HPV – so erkennen Sie eine Infektion

HPV schlägt oft unter der Gürtellinie zu

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Humanen Papillomviren, oder kurz HPV – hinter diesem Namen verbergen sich eine ganze Menge Viren ähnlicher Bauart, die bei Menschen verschiedene Beschwerden hervorrufen können. Da einige HPV-Arten vor allem beim Sex übertragen werden, gilt HPV als Geschlechtskrankheit. Eine, von der nicht wenige betroffen sind. Experten schätzen, dass circa 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen sich im Laufe ihres Lebens mit HPV infizieren.

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Wodurch wird HPV ausgelöst?

HPV wird durch Humane Papillomviren verursacht. Davon gibt es über 100 Arten, wobei die meisten allerdings keine nennenswerten Beschwerden verursachen. Als besonders gefährlich gelten die Varianten HPV 16, 18 und 33. Diese „high-risk-HPV-Typ“ stehen im Verdacht, Krebserkrankungen zu befeuern. Bei Frauen zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs oder Scheidenkrebs. Bei Männern ist der Zusammenhang nicht ganz so klar belegt, trotzdem gibt es auch hier die Befürchtung, dass manche Krebsformen im Genitalbereich durch HPV begünstigt werden könnten, etwa im Falle von Penis- oder Analkrebs.

Woran erkenne ich eine HPV-Infektion?

Die meisten Menschen merken gar nicht, wenn sie sich mit HPV angesteckt haben. Denn in der Regel  haben die Betroffenen gar keine Beschwerden, weil die HPV-Stämme harmlos sind. Es gibt allerdings Arten, die durchaus unangenehme Wirkungen haben können – und das an ganz unterschiedlichen Körperstellen. Dazu zählen unter anderem:

Feigwarzen
Eine der bekanntesten Folgen von HPV sind die sogenannten Feigwarzen. Dabei handelt es sich um Hautwucherungen, die vornehmlich im Intimbereich zu finden sind. Das sieht nicht nur wenig attraktiv aus, sie können auch zu Juckreiz oder Brennen verursachen. Feigwarzen treten frühestens zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung auf. Oft vergehen aber mehrere Monate, bevor die Feigwarzen sichtbar werden.

Hautwarzen
Was viele nicht wissen: Auch „normale“ Hautwarzen werden von HP-Viren ausgelöst. Angesteckt hat man sich schnell, denn es reicht einfacher Hautkontakt zur Übertragung. Auf der Haut können die Viren verschiedene Warzenformen bilden, zum Beispiel Dorn-, Fleischer- oder Stilwarzen.

Mundschleimhautwarzen
Manchmal infizieren die Viren auch die Mundschleimhaut. Dann erscheinen hautfarbene oder weißliche Verdickungen an den Lippen, der Wangenschleimhaut und auf der Zunge. Neben den optischen Veränderungen haben Betroffene allerdings keine Beschwerden.

Condylomata plana
Condylomata plana sind an den inneren und äußeren Genitalien zu finden. Es handelt sich dabei um flache, kaum tastbare Verdickungen, die grauweiß oder rötlich sind. Treten diese Hautveränderungen am Gebärmutterhals auf, ist Vorsicht geboten. Denn sie gelten als Vorstufe von bösartigen Gewebswucherungen.

Bowenoide Papulose
Von dieser Hautveränderung sind vor allem Männer um das 30. Lebensjahr betroffen. Typische Symptome sind rot-braune, korngroße, aber flache Knötchen an der Eichel. Darüber hinaus haben die Patienten kaum Beschwerden. Nur selten treten Juckreiz oder Schmerzen auf.

Grundsätzlich gilt also immer – wenn Sie verdächtige Hautveränderungen bemerken, egal, an welcher Stelle, suchen Sie einen Arzt auf.

Was kann ich gegen HPV tun?

In den allermeisten Fällen bekämpft das Immunsystem die Eindringlinge erfolgreich und die Infektion klingt ohne gesundheitliche Beschwerden wieder ab. Der wirksamste Schutz, um einer Ansteckung  zumindest der genitalen HPV-Formen vorzubeugen, ist eine Impfung. Dafür gibt es im Moment zwei Impfstoffe. Die Zweifach-Impfstoff schützt vor den beiden Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18. Ein Vierfach-Impfstoff bietet neben der Immunisierung dieser beiden auch noch Impfschutz gegen Typ 6 und 11 – diese sind die Hauptverursacher von Feigwarzen.

Die Impfung hat aber nur eine nennenswerte Wirkung, wenn der Geimpfte nicht bereits mit HPV infiziert ist. Deswegen gilt die Impfempfehlung in Deutschland im Moment für Mädchen ab neun bis vierzehn Jahren. Ob sie auch auf Jungen ausgeweitet werden soll, wird im Moment noch diskutiert.

Grundsätzlich sollte aber, ganz besonders bei wechselnden Geschlechtspartnern, immer ein Kondom beim Sex mit ins Liebesspiel kommen. Zwar schützt das nicht zu 100 Prozent vor einer Ansteckung, aber es mindert das Risiko doch beträchtlich.

Sind bereits Warzen aufgetreten, hilft ein Dermatologe bei der Behandlung weiter. Wichtig ist, nicht selbst an den betroffenen Hautstellen herumzudoktern – denn damit erhöht man die Infektionsgefahr für sich und andere.

Stand: 12.11.2014
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Quelle:

Deutsches Krebsforschungszentrum: Humane Papillomaviren: Ein Risiko für die Gesundheit? (www.krebsinformationsdienst.de; Abruf: 11.11.2014)