Das sind die größten Zahnfeinde

Zitrusfrüchte sind gefährlich für die Zähne

© Nick Freund_Fotolia

Die Zähne kauen, zerkleinern und zermahlen die Nahrung und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Verdauung. Die wenigsten Zähne können dies ein Leben lang tun, denn viele Menschen gehen mit ihnen nicht gerade pfleglich um. Die Folge: Karies und im schlimmsten Fall sogar Zahnverlust. Das sind die größten Feinde für Ihre Beißer! Außerdem in der Bildergalerie: Welche Ernährung Ihren Zähnen gut tut.

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Zucker als Bakterientreibstoff

Der größte Feind gesunder Zähne ist Zucker (Kohlenhydrate). Allerdings greift nicht der Zucker selbst die Zähne an, sondern bestimmte Bakterien. Der Zucker dient ihnen als Nahrung, wobei sie ihn in Säure umwandeln. Und diese Säuren machen dem Zahn zu schaffen. Sie lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz, Karies entsteht. Zusätzlich lässt der Zucker die Keime im Mund besser an den Zähnen haften – diesen „Zahnbelag“ kann man sogar sehen, wenn man mit dem Fingernagel über den Zahn kratzt. Also einfach auf Schokolade, Limo und Co. verzichten? So einfach ist es leider nicht, denn Zucker ist noch in viel mehr Lebensmitteln enthalten, zum Beispiel in Brot, Ketchup oder auch als Fruchtzucker in Obst.

Es komme außerdem weniger auf die Menge des konsumierten Zuckers an, sondern auf die Häufigkeit des Verzehrs, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Denn jede kleine Zuckerportion gibt den Bakterien neuen Treibstoff – und kurbelt so die Säureproduktion an. Deswegen ist es sogar besser, eine Tafel Schokolade am Stück zu essen, als über Stunden verteilt jeweils nur ein Stückchen – das gilt aber nur für die Zahngesundheit.

Fiese Säuren

Säuren werden aber nicht nur von Bakterien produziert, sondern stecken auch in vielen Lebensmitteln. Das gilt besonders für Fruchtsäfte, Obst (besonders Zitrusfrüchte), Tomaten, Salatdressings oder auch Früchtetees und Wein. Natürlich muss wegen der Wirkung auf die Zähne keiner auf diese Nahrungsmittel verzichten – vorausgesetzt, er konsumiert sie in normalen Mengen. Wer allerdings schon Probleme mit der Zahnerosion hat, sollte mit dem Zähneputzen nach dem frischgepressten O-Saft lieber etwas warten. Ansonsten beschleunigt er durch das Schrubben den Abrieb an den Zähnen. Ein weiterer Trick ist, die Wirkung der Säure mithilfe von Milchprodukten abzumildern. Das heißt, den Apfel zum Beispiel in den Joghurt zu schnipseln oder das Dressing mit Joghurt aufzupeppen.

Falsche Mundhygiene

Eigentlich gehört das Zähneputzen zum Standard der Zahngesunderhaltung. Aber auch hier kann man Fehler machen. Wer zum Beispiel beim Putzen zu fest aufdrückt, schrubbt das Zahnfleisch regelrecht weg. Es weicht zurück und gibt Teile des empfindlichen Zahnhalses frei. So haben nicht nur die Kariesbakterien mehr Angriffsfläche, sondern die Zähne reagieren oft empfindlich auf Hitze, Kälte oder sogar Zugluft. Wer dazu neigt, seine Zähne falsch zu putzen, sollte auf jeden Fall eine Bürste mit weichen Borsten wählen oder - noch besser - eine elektrische Zahnbürste benutzen. Und: Experten empfehlen, die Zahnbürste alle drei Monate auszutauschen. Verbogene Borsten mindern sonst die Reinigungswirkung. Auch die Reinigung der Zahnzwischenräume (z.B. Zwischenraumbürsten, Zahnseide, Zahnband) gehört zum täglichen Pflegeprogramm.

Mundtrockenheit

Der Mund hat eigentlich auch einen integrierten Selbstreinigungsmechanismus. Verschiedene Drüsen im Mund sorgen dafür, dass immer genügen Speichel vorhanden ist. Die Flüssigkeit erfüllt viele wichtige Funktionen: Unter anderem hilft sie dabei, schädliche Eindringlinge fortzuspülen, sodass weniger Karies entstehen kann. Kommt es aber zu Mundtrockenheit, steigt nicht nur die Gefahr für Mundgeruch, sondern auch für Schäden an den Zähnen.
Erfahren Sie in der Bildergalerie, wie Sie den Speichel zum Fließen bringen.

Mahlendes Zahnwerk

Zähneknirschen ist bis zu einem bestimmten Grad normal. Ungesund für die Zähne wird es, wenn das nächtliche Mahlen so stark wird, dass die Zahnsubstanz mit abgerieben wird. Immerhin wirken bis zu 40 Kilogramm Druck pro Quadratzentimeter auf die Beißer. Durch das Zähneknirschen können sich sogar Zähne lockern. Steuern Sie hier rechtzeitig gegen! Bewährt haben sich zum Beispiel Entspannungstechniken oder Beißschienen.

Durch Qualmen Zähne verlieren

Einer der größten Feinde für Ihre Zähne ist das Rauchen. Der Zigarettenrauch enthält unzählige giftige und sogar krebserregende Substanzen – diese bleiben nicht ohne Wirkung auf die Zähne. Raucher haben zum Beispiel öfter Karies. Dabei steigt das Risiko mit der Anzahl gerauchter Zigaretten. Nikotinabhängige haben außerdem mehr zerstörte Zähne und mehr Füllungen als Nichtraucher. Infolgedessen fehlen den Rauchern häufiger Zähne als den Mitmenschen, die die Finger von den Glimmstängeln lassen. Wer sich für ein Implantat im Mund entscheidet, sollte Nichtraucher werden, damit es möglichst lange hält. Bei starken Rauchern gehen viele Implantate verloren. Nicht zuletzt verfärben sich auch die Zähne, was viele als optischen Makel empfinden.

Angst vorm Zahnarzt

Kaum einer geht wirklich gerne zum Zahnarzt. Trotzdem sollten Sie die empfohlenen Termine wahrnehmen. Wenn Sie rechtzeitig gegensteuern, lässt sich leichter verhindern, dass es zum Beispiel zum Verlust eines Zahnes kommt. Scheuen Sie deshalb im Interesse Ihrer Zahngesundheit nicht den Gang zum Arzt. Wer wirklich panisch Angst hat, für den bieten manche Zahnärzte gezielt Hilfe an.

Stand: 20.11.2014
Autor:

Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. (DGZMK) (www.dgzmk.de; Abruf 19.11.2014)
  • Bundeszahnärztekammer (www.bzaek.de; Abruf 19.11.2014)