Warnzeichen Potenzschwäche

Rund fünf Millionen Männer in Deutschland leiden unter Impotenz - Auslöser sind in den meisten Fällen körperliche Krankheiten

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Rund fünf Millionen Männer in Deutschland leiden unter Impotenz. Wenn die Manneskraft im Bett nachlässt, ist das für die Betroffenen meist sehr belastend. Die Ursachen von Erektionsstörungen können dabei vielfältig sein und von psychischen Problemen wie Stress und Ängsten über gesundheitliche Probleme wie Gefäßverkalkungen reichen. Lesen Sie hier, woher der Verlust der Potenz kommt und was Sie dagegen tun können.

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Was genau steckt eigentlich hinter Impotenz?

Eine Impotenz liegt dann vor, wenn der Penis nicht steif oder groß genug wird oder die Erektion nur von sehr kurzer Dauer ist. Von einer medizinischen Impotenz (Erektile Dysfunktion) spricht man dann, wenn ein Mann über einen Zeitraum von sechs Monaten in zwei von drei Fällen keine Erektion bekommen oder aufrechterhalten kann. In etwa 70 Prozent der Fälle finden sich dabei körperliche Ursachen, vor allem bei Männern ab 50 Jahren. Aber auch  psychische Faktoren spielen nicht selten eine Rolle bei Erektionsstörungen.

Welche körperlichen Ursachen kommen in Frage?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigsten Gründe für Erektionsstörungen. Dazu zählt vor allem die Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Experten haben erklärt, dass jeder Mann mit Erektionsstörungen bis zum Beweis des Gegenteils als Risikopatient für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt. Aber auch Bluthochdruck und ein zu hoher Cholesterinspiegel gehören zu den möglichen Auslösern. Außerdem können Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel Gründe für den Verlust der Standhaftigkeit sein. Männer mit chronischem Nierenversagen, Störungen des Testosteronspiegels oder Erkrankungen des Nervensystems sind ebenfalls häufiger betroffen.

Medikamente: Nebenwirkung Impotenz

Vergessen Sie nicht, dass die Einnahme von Medikamenten ebenfalls zu Erektionsstörungen führen kann. Vor allem Neuro-Blocker(z.B. Antidepressiva) oder Betablocker können zu Potenzschwierigkeiten führen.

Tipp: Lesen Sie sich die Packungsbeilage durch und halten Sie gegebenenfalls Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. In einigen Fällen kann Ihnen ein anderes Arzneimittel verschrieben werden.

Achtung: Warnzeichen für schwere Krankheiten

Nicht selten ist Impotenz ein Frühwarnzeichen für Krankheiten wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Aber auch Krankheiten wie Prostatakrebs, Leber- und Nierenschäden, Multiple Sklerose, Parkinson oder Demenz können Potenzschwächen hervorrufen. Unbehandelt können diese Erkrankungen dann zu einer ernsten gesundheitlichen Gefahr werden.

Tipp: Vor allem wenn Sie an Risikokrankheiten leiden, sollten Sie sich frühzeitig von einem Spezialisten behandeln lassen. Je eher die Ursache des Problems gefunden wird und Sie behandelt werden können, desto größer sind oftmals auch die Behandlungserfolge.

Kranke Seele, schwindende Manneskraft

In vielen Fällen ist Impotenz aber auch psychisch bedingt. Vor allem jüngere Männer bis 35 Jahre können betroffen sein, wenn sie unter Stress oder Ängsten leiden. Aber auch Depressionen, Persönlichkeitskonflikte oder Leistungsdruck können Flauten im Bett verursachen.

Häufig lassen sich psychische und körperliche Gründe für eine Impotenz jedoch nicht klar voneinander trennen, da oftmals beide Faktoren beteiligt sind.

Tipp: Nutzen Sie die Möglichkeiten einer psychologischen Beratung, wenn Ihnen etwas auf der Seele brennt. Psychologische Hilfe kann auch hilfreich sein, wenn die Ursache organisch bedingt ist. Eine Beratung kann viele Denkanstöße geben, um besser mit der Impotenz umzugehen. Ebenso sinnvoll können Selbsthilfegruppen sein, um sich seinen Kummer von der Seele zu reden und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Wie kann Impotenz behandelt werden?

Durch die heutigen Therapieoptionen einer Impotenz ist es möglich, für jeden Patienten ein individuell angepasstes Behandlungsschema zu finden. Ihr Urologe bespricht mit Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten sowie deren Vor- und Nachteile.
Letztendlich hängt die Therapiewahl bei vorliegender Impotenz von der Ursache des Problems und Ihrer Einstellung gegenüber der Behandlungsform ab. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von Medikamenten über Erektionshilfen (Vakuumpumpe) bis hin zu Gefäßoperationen und der Implantation sogenannter Penisprothesen.

Ein gesunder Lebensstil ist das A und O

Sie sollten sich im Klaren darüber sein, dass die meisten Behandlungsansätze allerdings nur die Impotenz behandeln, nicht aber ihre Ursachen beseitigen. Deshalb ist es empfehlenswert, zuallererst die Lebensgewohnheiten zu verbessern. Und vor allem bei Erektionsstörungen gilt: Was gut für die Gefäße ist, ist auch gut für die Potenz.

Verzichten Sie deshalb auf Zigaretten und zu viel Alkohol. Diese Genussmittel schädigen die Arterien und sind somit schlecht für das Herz-Kreislauf-System. Ebenso schädlich für die Potenz ist Übergewicht. Wer seine Pfunde purzeln lassen und Erektionsstörungen vorbeugen möchte, sollte deswegen regelmäßigen Ausdauersport betreiben. Das wiederum bringt auch Ihr gesamtes Herz-Kreislauf-System in Schwung.

Achten Sie auußerdem darauf, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Wichtig ist, dass Sie viel Obst und Gemüse essen und tierische Fette nur in Maßen genießen. Wenn Sie an Diabetes leiden, sollten Sie darauf achten, Ihren Blutzuckerspiegel immer gut im Griff zu haben.

Hände weg von zweifelhaften Potenzmitteln

Versuchen Sie nicht, die Impotenz selbst mit Medikamenten oder zweifelhaften Aphrodisiaka aus dem Sex-Shop in den Griff zu bekommen. Gerade weil Erektionsstörungen oft ein wichtiges Frühwarnzeichen für schwere Krankheiten sind, sollten Sie die Ursachen von einem Arzt abklären lassen.

Stand: 24.08.2016
Autor:

Vorlage: Martina Feichter

Quellen:

  • Leitlinien der European Association of Urology (EAU): Guidelines on male sexual dysfunktion (Stand: März 2009)
  • Leitlinien der Dt. Ges. f. Neurologie: Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion (Stand: Oktober 2008)
  • Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (www.isg-info.de)
  • Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. Bleiben Sie gesund! Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen. 1/2012.