Daran erkennt man eine Alkoholvergiftung

Realitätsverlust, schwankender Gang und Aggressivität können eine Alkoholvergiftung andeuten - das ist zu tun

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Egal ob Fasching oder Oktoberfest, wenn die Massen fröhlich schunkeln, ist oft auch Alkohol im Spiel. So manch einer kennt dabei allerdings sein Limit nicht. Und das kann böse ausgehen: 2011 bedurften 777 Bierleichen auf der Münchner Wiesn der medizinischen Betreuung - dieses Jahr dürften es sogar noch mehr sein. Aber wo liegt eigentlich die Grenze zwischen harmlosem Trinken und Alkoholvergiftung?

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"Alter, Geschlecht, Nationalität und auch wie oft jemand trinkt, entscheidet, wie gut Alkohol vertragen wird", erklärt Dr. Andreas Koeppel, ärztlicher Leiter des Einsatzteams des Bayerischen Roten Kreuzes auf dem Oktoberfest. Die von Koeppel genannten Unterschiede sorgen auch dafür, dass es keine feste Promille-Grenze gibt, ab der eine Alkoholvergiftung definiert wird. Der Übergang ist fließend.

Erstes Anzeichen: Realitätsverlust

Zudem sind die Symptome, die Betroffene zeigen, sehr divers. "Das erste Anzeichen ist meist ein gewisser Realitätsverlust", sagt Koeppel. Die Betrunkenen können Raum, Zeit und sogar ihre eigene Person nicht mehr richtig einordnen. Manche werden gereizt und aggressiv. Es treten Probleme mit Gleichgewicht und Koordination auf. Typisch ist auch der schwankende Gang, den Betrunkene im fortgeschrittenen Stadium zeigen.

Gefährlich wird es, wenn der Körper - durch den Alkohol benebelt - seine Schutzreflexe verliert. Teilweise spüren die Betrunkenen keine Schmerzen mehr. Am Ende dieser Symptomreihe steht dann oft die Bewusstlosigkeit. Im schlimmsten Fall kann es sogar zum Atemstillstand kommen.

Erbrechen schützt

Übelkeit und Erbrechen, von denen man gemeinhin denkt, dass sie eine Vergiftung andeuten, müssen nicht zwingend auftreten. "Es gibt große Unterschiede, wie schnell jemandem übel wird", so Koeppel. Manche erbrechen sehr schnell - und das ist in diesem Fall sogar gut so, denn dann kann über den Magen kein Alkohol mehr absorbiert werden und das alkoholhaltige Gemisch wandert auch nicht weiter in den Dünndarm.

Verantwortungsvolles Trinken

Besser ist aber, es gar nicht so weit kommen zu lassen. So bietet eine solide Essensgrundlage eine wichtige Voraussetzung. Das verzögert die Aufnahme des Alkohols in den Blutkreislauf. Wichtig ist auch die Trinkgeschwindigkeit: Wer es langsam angehen lässt, ist weniger gefährdet. Man kann den Körper aber auch beim Alkoholabbau unterstützen, indem man hin und wieder etwas Süßes zu sich nimmt und damit einem Blutzuckerabfall entgegen wirkt. Beschleunigen lässt sich der Abbau allerdings nicht - er liegt bei circa einer Promille in zehn Stunden.

Erste Hilfe bei Alkoholvergiftung

Kommt die Leber mit dem Abbau des Alkohols nicht mehr nach, kann es zur Vergiftung kommen. Oft sacken Betroffene einfach zusammen, wo sie gerade stehen und sind nicht mehr ansprechbar. Das ist zu tun, wenn Sie auf eine Bierleiche stoßen:

  • Bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage, den Hals überstreckt. So verringert sich die Erstickungsgefahr z.B. durch Erbrochenes
  • Rufen Sie den Notarzt
  • Ist der Betrunkene unterkühlt, halten Sie ihn warm
  • Bleiben Sie bei dem Betrunkenen, bis ein Rettungsteam eingetroffen ist
Stand: 05.10.2012

Quelle: www.oktoberfest.bereitschaften.brk-muenchen.de (Abruf 04.10.2012)