Singen lindert Atembeschwerden bei COPD

Atembeschwerden bei COPD

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Atemnot, quälender Husten und zäher Auswurf - bei Menschen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ist die Lebensqualität oft enorm eingeschränkt. Britische Forscher fanden nun ein ungewöhnliches Mittel, das die Beschwerden lindern könnte: gemeinschaftliches Singen. Erfahren Sie außerdem in der Bildergalerie, woran Sie COPD erkennen.

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COPD - unheilbares Lungenleid

Weltweit betrifft die COPD rund ein Prozent aller Menschen - rund 90 Prozent von ihnen sind oder waren Raucher. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rangiert sie auf Platz fünf der Todesursachenliste. Der Grund für die teilweise massiven Beschwerden: Die Flimmerhärchen der Atemwege sterben ab, die Schleimhaut wird dicker und die Atemwege verengen sich. Betroffene erlernen deshalb zum Beispiel bestimmte Atemtechniken, um die Beschwerden so weit wie möglich in den Griff zu bekommen.

Diskutieren und Singen im Test

Singen trainiert die Bauchmuskeln und das Zwerchfell, das ist bekannt. Deswegen wollten Wissenschaftler des Imperial College in London herausfinden, dass sich regelmäßiges Trällern positiv auf das körperliche und seelische Wohlbefinden von COPD-Patienten auswirkt. Sie teilten 24 Probanden mit einer Lungenerkrankung in zwei Gruppen ein. Die eine Gruppe bekam zwei Monate lang Gesangsunterricht, die andere nahm über den gleichen Zeitraum einmal pro Woche an einem Filmabend mit anschließender Diskussion teil. Zuvor wurden durch mehrere Gesundheitstest die Lungenfunktion, Ausdauer und das seelische Wohlbefinden der Probanden ermittelt.

Singen verbessert Atemtechnik

Nach acht Wochen wurde deutlich, dass sich die Gesangsgruppe um einiges wohler fühlte als die nicht musikalische Kontrollgruppe. Und das, obwohl es bezüglich der Lungenfunktion und körperlichen Belastbarkeit keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen gab. Die Gesangsgruppe empfand das regelmäßige Trällern als hilfreich, weil sie lernte, ihren Atem besser zu nutzen. Außerdem hatten die singenden Probanden subjektiv den Eindruck, dass sie durch die verbesserte Atemtechnik auch leistungsfähiger waren. Es gab aber noch einen weiteren positiven Aspekt: Durch die Chorstunden gingen die Patienten häufiger aus dem Haus und trafen sich mit anderen Menschen. Und das steigerte die Lebensqualität der Betroffenen zusätzlich.

Rauchstopp gegen COPD

COPD ist eine unheilbare Lungenerkrankung. Ein Rauchstopp ist die wirksamste Methode, um einer Verschlimmerung der COPD entgegenzusteuern und einer Entstehung des Lungenleidens vorzubeugen. Wer bereits unter der Erkrankung leidet, kann mit Atem- und Entspannungsübungen wie Yoga oder Progressiver Muskelentspannung etwas gegen die verengten Atemwege tun. Genau wie Singen fördert das die Atemtechnik und kann Beschwerden wie akute Atemnot lindern.

Stand: 25.06.2015
Autor:

Quelle: Lord V. et al. Singing classes for chronic obstructive pulmonary disease: a randomized controlled trial. BMC Pulmonary Medicine. doi:10.1186/1471-2466-12-69.