Früchte schützen vor Erektionsproblemen

Früchte schützen vor Erektionsproblemen

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Vorsorge kann auch lecker sein! Denn mit der richtigen Ernährung lassen sich Probleme mit der Erektionsfähigkeit vorbeugen, fanden amerikanische Forscher heraus. Dabei ist besonders ein Bestandteil wichtig. Erfahren Sie außerdem in der Bildergalerie, was Sie noch gegen Potenzprobleme unternehmen können.

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Geht es um die eigene Männlichkeit, hört bei vielen Herren der Spaß auf. Und so sind Erektionsprobleme auch eine gefürchtete Erscheinung, der wohl jeder gerne vorbeugen möchte. Dass die Verlässlichkeit des Stehvermögens auch über die Ernährung beeinflusst werden kann, haben amerikanische Forscher jetzt genauer untersucht.

Wundersame Pflanzenstoffe

Professor Aedin Cassidy und ihr Team von der University of East Anglia und der Harvard University hatten dabei vor allem einen Bestandteil im Essen im Auge: Flavonoide. Das sind sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. „Flavonoide sind vor allem zahlreich in pflanzlicher Nahrung, wie Früchten, Gemüsen, Tees, Kräutern aber auch Wein enthalten“, erklärt Cassidy. Schon länger ist bekannt, dass sie die Gefahr für Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen mindern können.

Blaubeeren und Zitrusfrüchte

Gut für die Erektionsfähigkeit zeigten sich dabei vor allem drei Vertreter:

  • Anthocyane: enthalten in Blaubeeren, Kirschen, Brombeeren, Radieschen, Schwarzen Johannisbeeren
  • Flavanon: enthalten in Zitrusfrüchten
  • Flavone: enthalten in Zitrusfrüchten

Diese zu essen, ist nicht nur lecker, es bringt auch ziemlich viel: „Männer, die regelmäßig Nahrungsmittel aßen, die reich an Flavonoiden waren, hatten eine zehn Prozent geringere Wahrscheinlichkeit an Erektionsproblemen zu leiden“, so die Forscher. Und: Schon wenig hilft! „Mengenmäßig sprechen wir hier von nur von drei oder mehr Portionen in der Woche!“, so Cassidy gegenüber mydoc. Das entspricht etwa dem gleichen positiven Effekt, den auch ein kleines Fitnessprogramm, nämlich sich fünf Stunden pro Woche zu bewegen, auf die Erektionsfähigkeit haben kann.

Ein Drittel hatte Erektionsprobleme

Grundlage für die Erkenntnisse der Forscher waren die Daten von über 50.000 Männern. Diese waren befragt worden, ob und wie lange sie eine Erektion beim Geschlechtsverkehr hatten. Gleichzeitig waren auch Daten zum Ernährungsverhalten der Probanden gesammelt worden. Rund ein Drittel der Männer berichteten im Studienzeitraum von zehn Jahren von Problemen mit dem Standvermögen. Wer aber viel Essen futterte, das reich an sekundären Pflanzenstoffen war, litt deutlich weniger unter Aussetzern beim Sexleben. Statistisch blieb dieser Wert auch erhalten, als die Forscher andere Risikofaktoren für Erektionsprobleme, wie Übergewicht, Rauchen oder mangelnde Bewegung mit einbezogen.

Starke Kombination

Besonders stark profitieren übrigens Männer unter 70 Jahren von der flavonoidreichen Ernährung. Und – keine große Überraschung – am wenigsten Probleme im Bett hatten die Männer, die nicht nur reichlich Obst futterten, sondern auch auf einen aktiven Lebensstil achteten – sie reduzierten ihre Wahrscheinlichkeit für Erektionsprobleme sogar um 21 Prozent.

Stand: 11.04.2016
Autor:
Quelle: Cassidy A. et al: Dietary flavonoid intake and incidence of erectile dysfunction, The American Journal of Clinical Nutrition, published online 13 January 2016.