Fünf Zeichen für eine kranke Prostata

Zeichen für eine kranke Prostata

© feelphotoartzm _Fotolia

Die Prostata ist ein unauffälliges Organ – erst, wenn sie Probleme macht, bekommt sie Aufmerksamkeit. Ein klassisches Anzeichen, dass etwas nicht stimmt: Mann muss nachts öfter mal raus. Schuld ist hier meist eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Harndrang, ein mickriger Harnstrahl und lästiges Nachtröpfeln sind typische Beschwerden. Prostatakrebs dagegen macht sich so eher selten bemerkbar – das sind mögliche Warnzeichen.

Mehr zum Thema

Wie viele Krebserkrankungen verlaufen auch bösartige Veränderungen der Prostata oft lange Zeit schleichend und unbemerkt. Während gutartige Tumoren mit zunehmendem Wachstum gesundes Gewebe in der Nachbarschaft zur Seite schieben und/oder darauf drücken, wachsen bösartige Tumoren in das umliegende Gewebe hinein und zerstören es. Und dadurch werden dann oft erst relativ spät Beschwerden ausgelöst.

Blut im Urin oder im Sperma

In nächster Nähe zur Prostata liegen Harnblase und Samenblase, und wenn der Tumor die Kapsel der Prostata durchbricht und auf diese Organe übergreift, können Blutbeimischungen in Urin und Sperma die Folge sein. Dann sollte Mann dringend zum Arzt und abklären lassen, ob das Blut eine harmlose oder doch eine ernste Ursache hat.

Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Samenerguss

Schmerzen können ebenfalls auftreten, wenn ein aggressiver Prostatatumor in gesundes Gewebe eingedrungen ist.Wieder ist es die Harnblase mit abgehender Harnröhre und Samenblase, die Probleme macht. Schmerzen beim Wasserlassen und auch ein schwächelnder Harnstrahl können Anzeichen dafür sein, dass ein Prostatatumor Harnblase und Harnröhre attackiert. Auch Schmerzen beim Samenerguss sind möglich. Dann ist der Tumor in die Samenblase eingewachsen, deren Muskulatur sich bei der Ejakulation - jetzt unter Schmerzen - zusammenzieht.

Probleme mit der Potenz

Weiter kann es passieren, dass das männliche Stehvermögen durch ein Prostatakarzinom beeinträchtigt wird. Erektionsstörungen sind viel häufiger, als man denkt, und nicht selten steckt schlicht und einfach Leistungsdruck dahinter. Aber auch Prostatakrebs kann sich zum Potenzkiller auswachsen, und nicht zuletzt deshalb sollte Mann bei anhaltenden Potenzproblemen die Ursache abklären lassen. Falsche Scham kann tödlich sein.

Beschwerlicher Stuhlgang

Dasselbe gilt für Stuhlprobleme. Der Mastdarm liegt ebenfalls in der Nähe der Prostata, greift ein bösartiger Prostatatumor hierhin über, kann es sein, dass es mit dem Stuhlgang nicht mehr so klappt, wie gewohnt.

Rückenschmerzen

Schließlich sollte Mann auch bei hartnäckigen Rückenschmerzen an die Möglichkeit eines Prostatakarzinoms denken. Je länger ein Prostatakarzinom unentdeckt bleibt, desto größer ist die Gefahr, dass der Tumor einzelne Zellen oder kleine Zellverbände ausstößt, die sich dann über die Blut- und Lymphgefäße im Körper verbreiten. Prostatakrebszellen siedeln sich bevorzugt in Knochen an und befallen vor allem Wirbelsäule und Beckenknochen. Solche Knochenmetastasen können sehr schmerzhaft sein, weshalb Rückenschmerzen auch zu den möglichen Warnsignalen eines Prostatakarzinoms zählen. Deswegen gilt auch hier – im Zweifel lieber einen Arzt aufsuchen.

Stand: 04.10.2016
Autor: Ulrike Viegener

Quellen:

  • Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms; Stand 2014
  • Hermann Delbrück: Prostatakrebs, Kohlhammer 2008
  • Scott D. Cramer Prostate Cancer, Infobase Publishing 2007