Nagelpilz – das können Sie selbst tun

Wie Sie die oft langwierige medikamentöse Behandlung von Nagelpilz mit natürlichen Mitteln unterstützen können

© Doris Heinrichs / Fotolia

Haben sich Pilze erst mal an den Zehennägeln breit gemacht, wird man sie nur schwer wieder los. Es gibt zwar spezielle Nagellacke, Salben oder Tabletten, welche die Nagelpilzzellen abtöten, doch die Behandlung erfordert viel Zeit und Geduld. Mit folgenden Tipps können Sie den Kampf gegen den hartnäckigen Nagelpilz unterstützen! Außerdem in der Klickstrecke: wie der Nagelpilz gar nicht erst entsteht.

Mehr zum Thema

Die Gefahr lauert vor allem in Schwimmbad und Fitness-Studio, in der Sauna, den Duschen und Umkleidekabinen von Sportstätten: Feucht-warmes Milieu und viele Barfußläufer - mehr brauchen die Erreger von Nagelpilz (meist Fadenpilze = Dermatophyten) nicht, um schnell ein neues Opfer zu finden. Schweißfüße und Feuchtigkeitsstau in Schuhen (z.B. Turnschuhen) sowie Durchblutungsstörungen (wie bei Diabetes) machen den Sporen den Befall der Zehennägel leicht. Ebenfalls günstig für die Pilze wirkt sich das Tragen enger Schuhe aus: An den Druckstellen der eingequetschten Zehen verringert sich die Abwehrkraft von Haut und Nägeln. Pilzsporen haben dann leichtes Spiel.

Langwierige Behandlung

Um den lästigen und hartnäckigen Untermieter wieder los zu werden, wendet die Schulmedizin verschiedene Strategien an: regelmäßiges Abschleifen der befallenen Nägel, Auftragen von speziellen Nagellacks oder Salben mit pilzabtötenden Wirkstoffen oder Tabletten zum Einnehmen, die den Nagelpilz von innen angreifen. Die Behandlung kann sich lange hinziehen. So müssen etwa Tabletten gegen fortgeschrittenen Pilzbefall solange eingenommen werden, bis der gesamte befallene Nagel herausgewachsen ist, was bei Zehennägeln bis zu einem Jahr dauern kann!

Diese schulmedizinische Behandlung können Sie mit folgenden Tipps unterstützen, bei alternativmedizinischen Maßnahmen am besten in Absprache mit dem Arzt.

Ätherische Öle

Bei Fuß- und Nagelpilz setzt die Aromatherapie vor allem auf Palmarosa (Cymbopogon martinii Will. Watson), Thymian Thymol (Thymus vulgaris CT Thymol) und Vetiver (Vetiveria zizanoides Nash). Geben Sie die ersten acht Tage jeweils einen Tropfen Thymian Thymol pur auf den befallenen Nagel. Ab dem neunten Tag sollten Sie täglich ein spezielles Pflegeöl an den befallenen Nägeln und den umliegenden Hautpartien anwenden, das sich wie folgt zusammensetzt: fünf Tropfen Palmarosa, drei Tropfen Thymian Thymol und zwei Tropfen Vetiver auf 10 Milliliter Johanniskrautöl.

Achtung! Thymian Thymol ist nicht geeignet für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder. Hier bietet sich als Alternative das ätherische Öl von Nelkenknospen an. Halten Sie am besten Rücksprache mit einem Fachmann.

Ebenfalls sehr wirkungsvoll bei Nagelpilz ist Teebaumöl. Es wird mit einem Wattebausch direkt auf die befallenen Stellen aufgetragen.

Homöopathie

Die Homöopathie kennt verschiedene Mittel, um die Behandlung von Nagelpilz zu unterstützen: Antimonium crudum D 12, Graphites D 12, Sepia D 12 und Silicea D 6. Welches dieser Mittel am besten geeignet ist, hängt vom Einzelfall ab. Silicea beispielsweise empfiehlt sich, wenn Sie immer wieder unter Nagelpilz sowie Einrissen am Nageloberhäutchen (Niednägeln) und Nagelbettentzündungen leiden. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Homöopathen beraten.

Schüssler Salze

Ergänzend zur Behandlung von Haut- und Nagelpilzinfektionen können Sie es mit den Schüssler Salzen  Nr. 1 (Calcium floratum D 12), Nr. 6 (Kalium sulfuricum D 6) und Nr. 10 (Natrium sulfuricum D 6) versuchen. Die Mittel Nr. 1 und 10 werden in Salbenform angewendet, Nr. 6 in Tablettenform zur Einnahme. Besprechen Sie die Dosierung mit einem erfahrenen Therapeuten.

Knoblauch

Bestimmte Inhaltsstoffe des Knoblauchs können Pilze bekämpfen. Die Pflanzenheilkunde empfiehlt daher bei Nagelpilz, dünne Knoblauch-Scheiben auf die befallenen Stellen aufzulegen. Wer will, kann den Knoblauch auch roh verzehren und somit den Kampf gegen den Pilz von innen unterstützen.

Kaliumpermanganat

Bei Fuß- und Nagelpilz kann Kaliumpermanganat helfen, ein Kaliumsalz mit desinfizierender Wirkung. Empfohlen werden Kaliumpermanganat-Bäder (ca. eine Messerspitze der rot-violetten Kristalle auf vier Liter lauwarmes Wasser). Es gibt auch fertige Kaliumpermanganat-Lösungen, aus denen Sie entsprechend den Anweisungen in der Gebrauchsinformation ein Fußbad bereiten können.

Wäsche

Nach der Fußwäsche sollten Sie die Füße sorgfältig mit einem separaten Handtuch abtrocknen. Eventuell können Sie sogar den Fön verwenden, um letzte Feuchtigkeitsreste (etwa in den Zehenzwischenräumen) zu beseitigen. Das ist sehr wichtig, denn Pilze lieben es feucht. Das verwendete Handtuch sollten Sie - ebenso wie Socken, Strümpfe und Bettwäsche - bei mindestens 60° C (besser 95° C) waschen, um alle Pilzsporen abzutöten.

Nagelpflege

Pilzbefallene Nägel müssen regelmäßig geschnitten und gefeilt werden - es gilt, den Infektionsherd so klein wie möglich zu halten. Beachten Sie, dass Sie sich mit dem beim Feilen entstehenden Nagelstaub ständig neu infizieren können (z.B. an bisher gesunden Nägeln). Die Haut (vor allem rund um den Nagel) sowie die Nagelfeile müssen daher nach der Pediküre desinfiziert werden. Wenden Sie diese Feile auch nach der Desinfektion nicht an gesunden Nägeln an. Sie können sich auch Einmal-Feilen besorgen, die nach dem Gebrauch im Müll landen.

Fußbekleidung

Meiden Sie enge und/oder luftundurchlässige Schuhe wie Gummistiefel. Besonders in den Sommermonaten sollten Sie Ihr Schuhwerk (Turnschuhe, Stiefel, feste Halbschuhe) regelmäßig mit einem pilzabtötenden Spray desinfizieren. Tragen Sie keine Socken aus synthetischem Material - sie begünstigen das Pilzwachstum. Besser geeignet sind Baumwollsocken, die Sie jeden Tag wechseln sollten.

Die genannten Tipps können für sich genommen keine Pilzinfektion der Nägel beseitigen. Aber sie können die Wirkung von Antipilzmitteln, die Ihnen der Arzt empfohlen hat, unterstützen - damit Sie bald wieder pilzfrei durchs Leben gehen.

Stand: 04.10.2016
Autor:

Quellen:

  • Herrmann, K. & Trinkkeller, U.: Dermatologie und medizinische Kosmetik, Springer Verlag, 2006
  • Werner, M.: Mind-Maps® Aromatherapie, Georg Thieme Verlag, 2012
  • Wiesenauer, M. & Kirschner-Brouns, S.: Homöopathie – Das große Handbuch, Gräfe und Unzer Verlag, 2007
  • Grünewald, K.: Theorie der medizinischen Fußbehandlung, Band 1, Verlag Neuer Merkur GmbH, 2002
  • Thanner, M.: Kinderheilkunde für Heilpraktiker und Heilberufe, Georg Thieme Verlag, 2004
  • Wenzel, P.: Hausapotheke, Gräfe und Unzer Verlag, 2006
  • Grillparzer, M.: KörperWissen, Gräfe und Unzer Verlag, 2006
  • Netdoktor.de (www.netdoktor.de/krankheiten/nagelpilz)