Sechs Mythen über Erektionsprobleme

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Wenn es um ihre Leistungsfähigkeit in sexuellen Belangen geht, sind die meisten Männer sehr sensibel. Trotzdem ist es ein Thema, über das wenig gesprochen wird. Und so halten sich hartnäckig einige Mythen rund um das Thema Erektionsstörungen. Wir haben die wichtigsten auf den Prüfstand gestellt. Was das Standvermögen aber auf jeden Fall beeinflussen kann, erfahren Sie in der Bildergalerie.

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„Ein echter Mann kann immer“

Das ist genau das richtige Mantra, um sich ordentlich unter Druck zu setzen. Aber auch gänzlich falsch – denn wie männlich jemand ist, hat nichts mit seiner Performance im Bett zu tun. Also, etwas mehr Nachsicht, werte Herren! Echte Stärke beweist, wer sich ein Problem eingestehen kann. Auch „echte Kerle“ haben hin und wieder einen Durchhänger. Wenn die Erektionsstörung von Dauer ist, ist es eine gute Idee, sich dazu mit seinem Arzt zu beraten – deswegen ist man nicht weniger „Mann“.

„Erektionsprobleme haben nur alte Männer“

Fachlich gesehen ist die Beschreibung einer Erektionsstörung nüchtern: Damit wird die Unfähigkeit des Penis umschrieben, sich ausreichend oder ausreichend lange zu versteifen. Als krankhaft wird dies bezeichnet, wenn dadurch auf Dauer kein Geschlechtsverkehr mehr möglich ist. Und ja, das ist überwiegend ein Problem bei älteren Semestern – aber nicht nur. Auch viele Männer unter 40 Jahren sind von Impotenz betroffen – die Gründe sind bei ihnen aber oft andere.

 „Potenzprobleme entstehen im Kopf“

Psychisch bedingt tritt die Erektile Dysfunktion eher bei jüngeren Männern auf. Leistungsdruck, finanzielle Sorgen, Konflikte in der Beziehung, persönliche Unsicherheit oder Depressionen können hemmende Einflüsse auf das Lustzentrum im Gehirn haben. Aber: Bei 70 Prozent der Männer mit Erektionsstörungen werden körperliche Ursachen festgestellt, etwa Diabetes oder Bluthochdruck. Oft sind die der erste Hinweis darauf, das etwas nicht stimmt. Deswegen sollte das Problem auch nicht totgeschwiegen werden – wenden Sie sich lieber früher als später an einen Arzt.

„Gegen Potenzprobleme hilft Viagra“

Vorsicht, nicht für jeden, der Probleme mit einer Erektion hat, ist Viagra die Lösung. Denn das Medikament hilft nur, wenn der Mann auch sexuell erregt werden kann. Vor allem, wenn die Ursachen seelischer Natur sind, hilft es oft schon, den Kopf freizubekommen. Das Erlernen von Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training, Ausdauersport wie Laufen oder Schwimmen oder einfach ein entspannendes Bad vor dem Liebesakt können dabei helfen. Auch der Besuch eines Therapeuten kann helfen.

„Ohne Erektion kann ich keinen befriedigenden Sex haben“

Die gute Nachricht: Auf das Liebesspiel muss niemand mit Erektiler Dysfunktion verzichtet. Denn es gibt viele Spielarten, die nicht unbedingt eine Penetration erfordern. Guter Sex hat oft auch etwas mit Kommunikation zu tun, wer die Wünsche und Bedürfnisse seines Partners kennt, kann besser darauf eingehen – und so ein erfülltes Sexualleben haben. Und wenn doch „echter“ Sex gewünscht ist, gibt es einige therapeutische Optionen, die Sie zusammen mit Ihrem Arzt ausloten können.

„Eine fehlende Morgenlatte heißt, hier stimmt was nicht“

Nachts durchlebt der Mann verschiedene Schlafphasen, unter anderem auch sogenannte REM-Phasen. dabei ist der Körper nicht mehr im Tiefschlaf, Träume werden durchlebt und der Puls sowie die Atmung beschleunigen sich. Gleichzeitig treten auch Erektionen auf – und zwar unabhängig davon, ob ihre Träume sexueller Natur sind, oder nicht. Das kann mehrmals pro Nacht der Fall sein. Dann die nächtliche Vertiefung stellt sicher, dass das bestes Stück ausreichend durchblutet wird. Allerdings nimmt die Häufigkeit einer Morgenlatte im Alter leicht ab. Und: Nicht immer treten das Aufwachen und die entsprechende Traumphase zusammen auf.

Wer morgens mit einer Erektion aufwacht, kann zumindest sicher sein, dass er körperlich dazu in der Lage ist – auch, wenn sein bestes Stück im Ernstfall mal nicht leistet, was er leisten soll. Genau deshalb gilt eine fehlende Morgenlatte auch als erstes Warnsignal, dass eine Erektionsstörung vorliegen könnte. Weitere Warnsignale sind sexuelle Unlust oder eine rasch wieder abflauende Erektion bei sexueller Interaktion. Wer hier bei sich dauerhaft Veränderungen feststellt, ist gut beraten mal seinen Arzt dazu zu befragen.

Stand: 14.11.2016
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Quellen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; www.maennergesundheitsportal.de; Abruf 26.11.2015
  • Stiftung Männergesundheit; Focus Männergesundheit 03: Erektile Dysfunktion
  • Hirshkowitz M. and Moore CA. Sleep-related erectile activity; Neurol Clin. 1996 Nov;14(4):721-37.
  • Hoyndorf, S. (1999). Sexualberatung. Psychotherapeut, 44(5), 327-336.