Gesünderes Sperma mit richtiger Ernährung

Altersbedingt verschlechtert sich die Spermienqualität. Die gute Nachricht: Dem lasse sich entgegen wirken, so sagen US-Forscher.

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Männer können zwar länger Väter werden als Frauen Mütter, trotzdem geht der Zahn der Zeit nicht spurlos an ihnen vorbei. Altersbedingt verschlechtert sich die Spermienqualität. Schuld ist der sogenannte oxidative Stress, der dem Erbgut zu schaffen macht. Die gute Nachricht: Dem lasse sich entgegen wirken, so sagen US-Forscher.

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Je älter der Mensch wird, desto weniger helfen die körpereigenen Schutzmechanismen gegen die schädlichen Einflüsse, die auch die DNA angreifen. Deswegen haben Thomas Schmid und seine Kollegen vom Lawrence Berkeley National Laboratory aus Kalifornien die Wirkung von Antioxidantien auf die Spermienqualität untersucht.

Dafür stellten sich 80 Probanden im Alter von 23 bis 80 Jahren zur Verfügung, alle Nichtraucher, die keine Fruchtbarkeitsprobleme hatten. Anhand eines Fragebogens wurde die tägliche Nahrungsaufnahme erfasst und mit einer speziellen Untersuchungsmethode die Schädigung der DNA beobachtet. Ergebnis: Männer, die viel Vitamin C zu sich nahmen (459 bis 3370 mg/dl), wiesen bis zu 16 Prozent weniger erbgutgeschädigte Samenzellen auf, als diejenigen, die besonders wenig des Vitamins aßen (26 bis 99 mg/dl). Das gleiche konnten die Forscher bei Vitamin E, Zink und Folsäure beobachten. Keine Auswirkung hatte zum Beispiel Beta-Carotin.

Männer ab 44 profitieren besonders

Die günstige Wirkung zeigte sich vor allem bei Herren über 44 Jahren. In dieser Altersgruppe traten 20 Prozent weniger Schäden auf, wenn viel Vitamin C, Vitamin E und Zink in der Nahrung enthalten war. "Es scheint so, dass der Konsum von Vitamin C, E, Folsäure und Zink für ältere Männer die Uhr zurückdrehen kann", sagt Andy Wryobek, Co-Autor der Studie. "Das bedeutet, dass Männer mit altersbedingtem Risiko für DNA-Schäden ihrer Spermien etwas dagegen tun können".

Folgen für Nachwuchs noch unerforscht

Mit steigendem Alter erhöht sich bei Männern die Wahrscheinlichkeit für DNA-Fragmentierungen und bestimmte Gen-Mutationen, zum Beispiel solche, die Kleinwüchsigkeit verursachen können. Nachdem sie die Verbindung zwischen Spermaqualität und Ernährung beleuchtet haben, möchten die Wissenschaftler jetzt neuen Fragen nachgehen, inwiefern die generelle Fruchtbarkeit und auch die Gesundheit der Kinder davon beeinflusst wird.

Auswirkung der Ernährung

Das bestimmte Nährstoffe oder deren Mangel die Fruchtbarkeit beeinflussen ist schon länger bekannt - besonders bei Frauen. Negativ beeinflusst wird die Fruchtbarkeit zum Beispiel von Koffein - im Schnitt brauchen Frauen drei Mal so lange, um schwanger zu werden, wenn sie regelmäßig Koffein zu sich nehmen. Aber auch bei Männern sind ein paar Zusammenhänge wissenschaftlich erforscht. Zink zum Beispiel ist Bestandteil von Samenzellen und unterstützt deren Produktion und Beweglichkeit. Zusätzlich steigert es die Bildung von Testosteron - das wiederum auch die männliche Lust und Aktivität mit steuert. Alkohol und Nikotin haben dagegen einen negativen Einfluss. 

Unerfüllter Kinderwunsch

In rund 30 Prozent der Fälle liegt der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch bei ihm. Dies kann durch eine gestörte Spermienproduktion liegen. Die Samenzellen sind zu wenig beweglich oder deformiert. Sowohl die Anzahl als auch die Beweglichkeit verringert sich mit höherem Alter des Mannes. Das kann unter anderem durch Infektionen (z.B. Mumps), chronischen Krankheiten (z.B. Diabetes) oder angeborenen Defekten verursacht sein.

Aber auch die gestörte Auslieferung der Spermien kann die Befruchtung verhindern. Wenn etwa ein Samenleiter verletzt ist oder Entzündungen aufgrund von Infektionen (z.B. Chlamydien) vorliegen, kommt das Sperma gar nicht erst in der Vagina an.

Stand: 06.05.2013

Quelle:

  • Thomas E. Schmid et al. Micronutrients intake is associated with improved sperm DNA quality in older men; Fertility and Sterility; Volume 98, Issue 5