Vorsicht Ansteckungsgefahr - fiese Hautkrankheiten

Über manche Hautkrankheiten wird nicht gerne gesprochen

© Angel Simon/Fotolia

Hautkrankheiten sind besonders fies, denn oft sind sie für andere gut sichtbar. Warzen, Nagelpilz und Co. sind aber nicht nur ein ästhetisches Problem – sie sind auch ansteckend. Lesen Sie hier, welche Hautleiden man besser nur seinem Arzt erzählt. Außerdem in der Klickstrecke: Das können Sie tun, wenn Sie von Warzen heimgesucht werden.

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Warzen können überall auftreten

Sie sind etwa zwei bis drei Millimeter groß, meist hautfarben und können überall am Körper auftreten: Warzen. Zwar sind die kleinen Hautwucherungen meist harmlos, sie können aber ausgesprochen störend sein. Je nachdem wo die Warzen vorkommen, treten sie in in den unterschiedlichsten Formen auf. Bei manchen Menschen sitzen sie als kleine halbkugelförmige Wucherungen zwischen Fingern und Zehen, bei anderen wachsen fadenförmige Gebilde (Pinselwarzen) an den Augenlidern. Aber auch die sogenannten Dornwarzen, die unter der Fußsohle sitzen und bei Belastung sehr schmerzhaft sein können, kommen häufig vor.

Warzen breiten sich schnell aus

Da Warzen ansteckend sind und sich im Extremfall auf dem gesamten Körper ausbreiten können, sollten Sie einiges im Umgang mit den unangenehmen Hautwucherungen beachten. Kratzen Sie Warzen zum Beispiel nicht auf, denn so verteilen sich die Erreger auf der Haut. Außerdem sollten Sie regelmäßig die Handtücher wechseln. Auch dort tummeln sich die ansteckenden Viren, wenn Sie in Kontakt mit den befallenen Hautstellen gekommen sind. Erfahren Sie hier, welche Tipps Sie vor Warzen schützen.

Feigwarzen wuchern im Genitalbereich

Besonders unangenehm sind die sogenannten Feigwarzen. Sie kommen im Genitalbereich vor und sind hoch ansteckend. Diese Warzenform zählt zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen. In der Regel sind Feigwarzen kleine, etwa stecknadelkopfgroße, gutartige Gewebswucherungen. Manchmal können sie aber auch mehrere Zentimeter groß werden und zu Rosenkohl-ähnlichen Gebilden heranwachsen. Sie treten häufig in großer Zahl an Geschlechtsteilen, After oder Enddarm auf.

Partnertherapie bei Feigwarzen

Feigwarzen werden vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen. Hat man sich infiziert, ist es wichtig, dass sich beide Partner behandeln lassen. Abhängig davon, wo sich die Warzen befinden und wie groß diese sind, gibt es unterschiedliche Therapieansätze. Dabei können sowohl verschiedene Cremes, als auch Tabletten oder ein Skalpell zum Einsatz kommen.

Pilzbefall der Nägel

Etwa fünf bis zwölf Prozent aller Europäer leiden unter Nagelpilz. Er entsteht, wenn die Nägel mit den Sporen bestimmter Pilze in Berührung kommen. Ein Pilzbefall der Nägel äußert sich durch eine verdickte Nagelplatte, die zusätzlich verformt ist und gelblich-erscheinende Stelle hat. Die Infektion entsteht in der Regel an den Nagelrändern. Beim Schneiden der Nägel bröckeln die gelblich erscheinenden Stellen ab. Gerade im Sommer, wenn man barfuß oder in schicken Sandalen läuft, stören die verformten Nägel erheblich. Wer dem Nagelpilz zu Leibe rücken möchte, sollte die betroffenen Stellen regelmäßig abschneiden. Reinigen Sie die infizierten Stellen außerdem gründlich. Spezielle Nagellacke oder Salben töten den Pilz ab. Wie Sie sich vor Nagelpilz schützen - die besten Tipps.

Jeder Zehnte hat Fußpilz

Pilze an den Füßen betreffen nicht immer nur die Nägel. So leidet rund jeder zehnte Bürger in Deutschland unter Fußpilz. Zu den häufigsten Symptomen gehören neben einer stark schuppenden Fußsohle unter anderem auch Brennen und Jucken sowie Rötungen und kleine Bläschen. Der Fußpilz entsteht, wenn die Erreger in die Haut eindringen können, etwa über kleine Verletzungen oder Risse. Aber auch eine aufgeweichte Haut bietet ideale Angriffspunkte. Achten Sie deshalb beispielsweise darauf, Ihr Füße nach dem Joggen gründlich zu reinigen und die feuchten Turnschuhe gut zu lüften. Fußpilz gekonnt vorbeugen - mit diesen Tricks klappt´s.

Herpes im Genitalbereich

Herpes am Mund ist den meisten Menschen bekannt. Die Erkrankung äußert sich in kleinen Bläschen, meist im Bereich der Lippen. Herpes tritt allerdings nicht nur im Gesicht auf, auch im Bereich der Genitalien kann sich das Herpes-Simplex-Virus einnisten. Genitalherpes wird durch Geschlechtsverkehr übertragen und ist hoch ansteckend. Je nachdem, wie schwer die Erkrankung ausfällt, sind die Anzeichen von Mensch zu Mensch verschieden. Sie reichen von kleinen hellen Bläschen bis hin zu Geschwüren. Hinzu kommen bei manchen geschwollene Lymphknoten, Fieber oder Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Bei Anal- und Oralsex mit einem erkrankten Partner können die Viren auch Mund und Rachen befallen. Besonders gemein: Hat sich der Erreger erst einmal eingenistet, kann die Erkrankung immer wieder ausbrechen.

Bei Verdacht zum Arzt

Bei Verdacht auf Genitalherpes sollten Betroffene sexuellen Kontakt vermeiden und einen Arzt aufsuchen. Dieser verordnet dann ein Anti-Virus-Medikament. Ist das Virus besonders hartnäckig, kann eine Dauertherapie sinnvoll sein. In besonders schweren Fällen ist ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig.

Schämen Sie sich nicht

Sollten Sie von einer Hautkrankheit heimgesucht worden sein, ist das kein Grund sich zu schämen. Um die Beschwerden wieder los zu werden, ist es in den meisten Fällen ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Die meisten Erkrankungen lassen sich gut behandeln.

Stand: 19.11.2013
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Quellen:

  • Braun-Falco O. et al.: Dermatologie und Venerologie. Springer. 5. Auflage 2005
  • Streit M. et al.: Humanes Papilloma-Virus und das klinische Spektrum von Warzen. Schweiz Med Forum 2001; 32: 814-19
  • Heyn G.: Humane Papilloma-Viren statt Hexenzauber. Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: PZ 2004; 47
  • Leitlinie d. Dt. Ges. f. Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) et al.: Prävention, Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion und präinvasiver Läsionen des weiblichen Genitale (Stand: Juni 2008)