Attraktivität - diese Kriterien lassen Sie punkten

Attraktive Menschen haben's leichter - aber was ist eigentlich attraktiv? Der Psychologe Benjamin Martens verrät es Ihnen

© Benicce / Fotolia

Attraktive Menschen haben's leichter: Bessere Chancen beim anderen Geschlecht, mehr Erfolg im Beruf und ein glücklicheres Leben. Das zeigen psychologische Studien der letzten Jahre. Was "gutaussehend" ist und mit welchen Tipps Sie Ihre eigene Attraktivität steigern können, verrät der Diplom-Psychologe Benjamin Martens.

Mehr zum Thema

Normal ist attraktiv

Männer und Frauen mit symmetrischen Gesichtszügen wirken auf andere Menschen attraktiv. Solche Gesichter bewerten Menschen unbewusst als "normal" und schließen, ohne es zu wissen, von einem normalen, symmetrischen Gesicht auch auf gute Gene und Gesundheit. "Ein symmetrischer Eindruck entsteht durch einen gleichen Abstand der Augen zueinander und zur Nase sowie durch ein normales Verhältnis zwischen Nase und Stirn", so Martens.

Ihr Gesicht weist nicht die idealen Proportionen auf? Macht nichts! Vor allem Frauen können künstlich nachhelfen. Schminken Sie sich einfach so, dass Ihr Gesicht symmetrisch wirkt und Ihre Attraktivität steigt. Gelingt es Frauen, mit Ihrem Make-Up gleichzeitig große Augen und volle Lippen zu zeigen, punkten sie gleich doppelt: Diese Merkmale wecken bei Männern unbewusst den Beschützerinstinkt.

Treiben Sie Sport - aber in Maßen

Durchtrainierte Körper entsprechen unserem aktuellen Schönheitsideal. Überwinden Sie deshalb Ihren inneren Schweinehund und machen Sie Sport. Aber übertreiben Sie es nicht: Zu dünne Frauen wirken zum Beispiel auf Männer viel weniger attraktiv als gemeinhin angenommen. "Unbewusst suchen Männer nach einer Frau, die sich für die Fortpflanzung eignet. Also nach einer gesunden Frau mit guten Genen. Zu dünne Frauen senden hier ein falsches Signal, sie wirken abgemagert und nicht gesund", weiß Martens.

Auch bei Männern ist durchtrainiert gut, Muskelprotz schlecht. Studien zeigen, dass ein fehlendes Six-Pack für die wenigsten Frauen ein großes Problem ist. Im Gegenteil: Ein Auftreten wie Arnold Schwarzenegger in seinen besten Zeiten ist für viele Frauen ein No-Go. "Was psychologisch dahinter steckt? Männer mit vielen Muskeln werden unbewusst auf diese Muskeln reduziert und als weniger intelligent, fürsorglich und erfolgreich eingeschätzt", erklärt Martens.

Kleider machen Leute - und zwar schneller als Sie denken

Dieser Wahlspruch wird auch in psychologischen Studien immer wieder bestätigt. Und nicht nur das: Auch Körperpflege spielt eine extrem wichtige Rolle. Benutzen Sie also Deo, frisieren Sie sich die Haare und kleiden Sie sich modisch. Das gilt für Männer übrigens genau so wie für Frauen. Psychologe Benjamin Martens: "Der erste Eindruck ist enorm wichtig und bestimmt innerhalb von 2-3 Sekunden mit bis zu 70 Prozent, ob uns eine Person gefällt und sympathisch ist oder nicht. Dieser erste Eindruck setzt sich in den meisten Fällen aus dem Aussehen und dem äußeren Erscheinungsbild zusammen. Und er kann nur in den wenigsten Fällen korrigiert werden."

Hätten Sie's gewusst? Unbewusste Attraktivitätsfaktoren

Stress beeinflusst Wahrnehmung

Stress beeinflusst unsere Partnerwahl. Männer, die stark unter Stress stehen, bevorzugen üppigere Frauen. Die Erklärung der Forscher: Unter Stress bevorzugen Männer unbewusst reife und erfahrene Partnerinnen. Diese Werte werden unter anderem auch durch Leibesfülle signalisiert.

Gefährliche Anziehung

Studien haben gezeigt: In gefährlichen Situationen schätzen wir andere Menschen attraktiver ein. Der Grund: Unter Gefahr schüttet unser Körper Adrenalin aus. Wir deuten diese Anspannung fälschlicherweise als "Schmetterlinge im Bauch" und denken, dass vielleicht unser Gegenüber dahinter steckt. Dessen Attraktivität bewerten wir dann höher, als wir es in einer normalen Situation ohne Adrenalin im Blut tun würden.

Hörbar attraktiv

Der Klang unserer Stimme hat einen großen Einfluss darauf, ob andere Menschen uns attraktiv finden oder nicht. Bei Männern wirkt eine klare und beruhigende Stimme attraktiv. Frauen wirken auf Männer anziehend, wenn Sie mit hoher Stimmlage sprechen. Frauen nutzen diesen Effekt sogar gezielt aus: Studien zeigen, dass Frauen Ihre Stimmlage erhöhen, wenn Sie sich mit einem für sie attraktiven Mann unterhalten.

Jemanden gut riechen können

Viel wichtiger als ein gutes Parfum ist der eigene Körpergeruch. Forscher fanden heraus, dass wir jene Menschen attraktiver finden, deren Körpergeruch sich stark von unserem eigenen unterscheidet. Diese Reaktion läuft unbewusst ab. Dahinter steckt die Natur: Ein stark unterschiedlicher Körpergeruch lässt auch auf andere Gene schließen. Daraus entsteht eine Vielfalt im Erbgut potenzieller Nachkommen, die deren Überlebenschancen dank stärkerem immunsystem erhöhen.

 

 

Stand: 14.02.2017
Autor: