Rauchstopp lohnt sich auch im Alter

Für einen Rauchstopp ist man nie zu alt

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"Ich bin schon 70, jetzt lohnt es sich auch nicht mehr, mit dem Rauchen aufzuhören" - dieser Aussage kann entschieden widersprochen werden, wie Studien immer wieder belegen. Auch wer in diesem hohen Alter den Glimmstängeln entsagt, tut etwas für seine Gesundheit und damit auch für seine Lebenserwartung. Die Wissenschaftler konnten den Nutzwert sogar in Lebensjahren beziffern. Wie schnell sich der Körper vom Rauchstopp erholt, erfahren Sie in der Bildergalerie.

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Raucher leben zehn Jahre weniger

"Rauchen gehört in Europa nach wie vor zu den führenden Todesursachen, die sich leicht verhindern ließen", erklärt der britische Forscher Dr. Jonathan Emberson, der dazu eine Untersuchung gemacht hat. Wenn Raucher früh im Leben mit ihrem Laster angefangen haben, senkt das ihre durchschnittliche Lebenserwartung um zehn Jahre. "Tatsächlich erleben viele Nikotinsüchtige ihren 70igsten Geburtstag erst gar nicht", so Emberson.

Sterberisiko der Raucher war doppelt so hoch

Um herauszufinden, wie sich das Rauchen bzw. ein Rauchstopp auch nach dem 70. Lebensjahr noch auswirkt, sammelten die Wissenschaftler Daten über die Gesundheit und den Tabakkonsum von 7.000 Männern. Diese rangierten zu Beginn der Studie im Alter von 69 bis 97 Jahren. Während des 15-jährigen Studienzeitraums verstarben 5.000 der 7.000 Teilnehmer. Dabei lag das Sterberisiko für lebenslange Raucher knapp 50 Prozent höher als für Männer, die nie eine Zigarette geraucht hatten.

Raucher über 70 verlieren vier Lebensjahre

Als die Wissenschaftler statistisch die Lebenserwartung verglichen, zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Während die Nichtraucher nach dem 70igsten Geburtstag durchschnittlich noch 18 Jahre lebten, waren es bei kontinuierlichen Rauchern nur 14 Jahre. Wer vor dem 70igsten Lebensjahr mit dem Rauchen aufgehört hatte, kam immerhin noch auf 16 Jahre. Die typischen Todesursachen, denen die Raucher erlagen, waren vor allem Gefäßkrankheiten, Krebs oder Erkrankungen der Atemwege.

"Wir konnten zeigen, dass selbst Raucher, die das große Glück haben, ihren 70igsten Geburtstag noch zu erleben, im Durchschnitt vier Lebensjahre einbüßen, wenn sie weiterrauchen", fasst Co-Autor Dr. Robert Clarke zusammen. Für einen Rauchstopp sei es also nie zu spät - der Körper profitiert auch in hohem Alter davon.

Positive Effekte machen sich schnell bemerkbar

Zu einem ähnlichen Ergebnis war Anfang des Jahres eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums gekommen. Deren Aussage: Auch wer erst mit 70 Jahren das Rauchen aufgibt, senkt innerhalb kürzester Zeit sein Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Verglichen mit Personen, die weiterhin rauchen, sei das Risiko für einen Herzinfarkt und für einen Schlaganfall bereits während der ersten fünf Jahre nach der letzten Zigarette um mehr als 40 Prozent niedriger, schlussfolgerten die Wissenschaftler.

Stand: 25.06.2015
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Quellen:

  • Vortrag von Dr. Jonathan Emberson auf dem Kongress der European Society of Cardiology in Amsterdam (02.09.2013)
  • Carolin Gellert: Impact of smoking and quitting on cardiovascular outcomes and risk advancement periods among older adults. Eur J Epidemiol. 2013. doi: 10.1007/s10654-013-9776-0.