Fußpilze mögen Männer lieber

Feucht und warm, so liebt es der Fußpilz. Sind Sie besonders gefährdet? Erfahren Sie in der Klickstrecke, wie Sie vorbeugen!

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Feucht und warm, so liebt es der Fußpilz. Seinen Wirt plagt er mit starkem Juckreiz zwischen den Zehen und an der Fußsohle. Doch schon bevor sich die Haut an den betroffenen Stellen rötet und schuppt, ist Fußpilz ansteckend. Dabei sind allerdings nicht alle Menschen gleichermaßen gefährdet – Männer haben öfter unter den Schmarotzern zu leiden als Frauen. Erfahren Sie in der Klickstrecke, wie Sie den juckenden Zehen vorbeugen.

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Pilze trägt jeder Mensch auf der Haut. Durch kleine Verletzungen in der Hautoberfläche können sie allerdings in den Körper eindringen und vermehren sich dort – am Fuß entsteht so der Fußpilz. Der häufigste Erreger heißt Trichophyton rubrum, in neun von zehn Fällen ist dieser Pilz für die Beschwerden verantwortlich. Bei uns zählt Fußpilz zu den häufigsten Infektionskrankheiten.

Jeder Zehnte hat Fußpilz

Experten schätzen, dass jeder zehnte Deutsche eine Pilzkultur zwischen den Zehen hat. Viele bemerken das aber gar nicht, denn nicht immer bereiten die Parasiten auch Beschwerden. Ansteckend ist ein befallener Fuß trotzdem – deswegen sollte er immer behandelt werden. Gerade in öffentlichen Einrichtungen wie Badeanstalten oder Saunalandschaften, wo viele barfuß gehen, kann man sich schnell einen Fußpilz einfangen.

Fußpilze sind gern ungestört, deswegen befallen sie vor allem die Zehenzwischenräume. Dort ist es meist warm und leicht feucht – ideale Bedingungen für die Vermehrung. Die betroffene Haut beginnt sich zu röten und zu jucken. Oft sieht das erst einmal aus wie kleine Bläschen mit Schuppen.

Unbehandelt können sich diese schuppigen Beläge allerdings immer weiter verbreiten. In ihrer Begleitung siedeln sich auch Bakterien auf der angegriffenen Haut an, die einen üblen Geruch verströmen. Übrigens ist Fußpilz nicht unbedingt auf die Füße beschränkt – auch in den Achselhöhlen oder Leisten kann sich der Schmarotzer ausbreiten. Er findet dort ebenfalls die bevorzugten feucht-warmen Lebensbedingungen. Des Weiteren kann er sich auch auf die Nägel ausbreiten und dort Nagelpilz verursachen.

Neigung zum Fußpilz ist erblich

Nicht nur leidenschaftliche Sauna- und Schwimmbadgänger sind gefährdet. Es gibt auch noch andere Risikogruppen, die sich besonders leicht einen Fußpilz einfangen. Dazu gehören zum Beispiel Diabetiker, Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder Durchblutungsstörungen an den Beinen sowie Turnschuh-Liebhaber. Denn diese Schuhe gelten als wenig atmungsaktiv. Die Feuchtigkeit hält sich also gut im Inneren - für die Pilze das ideale Gewächshaus. Der englische Name der Krankheit, „Athlete’s Foot“, beschreibt eine Risikogruppe besonders deutlich: Sportler.

Die Neigung zum Fußpilz kann aber auch genetisch bedingt sein – wenn also die Eltern unter verpilzten Zehen leiden, sollte man selbst besonders gut auf seine Füße achten. Gefährlich können auch Fußfehlstellungen sein, die zum Beispiel das Abtrocknen der Zehen nach dem Duschen erschweren. Und nicht zuletzt - das Geschlecht: Männer sind wesentlich häufiger von Fußpilz betroffen als Frauen. Eine epidemiologische Studie fand bei 15,4 Prozent der Herren Problemzonen zwischen den Zehen, bei Frauen waren es nur 6,5 Prozent.

Salbe drauf und gut

In den allermeisten Fällen lassen sich Pilzerkrankungen am Fuß aber gut behandeln. In der Regel verschafft eine Salbe mit pilztötenden Wirkstoffen schnell Linderung. Allerdings kann die Pilzerkrankung sehr hartnäckig sein. Symptomfreiheite bedeutet nicht, dass der Schmarotzer oder Pilzsporen bereits verschwunden sind. Die Therapie sollte deswegen niemals vorzeitig abgebrochen werden, nur weil die Haut nicht mehr juckt.

Gelichzeitig sollten von Fußpilz Betroffene möglichen Infektionsherden besonders konsequent aus dem Weg gehen aus dem Weg zu gehen. Das bedeutet zum Beispiel, Socken, Badevorleger oder Handtücher so heiß wie möglich zu waschen, damit die Pilzsporen zugrunde gehen. Besonders bei Befall mit sogenannten Candidapilzen kann auch die lokale Anwendung von Lavendelöl die unerwünschten Untermieter austreiben – das lässt zumindest das Ergebnis einer portugiesischen Studie vermuten. Zumindest aber gut riechen würden sie damit, die Füße.

Stand: 16.02.2017
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Quellen:

  • Leitlinie der Dt. Dermatologischen Ges. (DDG) et al.: Tinea der freien Haut (Stand: Oktober 2008)
  • Plettenberg A.: Dermatologische Infektiologie. Thieme Verlag. 2 Auflage 2004
  • Hahn H. et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer Verlag. 6. Auflage 2008
  • Augustin M. Et al. Prevalence of skin lesions and need for treatment in a cohort of 90 880 workers; British Journal of Dermatology; DOI: 10.1111/j.1365-2133.2011.10436.x
  • Günther A. and Effendy I. : Wachstumsverhalten humanpathogener Pilze in vitro auf verschiedenen Strumpfgeweben; Mycoses; DOI: 10.1111/j.1439-0507.2002.tb04541.x