Essen, das Lust macht

Ginseng hat nachweislich stimulierende Wirkung

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Kaviar, Austern, Stierhoden – bei Essen, das die Lust steigern soll, fallen immer ähnliche Schlagworte. Dabei gelten nicht nur teure, oder Nahrungsmittel mit leichtem Ekelfaktor als anregend. Beim Gang in jeden Supermarkt können Sie mit Lustbringern nach Hause kommen. Aber auch bestimmte pflanzliche Wirkstoffe sollen anregend wirken.

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Lustbringende Gemüsesorten, Gewürze und Obst

Bei Gemüse sagt man Gurke, Spargel, Zwiebel, Tomate, Rettich, Sellerie, Feldsalat aber auch Karotten und Paprika eine lustvolle Wirkung nach. Wer es lieber exotisch und fruchtig mag, kann, so sagt man, nach Kokosnuss, Esskastanie oder Melone greifen. Ebenfalls das Liebesspiel bereichern sollen Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Bohnenkraut und Samengewürze wie Anis, Pfeffer, Muskatnuss, Nelken, Zimt, Knoblauch, Ingwer oder Senf kurbeln angeblich das Sexleben an.

Anregende Pflanzenextrakte

Aber auch die eine oder andere Pflanze soll wundersam die Lust steigern. Darum sind sie oft der Renner in Sex-Shops und bei Online-Shops. Die Versprechungen sind oft vielschichtig, von „Energiespendern“, „Sexualtonika“, „verhindert Gefühlskälte“ oder „Sex-Dauer-Power“ ist da zu lesen. Die wichtigsten Pflanzen im Überblick:

Ginseng

Die Wurzel hat generell den Ruf, die Leistung zu steigern, das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel anzuregen. Die oft wie kleine Menschenfiguren geformte Wurzel soll auch bei Stress, Müdigkeit, Depression und sexueller „Ermüdung“ helfen. Angeblich beruht die Wirkung auf eine Steigerung des Sauerstoffs im Blut. Dafür gibt es allerdings keinen Nachweis. Trotzdem ist die Pflanze sehr beliebt. Das hat den Effekt, dass viele Fälschungen verkauft werden, denn der Anbau kann die Nachfrage nicht decken.

Catuaba

Schon brasilianische Indianer bereiteten sich einen Tee aus der Rinde des Catuaba-Strauches. Auch heute noch zählt Catuaba dort zu den beliebtesten Teesorten. Er hat eine belebende und stärkende Wirkung. Das begründete auch seinen Ruf als Liebesmittel. Erotische Träume und gesteigertes sexuelles Verlangen erwarten angeblich den Konsumenten. Gegen Impotenz soll er auch wirken. Zu finden ist Catuaba in einigen Stärkungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln – über negative Nebenwirkungen ist nichts bekannt.

Muirapuama

Die Rinde eines Baumes aus Südamerika, das "Potenzholz" oder Muirapuama soll sich positiv auf Potenz und sexuelles Verlangen auswirken, indem es den Testosteronspiegel erhöht. Es ist Bestandteil vieler pflanzlicher Kombinationsmittel. Nebenwirkungen sind keine bekannt.

Damiana

Ebenfalls aus Südamerika stammt das Kraut Damiana. Bereits die Mayas rauchten diese Pflanzen. Die wird als Extrakt getrunken oder als Räucherstäbchen angezündet. Die Leistung und Lust soll dadurch gesteigert werden, dass der Unterleib mehr durchblutet wird. Nachgewiesen ist dies nicht. Man findet Damiana mit anderen Extrakten in verschiedenen Arzneimitteln.

Maca-Pflanzenextrakt

Vor allem im Internet wird die Maca-Pflanzen angepriesen. Sie stammt aus den peruanischen Anden und wird dort als Nahrungsmittel gegessen. Ihre Wirkung soll sie gegen erektile Dysfunktion, Wechseljahrbeschwerden und Libidomangel entfalten. Auch die Durchblutung wird angeblich mit ihrem Konsum verbessert werden. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Die Extrakte der Maca werden oft in Nahrungsergänzungsform angeboten.

Taigawurzel

Aus Sibirien kommt diese Wurzel, die ähnlich wie Ginseng aussieht. Sie soll das Immunsystem stimulieren und den Aufbau von Körpereiweiß unterstützen. Auch Wechseljahrbeschwerden und nachlassende sexuelle Aktivität soll positiv entgegen gewirkt werden. Nachgewiesen ist die Wirkung allerdings nicht.

Datura

Grundlage für Datura ist der Stechapfel. Diese Pflanze ist hochgiftig, der Handel damit deswegen verboten. Von Erwerb oder Produktion dieses Stoffes wird dringend abgeraten. Denn der Konsum ist lebensgefährlich und kann schwere Psychosen auslösen.

Yohimbe

Aus Afrika stammt der Yohimbe-Baum. Darin enthaltener Wirkstoff ist das sogenannte Yohimbin, ein Alkaloid. Es wird aus der Rinde des Baumes gewonnen und soll die Durchblutung im Genitalbereich und die Empfänglichkeit für Streicheleinheiten steigern. Es wird bei psychisch bedingter Impotenz angewendet und ist rezeptpflichtig.

Als einziger der vorgestellten Pflanzenstoffe bescheinigen manche Studien Yohimbin eine Wirksamkeit von 60 Prozent. Andere Studien sprechen nur von einem Placeboeffekt. Allerdings hat es auch einige Nebenwirkungen, wohingegen viele andere Pflanzenextrakte unschädlich für die Gesundheit sind.

Stand: 04.09.2014

Vorlage: Dr. med. Britta Bürger
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