Sind Sie suchtgefährdet?

Es müssen nicht harte Drogen sein. Auch Einkaufen, Glücksspiel oder Sex machen süchtig. Achten Sie auf diese Warnzeichen!

© Picture-Factory / Fotolia

"Ich hab das unter Kontrolle", "so viel ist es gar nicht" und "ich bin doch nicht süchtig" - egal ob Alkohol, Zigaretten oder illegale Drogen, die Grenze zwischem gefährlichem Konsum und Abhängigkeit ist fließend. Auch Glücksspiel, Sport, Einkaufen oder Essen können süchtig machen. Für alle gelten die gleichen Sucht-Anzeichen, die wir Ihnen in einer Klickstrecke zusammengestellt haben.

Mehr zum Thema

Von einer Sucht sprechen Experten dann, wenn jemand körperlich oder seelisch von einem Suchtmittel abhängig ist. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) nennt insgesamt sechs Anzeichen, die auf eine Sucht hindeuten können. Jeder einzelne der aufgeführten Warnhinweise ist ein starkes Alarmsignal. Treffen drei der Punkte zu, liegt in der Regel eine echte Suchterkrankung vor:

  • Starker Wunsch oder Zwang eine Substanz zu nehmen oder etwas wieder zu tun
  • Kontrollverlust
  • Abstinenzunfähigkeit
  • Toleranzbildung
  • Entzugserscheinungen
  • Rückzug aus dem Sozialleben

Weitere Warnzeichen

Meist geht die Abhängigkeit von etwas auch mit körperlichen Symptomen einher, vor allem, wenn der Entzug eingesetzt hat. Sie können auch von aufmerksamen Angehörigen beobachtet werden. Dazu gehören laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

  • Händezittern
  • Schlafstörungen
  • Unruhe
  • Schweißausbrüche
  • Körperliche Verwahrlosung
  • Konzentrationsprobleme

Besonders gefährdet

Grundsätzlich gilt: Wer Suchtmittel zu sich nimmt, kann süchtig werden. Es bietet dem Konsument die Möglichkeit seinem Alltag zu entfliehen und seine Stimmung auf scheinbar positive Weise zu beeinflussen. Dementsprechend sind besonders Menschen gefährdet, die unter schweren Belastungenen leiden. Dazu gehören persönliche Probleme genauso wie Ängste, Einsamkeit oder Unsicherheit. Auch eine schwierige Lebenssituation können den Weg für eine Sucht ebnen. Zu einem gewissen Teil kann auch eine familiäre Veranlagung eine Rolle spielen: Kinder von Eltern mit Suchtproblemen haben oft ein erhöhtes Suchtrisiko.

Problemfall: Legale Suchtmittel

Laut Aussage der DHS bereiten in Deutschland vor allem die legalen Suchtmittel Probleme. Problematischen Alkoholkonsum weisen dabei zum Beispiel rund 21 Prozent der 18 bis 64-Jährigen auf. Bei den Männern haben sogar ein Drittel einen riskanten und schädlichen Alkoholkonsum. Viele Deutsche sind auch abhängig von Medikamenten, die DHS geht von 1,4 bis 1,5 Millionen aus. Hier sind vor allem ältere Frauen betroffen.

Ich bin süchtig - und jetzt?

Der wichtigste Schritt ist es, zu erkennen, dass man ein Problem hat. Denn wer diesen Schluss für sich gezogen hat, der kann sich auch helfen lassen. Es gibt verschiedene offizielle Stellen, Selbsthilfegruppen und Suchtberatungen, die in einem solchen Fall wissen, was zu tun ist. Je nach Sucht kann auch das Gespräch mit einem Arzt oder Therapeuten sehr hilfreich sein. Denn gemeinsam kann die Sucht oft leichter bekämpft werden als alleine.

Stand: 31.10.2016
Autor:

Quelle: www.dhs.de (Abruf 28.12.2012)