Ohren säubern – Hände weg von Wattestäbchen

Wattestäbchen, Seife, Ohrkerzen? Wie man die Ohren richtig reinigt – und was man unbedingt vermeiden sollte!

© Piotr Marcinski / Fotolia

Eigentlich müssen Sie Ihre Ohren gar nicht putzen, denn der Gehörgang reinigt sich selbst: Jeglicher Abfall – überschüssiges Ohrenssekret, Hautschüppchen, Schmutz- und Staubpartikel – wird als Schmalzpfropfen nach außen befördert. Doch wie sieht die richtige Ohrenpflege aus – mit Waschlappen, Seife oder doch Wattestäbchen? Erfahren Sie in der Klickstrecke, warum wir eigentlich dankbar für unser Ohrenschmalz sein sollten.

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Ohrmuscheln

Zum Säubern der Ohrmuscheln braucht es gar nicht viel: Ein Waschlappen oder Wattebausch, angefeuchtet mit lauwarmem Wasser, reicht. Oder Sie lassen einfach beim Duschen oder Haarewaschen etwas Wasser (ohne Shampoo oder Seife!) in die Ohren laufen und trocknen anschließend die Ohrmuscheln ab. Ist die Ohrmuschel trocken und juckt, kann einfach etwas Babyöl einmassiert werden.

Hinter den Ohren

Vergessen Sie auch nicht, sich hinter den Ohren regelmäßig zu waschen. Anschließend sollten Sie diesen Hautbereich gut abtrocknen, damit es nicht zu Entzündungen kommt, was vor allem bei Kindern öfters vorkommt.

Gehörgang

Wie anfangs erwähnt, sollten Sie den Gehörgang bei jeder Säuberungsaktion außen vor lassen. Seine zarten Flimmerhärchen können überflüssiges Ohrenschmalz, Hautschüppchen, Staub- und Schmutzpartikel – alles verpackt als Schmalzpfropfen – ganz allein in Richtung Ausgang transportieren. Jede „Hilfe“ von außen ist unnötig und richtet höchstens Schaden an.

Keine Wattestäbchen!

Ohrenschmalz ist kein Schmutz! Vielmehr erfüllt das klebrige Sekret eine wichtige Funktion um die Ohren gesund zu halten. Zusätzlich sorgt es dafür, dass der Gehörgang nicht austrocknet und geschmeidig bleibt.

Besonders Wattestäbchen sind im Gehörgang tabu. Das harte Stäbchen unter den kleinen Wattepfropfen an beiden Enden kann die Haut im Gehörgang verletzen, das kann sogar zu einer schmerzlichen Entzündung oder zu Ekzemen führen. Wenn man tief im Gehörgang herumstochert, kann auch das Trommelfell gereizt oder beschädigt werden - stechende Ohrenschmerzen oder eine Mittelohrentzündung können die Folge sein. Nicht zuletzt schiebt man mit Wattestäbchen das Ohrenschmalz meist nur tiefer in den Gehörgang hinein bis vor das Trommelfell. Hier kann es eintrocknen und als harter Pfropf am Trommelfell festkleben – dann bleibt nur noch der Gang zum HNO-Arzt.

Wer gar nicht auf seine Wattestäbchen verzichten möchte - weniger gefährlich als normale Wattestäbchen sind solche für Babys: Ihre Wattebäusche an den Enden sind so verdickt, dass man mit ihnen nicht tief in die Ohren eindringen kann.

Putzaktion beim HNO-Arzt

Der Fachmann kann auch helfen, wenn Ihre Ohren übermäßig viel Ohrenschmalz bilden. Sie sollten es am besten alle drei Monate vom Arzt entfernen lassen. Manchmal passiert das durch Aussaugen, manchmal durch Herausziehen mithilfe eines Häkchens oder durch Ausspülen mit warmem Wasser.

Mythos Ohrkerzen

Ohrkerzen sind lange, dünne oder nach oben trichterförmig verbreiterte „Kerzen“ verschiedenster Zusammensetzung, die innen hohl sind. Eine Ohrkerze wird, in Seitenlage des Kopfes, in ein Ohr gesteckt und oben angezündet. Das soll unter anderem Ohrenschmalz und „Giftstoffe“ aus dem Gehörgang herausziehen. Der wissenschaftliche Beleg dafür fehlt jedoch. Zudem können Ohrkerzen schwere Gesundheitsschäden anrichten, warnen Experten.

 

Stand: 11.03.2014
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Quellen:

  • Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.
  • U.S. Food and Drug Administration (FDA): Ear Candles: Risk of Serious Injuries (2010)