Osteoporose trifft vor allem dicke Männer

Osteoporose trifft auch Männer

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Osteoporose gilt als Frauenkrankheit. Fakt ist jedoch: Auch 1,3 Millionen Männer leiden unter Knochenschwund. Besonders gefährdet sind einer Studie zufolge Herren, die einen dicken Bauch vor sich hertragen. Wie Sie Osteoporose vorbeugen können, erfahren Sie in unserer Klickstrecke.

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Mehrheit der Betroffenen ist weiblich

Osteoporose betrifft rund 7,8 Millionen Menschen bundesweit - die Mehrheit von ihnen (etwa 6,5 Millionen) ist weiblich. Deshalb stehen vor allem Frauen im Fokus zahlreicher Osteoporose-Studien. "Bislang dachte man, übergewichtige Männer seien gut vor Osteoporose geschützt", sagt Miriam Bredella von der Harvard Medical School. Doch diese Annahme stimmt nicht, zeigt eine Studie, die die Forscher auf einem Jahrestreffen der Radiological Society of North America vorstellten.

Risikofaktor Bauch

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler 35 fettleibige Männer im Alter von 34 Jahren. Im Schnitt hatten sie einen Body-Mass-Index (BMI) von 36,5. Neben der Knochendichte ermittelten die Forscher auch die Fettverteilung der Teilnehmer.

Das Ergebnis zeigte: Männer mit dickem Bauch hatten instabilere Knochen als diejenigen, deren Fett sich überwiegend an anderen Körperpartien ansammelte - und zwar unabhängig vom BMI.

Gutes Fett, böses Fett

Grund für das unterschiedlich hohe Osteoporoserisiko ist offenbar die Art des Körperfettes, die abhängig von der jeweiligen Körperpartie ganz verschieden ist. Das sogenannte subkutane Fett sitzt direkt unter der Haut und polstert unter anderem Hinterteil und Gliedmaßen. In der Körpermitte hingegen kommt vor allem das sogenannte viszerale Fett vor. Es sammelt sich unterhalb der Muskulatur und zwischen den Organen an. Das Fett im Körperinneren gilt als besonders gefährlich. In ihm befinden sich  viele weiße Blutkörperchen, die entzündungsfördernde Botenstoffe produzieren können. Damit steigt unter anderem das Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes. Wie viel davon sich im Körper ansammelt, ist abhängig von Ernährung und Bewegung - aber auch genetisch bedingt. "Für Männer ist es wichtig zu wissen, dass größere Mengen Bauchfett nicht nur die Gefahr für Herzerkrankungen und Diabetes erhöhen, sondern auch das Osteoporoserisiko steigern", warnt Bredella.

Knochenbrüche durch Osteoporose

Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen. Diese verlieren durch den Abbau von Knochenmasse an Stabilität. Die Folge: Schmerzen bei Bewegung und schlecht heilende Brüche. So erleiden jährlich etwa vier bis fünf Prozent der Betroffenen eine Knochenfraktur. Osteoporose kann mit zum Teil erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität einhergehen. Vor allem bei älteren Menschen kann sie nach einem Bruch zu einer dauerhaften Behinderung führen.

Sind die Knochen erste einmal geschädigt, ist die Behandlung schwierig. Umso wichtiger ist die Vorbeugung von Knochenschwund.

Stand: 22.12.2014
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Quelle: Pressemitteilung der Radiological Society of North America: Men with Belly Fat at Risk for Osteoporosis