Haare - Wie funktionieren Färben, Tönen, Renaturieren?

Färben, tönen, wellen - die meisten sind unzufrieden mit ihrem angeborenen Kopfschmuck

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Sie sind unzufrieden mit Ihrem Kopfschmuck? Dann gehören Sie zur Mehrheit, denn die meisten Menschen greifen in das ein, was ihnen natürlicherweise auf dem Kopf wächst. Und da gibt es einiges, was Sie tun können: Strähnen, blondieren, tönen, färben oder das Grau der Haare loswerden und die ursprüngliche Farbe wiederherstellen. Wir erklären, wie das geht!

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Chemische Haarfarben

Haarfärbeprodukte aus der Drogerie enthalten nicht die fertige Farbe, sondern zwei Substanzen, die erst miteinander vermischt werden müssen: Ein Oxidationsmittel - meist Wasserstoffperoxid als Entwicklerlösung- und die Färbecreme in der Tube für den Farbton. Handschuhe sind während der Färbung ein Muss. Die neue Haarfarbe entsteht erst in der Einwirkzeit, wenn sich die eigentlichen Farbstoffe aus kleinen, farblosen Vorstufen bilden. Dringen sie in das Haar ein, reagieren sie mit Wasserstoffperoxid. Die Farbstoffe werden direkt im Haar eingelagert, es ist jetzt dauerhaft gefärbt. Allerdings wachsen die Haare rund einen Zentimeter pro Monat, und so leuchtet am Haaransatz die normale Haarfarbe wieder hervor. Schön sieht das meist nicht aus. Einziges Mittel: Nachfärben, wenigstens den Ansatz.

Die Färbung strapaziert das Haar und die Kopfhaut, weil die chemische Reaktion unmittelbar auf dem Kopf stattfindet. Über die Kopfhaut können die chemischen Substanzen auch in den Körper gelangen. Manche Stoffe in den Haarfärbemitteln gelten als Allergieauslöser. Einige Produkte enthalten als Farbvorstufen aromatische Amine. Studien brachten sie mit einem erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung. Bewiesen ist das allerdings nicht.

Spätestens ab November 2012 müssen Haarfärbemittel einen neuen Warnhinweis tragen: „Haarfärbe­mittel können schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Dieses Produkt ist nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt.“ Der Hinweis gilt Jugendlichen, die nicht wissen, dass Färbemittel Kontaktallergien auslösen können.

Pflanzenhaarfarben

Die Palette an Naturfarben ist im Vergleich zu den chemischen Haarfarben deutlich geringer. Das Farbergebnis hängt extrem von der ursprünglichen Nuance ab und lässt sich nicht immer sicher voraussagen. So kann aus einem dunklen Schopf kein blonder werden. Auch bei der Grauabdeckung hapert es. Ein bekanntes Haarfärbemittel ist Henna. Mittlerweile muss man die Hennafarbe auch nicht mehr unbedingt als Pulver anrühren, sondern es gibt fertige Produkte. Begrenzt ist allerdings die Auswahl der Haarfarben – möglich sind Rottöne und Schwarz. Und: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor Henna-Haarfärbemittel mit p-Phenylendiamin (PPD) – sie stellen ein Gesundheitsrisiko dar.

Tönungen

Tönungen enthalten keine Farbvorstufen, sondern die fertigen Farbstoffe, die sich an die äußere Schuppenschicht der Haare anlagern, oder so klein sind, dass sie in das Haar eindringen und es färben. Graue Haare lassen sich damit allerdings schlecht bekämpfen. Aufhellen kann eine Tönung nicht, sondern nur helles Haar dunkler machen. Mit jeder Haarwäsche verliert das Haar die künstliche Farbe und Sie müssen nachtönen.

Renaturieren

Weg mit dem Grau und zurück zur Naturfarbe! Kann das funktionieren? Ja, nämlich mittels Renaturieren. In das graue Haar werden künstlich hergestellte Vorstufen des schwarz-braunen Melanins (Eumelanin) eingelagert. Viele Produkte enthalten Bleiacetat. Durch eine chemische Reaktion mit Bestandteilen im Haar entstehen schwarze Bleisulfid-Pigmente. Im Lauf der mehrwöchigen Anwendung lagern sie sich immer dichter an den Stellen im ergrauten Haar ab, wo sich die Lufteinschlüsse befinden (durch diese sieht das Haar optisch grau aus). So bekommen Sie ziemlich genau ihre ursprüngliche Haarfarbe zurück – allerdings nicht, wenn Ihre Haarpracht ursprünglich blond oder rötlich gefärbt war. Bislang gibt es nämlich noch kein künstliches Rotpigment. Experten warnen jedoch vor den gesundheitlichen Risiken des Bleiacetats. Es kann sich in den Knochen ablagern und schwere Schäden an Nervensystem und im Blut verursachen.

Stand: 02.10.2014

Vorlage: Paula Dietz
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