Krampfadern – Tipps gegen ausgeleierte Venen

Beingüsse, Stützstrümpfe, Venensalben, Verödung: Diese Maßnahmen können den Blutstau in den Beinen beseitigen

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Bläulich schimmernde, erweiterte Venen, die sich an den Beinen entlang schlängeln: Krampfadern sind oft nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern können auch Beschwerden verursachen - von schweren Beinen bis hin zu offenen Geschwüren. Damit es nicht soweit kommt, sollte man frühzeitig etwas unternehmen - wir zeigen Ihnen, was Sie gegen Krampfadern tun können!

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Krampfadern bedeuten Stau in den Beinen: Die ausgeleierten Venen, deren Wände an Elastizität eingebüßt haben, sind nicht mehr in der Lage, den Rückstrom des Blutes in Richtung Herz zu unterstützen. Das Blut staut sich, was sich zunächst als Schwere- und Spannungsgefühl in den Beinen bemerkbar macht. Juckreiz und nächtliche Fuß- und Wadenkrämpfe können dazukommen. Der Druck des gestauten Blutes auf die Gefäßwände macht diese mit der Zeit durchlässiger: Flüssigkeit und Blutbestandteile werden ins Gewebe gepresst, was Schwellungen und später Hautverfärbungen zur Folge hat. Unter dem Blutstau leidet zudem die Sauerstoffversorgung des Gewebes, was schließlich zu Beingeschwüren führen kann. Nicht zuletzt können Krampfadern eine oberflächliche Venenentzündung sowie die Bildung von Blutgerinnseln nach sich ziehen.

Das können Sie selbst tun

Insgesamt also viele Gründe, Krampfadern frühzeitig zu behandeln. Folgendes können Sie selbst gegen den Blutstau in den Beinen und seinen Folgen tun:

  • Vermeiden Sie langes Stehen und Sitzen. Wenn Sie einen Schreibtischjob haben, sollten Sie möglichst oft aufstehen und herumgehen. Außerdem sollten Sie im Sitzen Ihre Beine nicht überkreuzen und regelmäßig Ihre Füße und Beine bewegen (z.B. kreisen), um die Blutzirkulation anzuregen. Sie können die Beine zwischendurch auch höher lagern, um den Rückstrom des Blutes zu erleichtern.
  • Während des Schlafes sollten Ihre Beine höher gelagert sein.
  • Machen Sie regelmäßig kalte Beingüsse, um die Durchblutung anzuregen.
  • Hitze ist schlecht für die Durchblutung. Meiden Sie daher möglichst starke Sonnenstrahlung und Saunabesuche.
  • Stützstrümpfe (Kompressionsstrümpfe) werden bei leichten bis mäßig starken Krampfader-Beschwerden empfohlen, etwa bei geschwollenen Knöcheln. Wichtig ist die richtige Passform. Lassen Sie sich daher in einem Fachgeschäft beraten bzw. die Strümpfe nach Maß anfertigen. Zudem sollten Stützstrümpfe nach vier bis sechs Monaten ausgetauscht werden.
  • Kompressionsverbände erfüllen die gleiche Funktion wie Stützstrümpfe: Sie steigern den Druck in den Beinen; das unterstützt die ausgeleierten Venenwände und sorgt dafür, dass die Venenklappen wieder besser schließen. Kompressionsverbände werden vor allem in den ersten Tagen nach einer Venenoperation sowie bei sehr starken Wassereinlagerungen (Schwellungen) im Gewebe getragen.
  • Es werden verschiedene Medikamente gegen Krampfadern zur innerlichen oder äußerlichen Anwendung angeboten, so etwa Venensalben mit Heparin und Pflanzenextrakten, entwässernde Mittel (Diuretika), pflanzliche Präparate (z.B. auf der Basis von Rosskastanie, Mäusedorn, rotem Weinlaub, Steinklee), venenstärkende Medikamente. Die Wirksamkeit mancher Präparate ist unter Fachleuten umstritten. Beraten Sie sich am besten mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Das macht der Arzt

Verödung

Oberflächliche und dünne Krampfadern lassen sich veröden, entweder durch Einspritzen von Flüssigkeit oder Schaum oder mittels Laser oder Radiowellen. Nicht möglich ist eine Verödung bei größeren Krampfadern sowie bei Verbindungsvenen zwischen oberflächlichen und tiefen Gefäßen (Perforansvenen). Hier könnte eine Verödung den Blutfluss in tieferen Gewebeschichten beeinträchtigen.

Operation

Krampfadern lassen sich auch operativ entfernen bzw. unterbinden, wobei verschiedene Techniken zur Verfügung stehen (Venenstripping, Krossektomie, Perforansligatur). Da in den Beinen sehr viele Venen verlaufen, ist der Blutrückstrom in der Regel dennoch gewährleistet. Voraussetzung für eine Krampfader-Operation ist jedoch, dass die tiefen Beinvenen durchgängig sind.

Stand: 29.05.2013

Vorlage: Dr. med. Katharina Larisch
Redaktion:

Quellen:

  • Robert Koch-Institut: Venenerkrankungen der Beine. Aus der Reihe "Gesundheitsberichterstattung des Bundes" (Stand: Mai 2009)
  • Leitlinien der Dt. Ges. f. Phlebologie (DGP): Sklerosierungsbehandlung der Varikose. (Stand: September 2007)
  • Braun-Falco O. et al.: Dermatologie und Venerologie. Springer Verlag. 5. Auflage 2005
  • Classen M. et al.: Innere Medizin. Urban & Fischer Verlag. 6. Auflage 2009
  • Grünwald J. et al.: Grüne Apotheke. Gräfe und Unzer Verlag. 1. Auflage 2004
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2012