Impotenz ansprechen - aber wie?

Impotenz ist nicht nur für den Mann sehr belastend. Oft leidet auch die Partnerschaft. Warum sie offen mit dem Partner reden sollten.

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Erektile Dysfunktion kann nicht nur den Mann, sondern auch die Partnerschaft in eine große Krise stürzen. Probleme entstehen häufig dann, wenn sich der Betroffene zurückzieht, einigelt und nicht über seine Sorgen spricht. Frauen wissen dann meist nicht was los ist, vermuten manchmal  auch, dass ihr Mann eine andere Freundin hat. Warum offene Gespräche das A und O sind und wie Sie das Thema Impotenz ansprechen, erfahren Sie hier.

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Gefährliche Unwissenheit

"Keinen hochbekommen" - das trifft Männer an ihrer empfindlichsten Stelle. Nicht nur Männer sind allerdings von den Problemen einer Impotenz betroffen. Auch die Partnerinnen leiden indirekt mit, wenn der Mann keine Lust mehr hat -vor allem, weil die Frauen oft nicht wissen, was mit ihrem Liebsten los ist. Viele Frauen suchen das Problem bei sich, fühlen sich unattraktiv und ungeliebt. Zusammen mit Eifersucht - "Hat er gar eine Andere" - kann das bis zum Beziehungsbruch führen. Aber soweit muss es gar nicht erst kommen. Geben Sie sich als Mann einen Schubs, denn Sie werden sehen, Ihre Partnerin ist froh über Offenheit.

Verständnis und Erleichterung

Frauen reagieren auf die Offenheit ihres Partners oft verständnisvoll und erleichtert. Schließlich hätte der Rückzug ja viele andere Gründe haben können. In einigen Fällen bewirkt ein offenes Gespräch sogar schon, dass sich die Erektile Dysfunktion größtenteils verflüchtigt. Denn  ist die Angst vor der Reaktion der erst einmal weg, nimmt der seelische Druck ab und der Teufelskreis aus Angst und Versagen lässt sich durchbrechen. Um mit der Partnerin über die Probleme zu reden, gibt es allerdings ein paar Regeln, die man beachten kann.

Das können Sie als Mann tun:

… auf den richtigen Zeitpunkt warten
Warten Sie auf den richtigen Moment! Ein Gespräch zwischen Tür und Angel zu beginnen, wenn einer der beiden keine Zeit hat, ist ziemlich sinnlos. Damit wirklich alle Fragen und Ängste besprochen werden können, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Fallen Sie aber nicht mit der Tür ins Haus. Vor allem dann nicht, wenn sie schlecht gelaunt ist. Wichtig für Sie ist jetzt ein gutes Gespräch und kein Rede-Duell. Sorgen Sie am besten auch dafür, dass Sie wirklich ungestört bleiben.

… beim Thema bleiben
Nicht vom Thema abschweifen! Achten Sie darauf, andere Beziehungsprobleme möglichst außen vor zu lassen. Diese haben meist nichts mit den sexuellen Schwierigkeiten zu tun und können aus einem hilfreichen Gespräch neue Krisen machen. Die romantischen TV-Serien, die er anstatt Fußball zu gucken ansehen muss, sollten an anderer Stelle diskutiert werden.

… gehen Sie auch auf Ihre Freundin ein
Sagen Sie Ihrer Partnerin, dass Sie sie lieben. Auch sie braucht jetzt Halt und Sicherheit, den Sie ihr über Liebesbekundungen geben können - und die sollten Sie Ihr sagen. Geschenke und Blümchen sind nett, reichen aber in dieser Situation nicht aus und können Gespräche so wie ernstgemeinte Komplimente nicht ersetzen.

Was Sie als Frau beachten sollten:

Machen Sie Ihrem Partner klar, dass er für Sie trotz allem ein ganzer Kerl ist. Diese Gewissheit braucht er jetzt. Seinem lädierten Selbstbewusstsein können ein paar ernstgemeinte Komplimente gut tun.
Zeigen Sie ihm auch, dass Sie ihn brauchen und dass Sie seine Zärtlichkeit und Nähe genießen. Schließlich ist Sex nicht immer alles in der Beziehung.

Das wichtigste ist aber: Machen Sie sich niemals und unter keinen Umständen lustig über seine Potenzprobleme. Auch wenn Sie stinksauer auf ihn sein sollten. Genauso wenig dürfen Sie seine Erektionsstörungen als Waffe gegen ihn verwenden, beispielsweise indem Sie drohen, es Bekannten oder Freunden zu erzählen. Er muss sich voll und ganz auf Sie verlassen können.

Gemeinsam das Problem anpacken

Da Sex in der Partnerschaft ein Fall für Zwei ist, sollten Sie auch das Thema Impotenz gemeinsam anpacken. Wenn Sie auf der Suche nach einer geeigneten Therapie sind, versuchen Sie den Therapieplatz  gemeinsam auszusuchen und zu entscheiden, was der richtige Weg sein könnte. Am besten informieren Sie sich gemeinsam bei dem behandelnden Arzt, welche Vor- und Nachteile es gibt. Der Arzt kann auch Fragen der Frau beantworten, falls sie Sie zu einem Termin begleitet.

Und: Sex muss nicht immer mit einer Erektion zu tun haben. Viele Frauen genießen auch orale Stimulation. Und Männer können auch ohne steifen Penis zum Orgasmus kommen.

Stand: 20.01.2014