Intimpflege - so geht's richtig

Auch der Intimbereich will gepflegt werden - aber richtig!

© mihhailov_Fotolia

Schönheit und Körperpflege sind heute so wichtig wie nie - auch dort, wo es meist keiner sieht: im Intimbereich. Doch zu viel Intimpflege kann nicht nur zu Hautreizungen führen, sondern die Haut auch anfällig für Pilze und Bakterien machen. Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps zur richtigen Intimpflege zusammengefasst.

Mehr zum Thema

Intimpflege - Achtung pH-Wert

Die Haut im Intimbereich der Frau weist mit einem pH-Wert von 4,0 bis 4,5 einen höheren Säuregehalt auf als am übrigen Körper. Mit ihrem feucht-warmen Klima bietet sie für eine Vielzahl von Bakterien optimale Lebensbedingungen. Die Keime sind in erster Linie allerdings keine Krankheitserreger, sondern bilden die sogenannte Vaginalflora, einen natürlichen Schutzmantel gegen schädliche Pilze und Erreger, der nur mit der richtigen Pflege intakt gehalten werden kann. Das gilt es bei der Intimpflege zu beachten.

Weniger ist bei der Intimpflege mehr

Auch wenn Hautreinigungsprodukte für die Intimpflege in vielen Drogeriemärkten angeboten werden, sollten Sie vor dem Kauf genau hinsehen. Denn um den empfindlichen Säreschutzmantel zu erhalten, sollte die Pflege so sanft wie möglich sein. Verwenden Sie Seifenprodukte deshalb nur sparsam. Auf alkalische, parfüm- oder alkoholhaltige Pflegemittel sollten Sie gänzlich verzichten, da sie den Intimbereich austrocknen. Die Intimpflegeprodukte sollten pH-neutral sein, also den gleichen Säuregehalt wie die Haut aufweisen. Gewöhnliche Duschgels oder Shampoos sind nicht geeignet. Im Bereich der kleinen Schamlippen sollten Sie grundsätzlich auf jegliche Pflegeprodukte verzichten und nur Wasser zur Reinigung benutzen.

Achten Sie darauf, bei der Intimpflege nur mit lauwarmem Wasser zu spülen und den Wasserstrahl der Dusche nie direkt in die Scheide zu richten, da sonst Keime von der Haut in den Körper geschwemmt werden können. Waschlappen eignen sich für die Intimpflege, sollten anschließend allerdings in die Kochwäsche, da sie sonst ein optimaler Nährboden für Krankheitserreger sind.

Intimpflege - angenehmer Duft im Höschen

Neben Vaginal-Bakterien ist vor allem Schweiß für unangenehme Gerüche verantwortlich. Mit nicht zu eng sitzender Baumwollunterwäsche und luftigen Hosen können Sie der Schweißbildung entgegenwirken. Zudem sollten Sie nachts auf einen Slip verzichten sowie Tampons und Binden regelmäßig wechseln. Auch ein paar Tropfen Lavendel- oder Salbeiöl können zur Intimpflege gehören. Sie zersetzen im Slip Schweißbakterien und sorgen für einen angenehmen Duft. Um spezielle Vaginal-Parfüms zur Inftimpflege sollten Sie allerdings einen Bogen machen, da sie die Vaginalflora zerstören können.

Intimpflege für den Mann

Männer betrieben Intimpflege am besten unter fließendem Wasser in der Dusche. Dabei sollten sie vor allem das Smegma am Penis jeden Tag abwaschen. Diese helle, fetthaltige Substanz befindet sich zwischen Eichel und Vorhaut, besteht aus Absonderungen der Talgdrüsen, aus Hautschüppchen und Bakterien. Wird sie nicht entfernt, kann sie Entzündungen hervorrufen sowie das Risiko für Peniskrebs erhöhen. Während handelsübliche Seifen tabu sind, eignen sich pH-neutrale Produkte für die Intimpflege des Mannes sehr gut. Trocknen Sie sich nach dem Waschen sanft mit einem weichen und frischen Handtuch ab (nicht reiben!).

Auch weiches Toilettenpapier gehört zur Intimpflege und schont die Haut im Intimbereich und um den Anus. Achten Sie vor dem Kauf allerdings darauf, keine Produkte mit Bleichmittel oder Duftstoffen zu erstehen, da diese zu Reizungen oder Allergien führen können. Gewischt wird immer von vorne nach hinten.

Aussterben der Filzlaus

Welche Folgen eine gute Intimpflege bei Mann und Frau haben kann, zeigt eine australische Studie über das Aussterben der Filzlaus. War diese einst extrem verbreitet, ist sie heute vom Aussterben bedroht, was besonders an der Intimrasur liegt. Mittlerweile entfernen sich rund 88 Prozent der jungen Frauen und 67 Prozent der Männer in Deutschland regelmäßig ihrer Körperhaare im Intimbereich. Die Intimpflege nimmt dem kleinen Parasiten Millimeter für Millimeter den Lebensraum und erfreuen dabei nicht nur den Partner, sondern auch das eigene Wohlbefinden.

Stand: 30.09.2014
Autor: Lisa Davidson

Quellen:

  • Frauenärzte im Netz (www.frauenaerzte-im-netz.de; Abruf: 27.03.2013)
  • The Kirby Institute for infection und immunity in society (www.kirby.unsw.edu.au; Abruf: 27.03.2013)