellen ab. Darum zählt bei einem Schlaganfall jede Minute. Eine Verstopfung der Blutgefäße im Gehirn passiert aber mitnichten immer so plötzlich, wie es den Anschein hat. Auf folgende Frühwarnzeichen sollten Sie achten - damit einem Schlaganfall rechtzeitig entgegen gesteuert werden kann.

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Ein Infarkt im Gehirn haben im Jahr ungefähr 270.000 Deutsche. Bevor es allerdings zum "großen" Kollaps kommt, sind oft zeitweise schon kleine Durchblutungsstörungen festzustellen, dies kann aber schon zu Symptomen führen - auch wenn diese nur kurz sind. Denn die meisten Aussetzer dauern nur zwei bis fünfzehn Minuten.

Sehstörungen

Bei manchen kündigt sich ein Schlaganfall mit einer Sehstörung an. Zumeist ist davon nur ein Auge betroffen. Teile des Gesichtsfeldes werden dann nicht mehr richtig wahrgenommen, Sachen werden doppelt oder gar nicht mehr gesehen. Der Griff nach dem Henkel der Teetasse geht zum Beispiel plötzlich ins Leere. Auch das räumliche Sehvermögen kann auf einmal gestört sein. Dadurch fühlen die Betroffenen sich auf einmal unsicher, auch in gewohnter Umgebung.

Lähmungserscheinungen

Manchmal auf beiden, zumeist aber nur auf einer Körperseite treten Lähmungserscheinungen auf. So hängt zum Beispiel der Mundwinkel auf einer Seite herunter, obwohl gelächelt wird. Oder Arm, Bein oder Wange können sich taub anfühlen. Dadurch kann es auch zu Gangunsicherheiten kommen.

Schwindel

Man hat das Gefühl, sich auf bewegter See zu befinden (Schwankschwindel) oder Karussell zu fahren (Drehschwindel) - Schwindel kann viele Ursachen haben. Nicht immer muss das einen Schlaganfall bedeuten. Tritt das Schwindelgefühl allerdings in Zusammenhang mit einem anderen Vorboten auf, etwa mit Gangunsicherheit, kann das auf einen Infarkt im Gehirn hinweisen.

Sprachstörungen

Plötzlich hat man Formulierungsstörungen oder versteht einfache Wörter nicht mehr richtig - wenn das Sprachzentrum von Sauerstoffmangel betroffen ist. Patienten sprechen dann abgehakt, vertauschen Silben oder ganze Wörter - man spricht hier auch vom "Telegrammstil". Selbst kurze Aussetzer können einen Schlaganfall ankündigen. Wenn dies auftritt, sollte der Zuhörer darauf achten, wie genau das Sprachvermögen gestört ist - denn es können unterschiedliche Regionen im Gehirn betroffen werrden. Das kann dem Arzt wichtige Hinweise auf den Ort des Infarkts geben.

Extreme Kopfschmerzen

20 Prozent der Betroffenen bekommen einen Schlaganfall wegen einer Blutung im Gehirn. Das kann auftreten, wenn eine angeborene Schwachstelle im Gehirn reißt. Neben den Kopfschmerzen kann dies auch mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Treten zusätzlich noch Bewusstseinsverlust oder Verwirrtheit auf, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Wichtig ist, diesem dann zu sagen, was der Betroffene vor seinem Anfall gemacht hat.

Keine Altersgrenze

Ein Schlaganfall kann jeden treffen - vom Baby bis zum Senior. Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Hirninfarkt mit zunehmendem Alter - 50 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind über 75 Jahre. Denn es gibt verschiedene Risikofaktoren, die ein Auftreten begünstigen. Dazu zählen zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und Alkohol sowie Bewegungsmangel.

Störung mit Folgen

Je nachdem an welcher Stelle der Infarkt im Kopf auftritt, sind die Folgen gravierend. Die Deutsche Stiftung für Schlaganfall-Hilfe berichtet, dass 20 Prozent der Patienten innerhalb von vier Wochen an dem Schlaganfall sterben. Weitere 37 Prozent sind ein Jahr später noch behindert und auf Hilfe von Anderen angewiesen. Männer sind vom Schlaganfall etwa 30 Prozent häufiger betroffen als Frauen.

Schlaganfall - was jetzt?

Verdichten sich die Hinweise auf einen Schlaganfall, zählt jede Minute. Verständigen Sie sofort den Notruf und melden Sie "Verdacht auf Schlaganfall". Dann wird auch das angefahrene Krankenhaus schon informiert und entsprechende Untersuchungen vorbereitet. Im besten Fall verfügt dieses über eine eigene Schlaganfallstation, die extra für diese Notfälle ausgerüstet ist.

Stand: 07.02.2017
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Quellen:

  • Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinie der DGN (2008): Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls