Erektile Dysfunktion
 - das sind die Risiken

Potenzproblemen kann Mann vorbeugen
 - diesen Risikofaktoren sollten Sie aus dem Weg gehen.

© Voyagerix_Fotolia

Sie ist das männliche Tabuthema überhaupt: die erektile Dysfunktion. Denn kaum ein Mann redet darüber, wenn er im Bett schlapp macht. Doch so weit muss es gar nicht kommen, Potenzproblemen kann Mann vorbeugen. Erfahren Sie hier, welche Risikofaktoren Sie meiden sollten. Außerdem in der Klickstrecke: Wie sich Erektionsstörungen behandeln lassen.

Mehr zum Thema

Vielleicht würde es vielen Männern leichter fallen, sich zu outen, wenn sie wüssten, wie häufig Erektionsstörungen sind. Mehrere Millionen Deutsche leiden daran, mit hoher Dunkelziffer. Das heißt im Klartext: Sehr viele Männer in Deutschland können keine Erektion bekommen oder aufrechterhalten. Dauert dieser Zusand über sechs Monate an, sprichen Mediziner von erektiler Dysfunktion.

Sie kann eine Vielzahl von Ursachen haben. Es können - mit dem Alter zunehmend - körperliche Erkrankungen dahinter stecken. Außerdem sind verschiedene Medikamente als Potenzkiller bekannt. Und schließlich spielt die Psyche eine entscheidende Rolle.

Kein Leistungsdruck im Bett!

Sie selbst können viel dazu beitragen, dass es wieder aufwärts geht oder Sie erst gar nicht in eine Abwärtsspirale hineinrutschen. Ganz wichtig: Geraten Sie bei einer kleinen Schlappe nicht gleich in Panik. Zwar ist das leichter gesagt als getan - zu tief sitzen Versagensängste und die Überzeugung, Männlichkeit stehe und falle mit der Erektion. Aber wer sich unter Druck setzt, macht alles nur noch schlimmer. Leistungsdruck im Bett ist pures Gift!

Wer ständig unter Druck steht - im Bett und anderswo - der gefährdet nicht nur sein Herz. Es gibt Potenzstörungen, die allein durch Stress hervorgerufen werden. Und auch bei organischen Ursachen ist Psychostress in den meisten Fällen mit beteiligt, wenn die Schlappe chronisch wird. Versuchen sie also, locker zu bleiben! Wenn Sie sich verkrampfen, können auch Ihre Blutgefäße nicht relaxen. Das müssen sie aber, wenn eine Erektion zustande kommen soll: Blutgefäße im Penis werden weitgestellt, indem sich die Gefäßwandmuskulatur entspannt, so kann vermehrt Blut in die Schwellkörper einströmen.

Zu viele Kilos und Zigaretten

Da die Blutgefäße einen relativ kleinen Durchmesser haben, kommt es leicht zu Engpässen. Ein gestörter Blutfluss infolge Arteriosklerose ist deswegen auch die häufigste körperliche Ursache für Erektionsstörungen. Schuld sind Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck, die mit einer beschleunigten Verkalkung der Gefäße verbunden sind. Durch einen gesunden Lebensstil - Übergewicht vermeiden, regelmäßig bewegen, nicht rauchen - können Sie selbst viel dazu beitragen, dass Ihre Gefäße durchlässig bleiben. Denken Sie also daran: Jedes Kilo zu viel und jede Zigarette schaden potentiell auch Ihrer Potenz.

Eine weitere mögliche Ursache für mangelndes Stehvermögen sind Nervenschäden. Nerven, deren Stimulation bei der Erektion bedeutsam ist, können durch unterschiedliche Erkrankungen, zum Beispiel Bandscheibenvorfälle oder Morbus Parkinson, in Mitleidenschaft gezogen sein. Aber auch zu viel Alkohol schadet den Nerven. Nierenfunktionsstörungen, die mit einer verminderten Testosteron-Produktion einhergehen, sind ein Beispiel für hormonell bedingte Erektionsstörungen. In allen diesen Fällen ist es wichtig, dass die Grunderkrankung optimal behandelt wird.

Medikamente als Potenzkiller

Außerdem sollten Sie im Falle des Falles überprüfen, ob Sie vielleicht ein Medikamente einnehmen, das „auf der Abschussliste“ steht. Zu den möglichen Potenzkiller zählen viele Herz-Kreislauf-Mittel wie Beta-Blocker, aber auch Benzodiazepine, die häufig als Beruhigungs- und Schlafmittel verschrieben werden.  Auch H2-Blocker zur Behandlung von Sodbrennen und Magen-Darm-Geschwüren können Erektionsprobleme auslösen. Bei entsprechendem Verdacht sollten Sie sich mit Ihrem Arzt beraten, ob es medikamentöse Alternativen gibt.

Stand: 24.04.2017
Autor: Ulrike Viegener

Quellen:

  • S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion (Stand 2012)
  • Sperling, Herbert et al.: Erektile Dysfunktion: Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Dtsch Arztebl 2005; 102 (23): A-1664