Brüchige Nägel – das kann es bedeuten

Jeder Fünfte hat brüchige Nägel

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Nägel sind in der Gesellschaft ein wichtiges Schönheitsattribut. Vor allem Frauen legen viel Sorgfalt in die Pflege ihrer Nägel. Leider macht ihnen ein gefürchtetes Problem oft einen Strich durch die Rechnung: brüchige Fingernägel. Lesen Sie, warum Fingernägel manchmal splittern und brechen, und erfahren Sie in der Bildergalerie was Sie für Ihre Nagelgesundheit tun können.

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Jeder Fünfte hat brüchige Nägel

Aus der Nähe betrachtet besteht ein Fingernagel aus ganz vielen einzelnen Lagen verhornter Zellen. Er entsteht an der Nagelwurzel und schiebt sich mit einer Geschwindigkeit von 0,5 bis 1,2 Millimetern pro Woche nach außen. Normalerweise liegt der Wasseranteil der Hornplatte bei 18 Prozent. Sinkt er unter 16 Prozent, fangen die Nägel an, rissig zu werden und können brechen.

Brüchige Nägel sind bei Weitem kein seltenes Phänomen. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 20 Prozent der Bevölkerung betroffen sind - Frauen ungefähr doppelt so häufig wie Männer.

Allerdings sind Fingernägel individuell sehr verschieden: Es gibt sehr harte, besonders dicke, weiche, dünne, spröde oder leicht splitternde Nägel. Zum Teil sind diese Qualitäten erblich bedingt, zum Teil sind äußere Faktoren dafür verantwortlich. Denn Fingernägel sind täglich den verschiedensten Einflüssen ausgesetzt – viele davon stressen die Hornplatten. Dazu gehören nicht zuletzt das tägliche mehrmalige Händewaschen, aber auch Chemikalien wie zum Beispiel Nagellackentferner.

Längs oder quer gesplittert

Grundsätzlich unterscheiden Experten zwei Arten von Nagelbrüchigkeit. Zum einen gibt es die sogenannte Onychoschisis - dabei blättert der Nagel schichtweise vom freien Rand her ab. Zum anderen gibt es den Fall, dass die Nägel der Länge nach aufsplittern, den Fachleuten als „Onychorrhexis“ bekannt. Für diese Erscheinungen sind in den meisten Fällen Seife und Co. verantwortlich. Es kommen aber noch weitere Auslöser in Betracht:

Vitaminmangel: Besonders ein Mangel an Vitamin B, Vitamin C, Biotin, Folsäure oder Cobalamin kann brüchige Nägel verursachen. Aber auch eine Überdosierung an Vitamin A kann die Nagelveränderung bedingen.

Mineralstoffmangel: Kalziummangel kann sich in brüchigen Nägeln äußern. Aber auch Eisenmangel, zum Beispiel als Folge einer Blutarmut, kann sich an den Fingernägeln abzeichnen.

Hautkrankheiten: In manchen Fällen sind die brüchigen Nägel eine Begleiterscheinung von Schuppenflechte, Ekzemen, Knötchenflechte oder Nagelpilz.

Kranke Schilddrüse: Die Körperhormone beeinflussen auch das Wachstum der Nägel. So kann sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse die Brüchigkeit erhöhen. Aufmerksam sollte werden, wer noch andere Anzeichen wie allgemeine Erschöpfung, Schwitzen, Herzrasen, Hauttrockenheit und struppiges Haar hinzukommen.

Rheumatoide Arthritis: Brüchige, glanzlose Nägel mit Wachstumsstörungen und kleinen Einblutungen sind eine mögliche Folge dieser Krankheit.

Zytostatika: Medikamente, die gegen Krebszellen eingesetzt werden, hemmen nicht nur deren Wachstum. Auch die Wachstumszone der Nägel kann dadurch vorübergehend Schaden nehmen – die mögliche Folge sind brüchige Nägel.

Splitternde Nägel – ein Fall für den Arzt?

Brüchige Nägel kommen bei vielen Menschen vor und geben nicht unbedingt Anlass zur Sorge. Gerade mit zunehmenden Alter treten beispielsweise mehr Längsriffelungen auf, und auch die Brüchigkeit und Neigung zur Spaltung nehmen zu. Sollten Sie trotzdem Bedenken haben, wenden Sie sich an einen Arzt. Dieser wird unter anderem etwas über Ihre Ernährungsgewohnheiten wissen wollen, und seit wann die brüchigen Nägel auftreten. Anhand einer Blutuntersuchung kann er anschließend feststellen, ob Sie zum Beispiel an einem Eisenmangel leiden.

Stand: 17.01.2017
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Quellen:

  • Ellsässer: Körperpflegekunde und Kosmetik; Springer Verlag, 2. Auflage
  • Altmeyer, P. et al.: Dermatologische Differenzialdiagnose, Springer Verlag, 2011
  • Zaun, H. & Dill-Müller, D.: Krankhafte Veränderungen des Nagels, Spitta Verlag, 2004
  • Herrmann K., Trinkkeller U.: Dermatologie und medizinische Kosmetik: Leitfaden für die kosmetische Praxis; Springer Verlag, 2. Auflage