Keine Angst vor Zahnersatz!

Konventionelle Zahnimplantate sind stabil, aber teuer und aufwändig im Einsetzen. Einfacher geht’s mit Mini-Implantaten

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Ein nettes Lächeln wird durch schöne Zähne noch strahlender. Wer nicht von Natur aus mit perfekt sitzenden, gesunden Beißerchen gesegnet ist, kann Zahnschäden und Zahnlücken mit dem passenden Zahnersatz beseitigen – etwa mit Prothesen, Kronen, Brücken oder immer öfter auch mit Mini-Implantaten.

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Ob Karies, Parodontitis oder ein Sturz mit dem Fahrrad – bei stark geschädigten oder fehlenden Zähnen muss ein Zahnersatz her: Er füllt unschöne Zahnlücken auf und hilft beim Zerkauen von Apfel, Schnitzel und Käsebrot. Außerdem verbessert ein Zahnersatz die Aussprache, es kann sonst vorkommen, dass man wegen Lücken in der Zahnreihe undeutlicher spricht.

Zahnersatz – herausnehmbar oder festsitzend

Passend für die unterschiedlichsten Bedürfnisse gibt es verschiedene Arten von Zahnersatz: Wenn etwa der gesamte Ober- und/oder Unterkiefer zahnlos ist, wird eine Vollprothese (Totalprothese) notwendig – ein künstliches Gebiss, das jeden Abend herausgenommen wird und die Nacht in einem Reinigungsbad verbringt. Auch eine Teilprothese wird regelmäßig zur Reinigung herausgenommen. Sie schließt eine größere Zahnlücke, die durch den Verlust mehrerer nebeneinanderliegender Zähne entstanden ist. 

Auch Brücken können eine solche größere Zahnlücke ausfüllen. Im Unterschied zu Teilprothesen sind sie aber nicht herausnehmbar, sondern an den Pfeilerzähnen (Ankerzähnen) am Rand der Lücke fix befestigt. Brücken sind somit ein festsitzender Zahnersatz – ebenso wie Kronen. Sie ersetzen einen Teil oder die gesamte Substanz eines Zahnes: Die Reste eines stark zerstörten Zahnes werden mit einem geeigneten Material (Metalllegierung, Keramik, Kunststoff) ummantelt, was als Überkronung bezeichnet wird.

Implantate

Ebenfalls ein fixer Zahnersatz sind Implantate, bestehend aus meist drei Teilen: Implantatkörper, Halsteil und Krone. Der Implantatkörper wird wie eine künstliche Zahnwurzel fest im Kieferknochen verankert. Am oberen Ende, dem Halsteil, wird dann die Krone befestigt.

Meist dauert es drei bis acht Monate bis ein Implantat fest mit dem Knochen verwachsen ist und dann maximaler Kaubelastung standhalten kann. Zu dieser Stabilität trägt unter anderem die Dicke der „künstlichen Zahnwurzel“ bei: Herkömmliche Wurzelimplantate haben meist einen Durchmesser zwischen 3,3 und 5,0 Millimetern. Neben diesen Standarddurchmesserimplantaten gibt es auch noch Großdurchmesserimplantate, die etwa 5,0 bis 6,5 Millimeter im Durchmesser sind. Immer häufiger werden inzwischen aber auch erfolgreich viel „dünnere“ Implantate eingesetzt, sogenannte Mini-Implantate.

Mini-Implantate

Mini-Implantate, auch Minimaldurchmesserimplantate genannt, sind im Durchmesser nur etwa 1,8 bis 3,3 Millimeter dick. Sie werden zum Beispiel bei schmalen Einzelzahnlücken eingesetzt, die durch das Fehlen eines Unterkieferschneidezahns, seitlichen Oberkieferschneidezahns oder vorderen Backenzahns (Prämolar) entstehen. Außerdem können Mini-Implantate zum Beispiel in einem schmalen Kiefer als Stützhilfe für Vollprothesen oder als Hilfsimplantate zwischen Standarddurchmesserimplantaten eingesetzt werden.

Besonders bei Patienten mit geringem Kieferknochen (etwa vielen älteren Patienten) können Mini-Implantate eine bessere Lösung darstellen als Implantate mit größerem Durchmesser. Zudem ist das Einsetzen von Mini-Implantaten kostengünstiger, weniger zeitintensiv und unter örtlicher Betäubung möglich – das Zahnfleisch muss nicht wie bei herkömmlichen Implantaten in einem chirurgischen Eingriff aufwändig geöffnet werden. Das bedeutet weniger Schmerzen und ist vor allem für ängstliche Patienten interessant.

Stand: 05.08.2015
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Quellen:

  • Streckbein, P. et al.: Mini-Implantate sind im Kommen – eine Alternative zur Augmentation, Dent Implantol (2009), 13, 420-425.
  • Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung: www.kzbv.de (Abruf: 04.08.2015)
  • DIG Diagnostikzentrum für Implantologie und Gesichtsästhetik: www.implantatzentrum-hannover.de (Abruf: 04.08.2015)