Zigarette zum Frühstück besonders gefährlich

Gefährliche "Frühstücks-Zigarette"

© Christian Schwierer/Fotolia

Kaffee und Zigarette sind für viele Raucher das erste Frühstück. Dabei ist Rauchen gerade innerhalb der ersten Minuten nach dem Aufstehen besonders gefährlich, zeigt eine Studie aus den USA. "Frühraucher" haben nämlich ein noch höheres Risiko, an bestimmten Krebsformen zu erkranken. Warum es sich lohnt, die Finger ganz vom Glimmstängel zu lassen und wie schnell sich der Körper erhohlt, lesen Sie hier.

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Giftige Stoffe im Urin

Um herauszufinden, welchen Einfluss der Zeitpunkt der ersten Zigarette auf das Krebsrisiko hat, analysierten Forscher der Penn State University Urinproben von 1.945 erwachsenen Rauchern. Insbesondere interessierten sie sich für die Konzentration des sogenannten NNAL. Das ist ein Stoffwechselprodukt des bekannt krebserregenden Nikotin-Nitrosamin-Keton (NNK). NNAL dient bei Rauchern als wichtiger Marker für das Lungen- oder Mundhöhlenkrebsrisiko.

Zigarette zum Frühstück

Parallel gaben die Studienteilnehmer Auskunft über ihr Rauchverhalten - etwa, wie früh am Morgen sie zur ersten Zigarette griffen oder wie viele Glimmstängel sie pro Tag rauchten. Es zeigte sich, dass 32 Prozent der Befragten bereits fünf Minuten nach dem Aufstehen die erste Zigarette im Mund hatten. 31 Prozent ließen sich sechs bis 30 Minuten Zeit, ein knappes Fünftel rauchte erst nach 31 bis 60 Minuten die erste Zigarette,  der Rest danach.

Frühes Rauchen, schwere Folgen

Das schockierende Ergebnis: Bei Rauchern, die reflexartig sofort nach dem Aufstehen zur Zigarette griffen, wiesen die Forscher eine doppelt so hohe NNAL-Konzentration nach wie bei Spätrauchern, die am Ende den gleichen täglichen Zigarettenkonsum hatten. Auch Lebensalter und Dauer der persönlichen Raucherkarriere spielten keine Rolle.

"Möglicherweise inhalieren Menschen, die direkt nach dem Aufstehen rauchen, den Zigarettenrauch viel intensiver", so Steven Branstetter von der Penn State University. Das könne erklären, warum das NNAL-Level und damit das Risiko für Lungen- oder Mundhöhlenkrebs so viel höher ist als in der Kontrollgruppe.

Rauchen schädigt fast jedes Organ

Wer allerdings glaubt, die gesundheitlichen Schäden des Rauchens abwenden zu können, indem er später am Tag raucht, der irrt. Tabakrauch enthält rund 4.800 unterschiedliche Substanzen, von denen viele giftig und krebserzeugend sind. Damit wird so gut wie jedes Organ durch Rauchen geschädigt. So sind etwa 25 bis 30 Prozent aller Krebstodesfälle auf Tabakkonsum zurückzuführen. Vor allem Atemwegs - und Herz-Kreislauferkrankungen gehen auf das Konto der schädlichen Glimmstängel.

Stand: 06.08.2013
Autor:

Quelle: Branstetter S. et al. Time to First Cigarette and 4-(Methylnitrosamino)-1-(3-Pyridyl)-1-Butanol (NNAL) Levels in Adult Smokers; National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), 2007–2010. Cancer Epidemiologie, Biomarkers & Prevention